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Ende der Abwrackprämie: Autohändler beklagen Absatzeinbruch

Monat eins nach der Abwrackprämie: Die Zahlen vom deutschen Automarkt sind noch gut, aber die Stimmung bei manchen Händlern ist schon schlecht.
© Foto: Michele Tantussi/ddp

Nach dem Ende der Abwrackprämie blieben die Kunden den Showrooms weitgehend fern. Auf die September-Zulassungen wirkte die staatliche Förderung noch nach – doch die Order waren bereits rückläufig.


Datum:
02.10.2009
10 Kommentare

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Einem Monat nach Auslaufen der Abwrackprämie klagen die Autohändler in Deutschland über einen massiven Absatzeinbruch. Nach Angaben des Bundesverbands freier Kfz-Händler (BVfK) ist der Neuwagenverkauf im September um rund 50 Prozent gegenüber dem Vormonat. "Der Absatz liegt rund die Hälfte niedriger als im August. Wir haben ein absolutes Nachfrageloch bei kleinen und preiswerten Autos", sagte der BVfK-Vorsitzende Ansgar Klein der "Bild"-Zeitung (Freitag). Der Zentralverband des Deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK) bestätigte die deutlichen Einbußen. Eine Sprecherin sagte der Zeitung, im September hätten die Autohändler voraussichtlich weniger Kaufaufträge erhalten als im Vorjahresmonat. Noch im August habe es dagegen ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gegeben. "Es ist wieder Normalität eingekehrt", erklärte die ZDK-Sprecherin. Auf die Neuzulassungen im September hat sich das schwache Autohaus-Geschäft zunächst noch nicht ausgewirkt. Wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Freitag in Frankfurt mitteilte, stieg die Zahl der Neuzulassungen im Inland auf Jahressicht um 21 Prozent auf 316.000. Auch gegenüber dem Vormonat August verzeichnete die Industrie ein deutliches Plus von 15 Prozent. Das offizielle Zulassungsergebnis will das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am kommenden Montag vorlegen. "Im September wächst der Absatz nach Ferienende immer und zudem wirkt sich die Prämie noch positiv aus", sagte ein Sprecher des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) in Bad Homburg. So hätten viele Käufer ein Auto bestellt und den Prämienantrag eingereicht, das Auto sei aber noch nicht ausgeliefert. Wegen dieses Folgeeffekts stehe der Markt nicht schlecht da.

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KOMMENTARE


Jörg-Uwe Banach

02.10.2009 - 09:45 Uhr

Wer sich nicht WÄHREND der Abwrackprämie auf die Zeit danach vorbereitet hat ist selbst schuld. Wer in der Zeit der Abwrackprämie keine Erträge gefahren hat, ist selbst schuld. Und: Wer was anderes erwartet hat, ist selbst schuld.


F.Fehling

02.10.2009 - 11:40 Uhr

Die Händlerkollegen müssen sich selbst diese Frage stellen: WER HAT DENN VON DER ABWRACKPRÄMIE PROFITIERT ? Nicht die Autohäuser,sondern die Automobilhersteller und mehr die ausländischen Marken,als die deutschen Marken haben davon profitiert. Wer die Margen beim Neuwagen kennt,weiß auch das die Händlerkollegen kaum Erträge bei der Abwrackprämie erzielen konnten. Lieber verkaufe ich 15 gebrauchte Fahrzeuge mit einem Bruttoertrag von durchschnittlich 1.500,-€ als 70 Neuwagen mit einem Bruttoertrag von durchschnittlich 200,-€ im Monat. Mehr Aufwand und sehr viel weniger Verdient. Nach dem die Abwrackprämie nicht mehr vorhanden ist,wird jetzt das große Händlersterben beginnen. Die großen bis sehr großen Autohäuser werden dadurch in Insolvenz gehen und die kleinen Familienbetriebe werden weiterhin bestehen bleiben.


Andre Aslau

02.10.2009 - 11:44 Uhr

Na klasse, eine Meldung mit der vermutlich niemand gerechnet hat ! Was bitteschön ist denn erwartet worden ? Man sollte froh sein, dass nun im Restjahr noch einiges ausgeliefert werden kann. Also diese Meldung als TOP-Meldung nach oben zu setzen ist schon krass.


Rolf Eckert

02.10.2009 - 12:45 Uhr

.. na prima! Hat jemand gedacht, dass es nicht so wird - wenn ja - dann hat er keine Ahnung! Sollten die Autohändler nun zu der Abwrackprämie auch noch die "normalen" Rabatte 10% und höher gegeben haben - selber Schuld! Ich habe es nicht getan und etwas vorgesorgt!


