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Fehlende Angaben: Neue Abmahnwelle gegen Autohandel

Der Autohandel ist wieder verstärkt Opfer von Abmahnvereinen.
© Foto: Fotolia/AHO-Montage

Im Visier unter anderem der DUH sind Facebook-Seiten ohne Impressum oder irreführende Preisgegenüberstellungen bei Jungwagen. Ein Dauerproblem sind die fehlenden Umweltdaten.


Datum:
13.03.2013
4 Kommentare

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Der Autohandel gerät wieder ins Visier von Abmahnvereinen. Nach Branchenangaben sucht etwa die Deutsche Umwelthilfe (DUH) derzeit verstärkt nach fehlenden Angaben in sozialen Netzwerken oder irreführenden Preisgegenüberstellungen bei Jungwagen. Einige große Händlergruppen fahren deshalb ihr Engagement in diesen Bereichen bereits zurück, wie AUTOHAUS Online erfuhr.

Auch das Kfz-Gewerbe Rheinland-Pfalz warnt in einem Infobrief vor den neuen Aktivitäten. Demnach werden immer wieder Unternehmen abgemahnt, weil sie kein Impressum auf ihrer Facebook-Seite haben. Nach dem aktuellen Stand der Rechtsprechung sei jedoch davon auszugehen, dass Gewerbetreibende auf ihren Facebook-Pages eine solche Herkunftsangabe vorzuhalten haben.

Probleme gibt es laut Verband auch mit der Einstufung von Tageszulassungen als Gebrauchtwagen. Erst mit einer Laufleistung von mehr als 1.000 Kilometer sind keine Angaben zu den Verbrauchs- und Emissionswerten erforderlich. In diesen Fällen könnten die beworbenen Fahrzeuge nicht mehr als Tageszulassungen bezeichnet werden, hieß es.

In Anspruch genommen werden Händler außerdem für die von ihnen eingestellten Links zu Presseerklärungen der Hersteller, falls dort die erforderlichen Angaben fehlen. Verbrauchs- und Emissionsdaten müssen immer mit dem betreffenden Fahrzeug erscheinen. Im Zweifel sei die beste Lösung, auf den Link zu verzichten, betont der Verband.

Auch Top-Präsentationsplätze auf Onlinebörsen wie "Auto der Woche" oder "Angebot des Tages" bieten demnach Fallstricke. In vielen Fällen würden die Wagen mit Angaben zu Hubraum und Leistung beworben, die Verbrauchsdaten aber nicht auf derselben Seite angezeigt. Für problematisch hält das Kfz-Gewerbe überdies als Foto eingebettete Zeitungswerbungen, die die Umweltdaten nicht oder nicht gut lesbar darstellen, sowie fehlende Hinweise auf die DAT-Liste.

Am besten: Vorschriften einhalten

"Aus aktuellen Gerichtsverfahren wissen wir, dass die DUH vor Gericht einen sehr großen Vorschuss hat. Im Zweifel oder unter Zeitdruck ist es vielfach besser auf die Anzeige/Werbung zu verzichten", rät der Verband. Autohäuser sollten prophylaktisch alle ihre Internetseiten – eigene Domains, Einträge bei Adressdatenbanken, Herstellerunterseiten und Fahrzeugbörsen – überprüfen.

Werden Neufahrzeuge, Tageszulassungen und Vorführwagen mit weniger als 1.000 Kilometer Laufleistung beworben, müsse folgender Hinweis auf der gleichen Seite "nicht weniger hervorgehoben und auch beim flüchtigen Lesen gut lesbar" platziert sein:

"Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem 'Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei [Verweis auf die benannte deutsche Stelle oder direkte Verknüpfung zu der Organisation, die mit der Verbreitung der Informationen in elektronischer Form beauftragt ist] unentgeltlich erhältlich ist."

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KOMMENTARE


W.G.

14.03.2013 - 07:55 Uhr

Zum Pkt. "Fehlendes Impressum auf Facebook Seite". Wo bitte findet sich hier endlich ein Gericht welches die Schneid hat solchem Abmahnwahn ein Ende zu setzen? Was bitte hat ein fehlendes Impressum mit Umweltschutz zu tun? Oder für was tritt die deutsche Umwelthilfe an? Hinter dieser Organisation versteckt sich meines Erachtens, gut getarnt, nichts anderes als ein professioneller Abzockverein und das unter dem Vorwand sich für die Umwelt einzusetzen. Völlig legal, versteht sich! Setzt diesem Wahnsinn endlich ein Ende. Dieser Abzockwahn, auch in anderen Geschäftsbereichen, kostet Unsummen Geld und letztendlich auch Arbeitsplätze welche von sog. Abmahnvereinen in keinster Weise geschaffen werden!


Robert Meier

14.03.2013 - 08:38 Uhr

Da hilft nur eins, den windigen Rechtsverdrehern das Handwerk legen.Nichts gegen seriöse Rechtsanwälte, jedoch gegen Abzocker muss man vorgehen.Was lehrt uns das, alle Angaben tätigen, somit erledigt sich die Sache von selbst.


leser

14.03.2013 - 10:21 Uhr

Habe der lieben DUH mal eine E-Mail zukommen lassen , bin mal gespannt wie Sie darauf reagiert.Ein unding, wie hier eine monopol und Käfteverhältnis zum nachteil der sowieso durch Umsatzrendite geplagten Händler gewirtschaftet wird, aber was rege ich mich auf,willkommen im rechtsstaat


Andreas

14.03.2013 - 12:34 Uhr

unsinnige Vorschriften des Gesetzgebers erschweren allen das Geschäft und bringen dem Verbraucher rein gar nichts. Und die schwarzen Schafe können trotzdem lügen und betrügen wie sie wollen, dort sind die Strafen dann unverhältnismäßig niedrig. Oder hat schon ein Supermarkt eine Geldstrafe bezahlt weil er uns Pferdefleisch verkauft hat obwohl es nicht drauf stand?


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