Die steigenden Zulassungszahlen für Autos und andere Kraftfahrzeuge haben den kreditgebenden Banken im ersten Halbjahr ein positives Geschäft beschert. Wie der Bankenfachverband am Donnerstag in Berlin mitteilte, finanzierten die Institute von Januar bis Juni 964.000 Kfz und Anhänger und übertrafen damit den Vorjahreswert um 3,1 Prozent. Bundesweit wurden im selben Zeitraum rund 2,1 Millionen neue Fahrzeuge und Anhänger zugelassen (plus 3,2 Prozent). "Ohne die Möglichkeit, Autos zu finanzieren, blieben die Zulassungszahlen weiterhin im Keller", erklärte Peter Wacket, Geschäftsführer des Bankenfachverbandes. Jeder dritte Neuwagen wird heute bereits finanziert. Allerdings würden private und gewerbliche Kunden zunehmend auf den Preis achten. So seien der durchschnittliche Finanzierungsanteil pro Kfz um 500 auf 13.400 Euro und damit auch das Neugeschäft mit Kfz-Krediten zurückgegangen. Mitte 2008 hatten die Kreditbanken nach eigenen Angaben 63,9 Milliarden Euro an Privatkunden verliehen. Das seien vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dagegen sei der gesamtdeutsche Bestand an Konsumkrediten um 1,2 Prozent auf 222,7 Milliarden Euro gesunken. Ein ähnliches Bild bei der Finanzierung gewerblicher Investitionen: Während sich der Bestand an Unternehmenskrediten bundesweit um 6,4 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro erhöhte, steigerten die Kreditbanken ihre gewerblichen Darlehen um 12,3 Prozent auf 23,3 Milliarden Euro. Im Bankenfachverband sind 59 Kreditbanken organisiert. Sie haben mehr als 100 Milliarden Euro an Konsumenten und Unternehmen ausgeliehen, rund die Hälfte davon sind Kfz-Kredite. Mit einem Anteil von 44 Prozent gelten sie als Marktführer in der Konsumfinanzierung. (rp)
Halbjahresbilanz: Kreditbanken finanzieren mehr Kfz
Die Institute sind laut Bankenfachverband von Januar bis Juni stärker als der Markt gewachsen. Allerdings werden private und gewerbliche Kunden zunehmend preissensibler – mit negativen Folgen für das Neugeschäft.