E.Kühlwetter (wallibelli)

02.10.2009 - 14:05 Uhr

"Neuzulassungen steigen weiter" titelt das Münchener Konkurenzblatt momentan auf seiner Homepage in großen fetten Lettern. Und fährt fort:"Trotz Auslauf der Abwrackprämie legt der Autoabsatz in Deutschland weiter zu."Im September sei die Zahl der Neuzulassungen lt. Mitteilung des VDIK um rund 20% gegenüber Vorjahresmonat gestiegen. Auch im Vergleich zum August gäbe es ein deutliches Plus." Was gestern war(Neuzulassungen)zählt heute nicht mehr. Entscheidend sind die Auftragseingänge. Und da sieht es mit jedem weiteren Tag duster aus.Im Nachhinein war das Wahlgeschenk der Regierung in seiner Auskleidung ein großer Fehler. Wir alle wussten schon im Herbst 2008, dass die Branche einem längerfrsitigen Strukturwandel hin zu alternativ angetriebenen Fahrzeugen entgegengeht.Dem kann man nicht mit einer kurzfristigen Überdosis an belebender Arznei begegnen. Die Therapie muss langfristig wirken. Der Wandel zum e-mobil mit Zero-Emission vollzieht sich in Jahren. Und nur die konsequente Emissionsverringerung des Bestandes gilt es zu unterstützen. Kaufanreize müssen dauerhaft gegeben werden,keinesfalls in Mengen, die nur einen künstlichen, kurzfristig wirkenden Boom erzeugen. Notwendig ist die Abfederung der Kaufrückgange bei konventionell angetriebenen Modellen. Die Kaufzurückhaltung bei Ölverbrennern hält noch einige Zeit lang an. Downsizing im Kaufverhalten und Verfall der Restwerte signalisieren eindeutig die schwindende Beliebtheit von Spritschluckern. Desweiteren sei erwähnt, dass den hehren Regierungszielen bei Abgasemissionen und CO2 Reduktion immer noch ca.15 Mio.in D-Land rumfahrende Abwrackautos(9 Jahre und älter) mit zumeist schlechten Emissionswerten entgegenstehen. Die neue Regierung sollte über ein 4-6-jähriges Kaufanreizprogramm nachdenken, das jährlich etwa 500.000 neue, CO 2 arme Autos gegen Abgabe von Altautos fördert. Sowohl bei gewerblicher wie auch bei privater Nutzung. Folgen müsste eine spezielle mehrjährige e-mobil-Kaufunterstützung. Das gäbe allen Beteiligten, den Politikern, den Kunden, dem Autohandel, den Herstellern und den Arbeitnehmern in der Branche Orientierung und Planungssicherheit. Der Stukturwandel zu neuartigen, umweltgerechten Fahrzeugen fände so zumindest bei uns ohne disfunktionale Verwerfungen statt.


Klaus-Dieter Walter

02.10.2009 - 14:56 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Hinsch. Ob man sein Auto noch bei der HDI versichern sollte, kann ich nicht wirklich beurteilen. Eins weis ich als langjähriger HDI-Kunde nun aber ganz sicher: Als produzierender Betrieb kann man bei der HDI definitiv keine Haftpflichtversicherung abschließen. (...) Also nicht einfach durch die Lande touren und Vorträge halten sondern erst einmal den eigenen Laden in Ordnung bringen.


Andre Aslau

02.10.2009 - 15:12 Uhr

Der Kommentar von Hr. Kühlwetter in allen Ehren (da er dazu natürlich auch Formal richtig ist) aber die Realität beim Verbraucher sieht doch anders aus: - sicherer Arbeitsplatz = sicheres Einkommen = Anschaffung möglich Habe ich Arbeit, aber keine Rücklagen ist mir evt. die Rate zu hoch -schenkt mir jemand die Anzahlung (Umweltprämie) = Anschaffung möglich Die Leute kaufen, wenn sie Kohle haben oder ein "sicheres" Einkommen und dann spielt es (fast)keine Rolle, was gekauft wird. Man sehe sich die Probleme des Immobilienmarktes an ! Auch wenn wir die tollsten E-Mobile, Hybrid-PKWs, Brennstoffzellenautos jetzt schon hätten, würden die uns dieses, nächstes und evt. auch übernächstes Jahr wohl kaum retten - da (gerade für diese Technologien) beim Endverbraucher kaum Geld vorhanden ist. Renault bringt in 2-3 Jahre bis zu 4 Modelle in E-Technik - schön und gut (falls sie kommen) - aber 160km Reichweite in Mittelklasse und oberer Mittelklasse wird zu keinem Erfolg führen. Warum man hier nicht evt. zusätzlich mit einem 1,2DCI Dreizylinder mit 80PS plant, will sich mir nicht erschließen.


E.Kühlwetter (wallibelli)

02.10.2009 - 17:10 Uhr

@ Andre Aslau, Ich kann Ihre Situation absolut nachvollziehen. Wir haben ja nicht nur einen Strukturwandel auf der Anbebotsseite, auch auf der Nachfrageseite ist nichts mehr so wie es noch vor einigen Jahren einmal war. Die Auswirkungen schwindender Langfristarbeitsverhältnisse,steigender privater Altersvorge der jüngeren und mittleren Generation, Rückgang des verfübaren Einkommens breiter Bevolkerungsschichten in abhängigen Beschäftigungsverhältnissen,zeigen sich schon seit Anfang 2007 in fast jedem Automobilbetrieb. " Der Kunde will über die gesamte Nutzungsdauer gut schlafen können sonst kauft er kein neues Auto." habe ich schon im 1.Quartal 2007 mit Lösungsmöglichkeiten verantwortlichen Vertieblern von Herstellern und Importeuren wissen lassen. Aber wem sagt man das: "Wer nie ein Auto sein Eigen nennt, der auch des Kunden Not nicht kennt." Da insbesondere die deutschen Premiumhersteller mit der Gehaltsumwandlungspredigt auch den allerletzten Sachbearbeiter in Firmen mit subventinierten Firmenwagen versorgt haben, bleibt vielen Händlern oft nur noch das Privatkundengeschäft mit den unsicheren Kantonisten. Wenn man zu weit vom Geschehen weg ist, dauert es in Großonzernen etwas länger, bis man registriert, wer denn eigentlich die Konzernapparate am Leben hält. Niemand anders als das kundengerechte Produkt. Man muss in einer Zeit immer schnelleren Wandels mit nie gekannten Volatilitäten die Frage stellen, ob die Autohersteller noch das richtige Geschäftsmodell haben? Wer 4 Jahre Produktentwicklungszeit plus 6-8 Jahre Produktionszeit für den ROI benötigt,dabei nur marginal auf geänderte Rahmenbedingungen bzw. Marktveränderungen reagieren kann,ist heutzutage falsch aufgestellt. Ich konnte bei meinen Gesprächen mit Verantwortlichen aus der Industrie an den Pressetagen der IAA feststellen, dass inzwischen ein Lerneffekt eingetritt. 1.Der Kunde akzeptiert durch die Bank die aufgerufenen Fahrzeugpreise und Sonderausstattungspreise nicht mehr. 2.Rationaslität und Funktionalität treten in den Vordergrund.Das Auto wird immer mehr als ein Transportmittel gesehen, mit dem man seine Mobilitätsbedürnisse preiswert, sicher, sparsam kostengünstig und umweltgerecht lösen will. 3.Die Masse der Kunden will und wird für Hybrid und e-mobile nicht mehr bezahlen als bisher. 4.Der Umschwung zu alternativen Antrieben kann nicht Top down sondern muß im Volumenbereich starten. 5.Es müssen neue Mobilitätskonzepte her(z.B.Carsharing),da immer mehr Menschen, besonders jüngere sich kein eigenes Auto mehr zulegen wollen und können. 6.Mittel und langfristig wird nicht mehr der Besitz,sondern nur noch die Nutzung (punktuell oder permanent) im Vordergrund stehen. Dass dieses neue Denken sogar bei Premiumarken schon erste Früchte zeigt, bestätigt sogar die Autobild von heute: "Der neue BMW X1 ist ca.4.000,-€ billiger als ein gleich motorisierter und ausgestatteter 3er touring, die Extras kosten etwa 1/3 weniger. Trotzdem bietet er dem Kunden emotional viel mehr BMW-Auto als der Touring und ist ihm funktional in fast allen Punkten überlegen." Gut Ding muss Eile haben,kann ich da nur sagen.


S. Avenarius

05.10.2009 - 14:18 Uhr

@E.Kühlwetter (wallibelli) Kompliment Frau/Herr Kühlwetter! Ich bin von Ihren Ausführungen begeistert. Nur in Bezug auf die Aufgabe des Auto-Besitzdenkens glaube ich nicht, dass in der nächsten Dekade eine Veränderung zu erwarten ist. Das Automobil ist bei zu Vielen (und bleibt wohl) Egoverstärker, Rüstung und Selbstdarstellungsmittel


E.Kuehlwetter (wallibelli)

06.10.2009 - 09:40 Uhr

@ S.Avenarius, Gern geschehen,für die Blumen ein herzliches Dankeschön. Mfg.Engelbert Kühlwetter c/o Kühlwetter & Partner GmbH


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