Die Automobilhersteller beklagen nach Auffassung des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Geislingen zu Unrecht den kontinuierlichen Rückgang des Privatkundengeschäftes. Denn im Jahr 2007 sind nach IFA-Berechnungen über 900.000 Neuwagen zunächst auf Automobilhändler zugelassen worden. Immer mehr Privatkunden würden sich aus diesem Pool der vorsätzlich "produzierten" jungen Gebrauchtwagen bedienen. So sei der Absatz von GW, die jünger als ein Jahr sind, seit dem Jahr 2004 um immerhin 17 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum seien die privaten Neuzulassungen – bereinigt um Sondereinflüsse – um exakt den gleichen Prozentsatz gesunken. "Statt den vermeintlichen Rückgang des Privatkundenanteils an den Neuzulassungen zu beklagen, sollten die Automobilhersteller die Praxis der Händlerzulassungen als Verkaufsförderungsinstrument einschränken", rät der wissenschaftliche Leiter des IFA-Institutes, Willi Diez. Die Kunden hätten mittlerweile gelernt, dass sie mit einem auf einen Händler bereits zugelassenen Fahrzeug einen Preisnachlass im hohen zweistelligen Bereich realisieren könnten. Diez sieht daher auch keinen Trend zu sinkenden Kundenrabatten: "Was sich verändert hat, ist die Nachlass-Strategie der Hersteller. Statt direkt Kundenrabatte auf fabrikneue Fahrzeuge auszuloben, werden die Rabatte auf praktisch neuwertige Händler-Fahrzeuge gewährt, und zwar in einer Größenordnung, die deutlich über den Neuwagen-Rabatten liegt." (ng)
IFA-Erhebung: Rückläufiges Privatkundengeschäft von Herstellern selbst verschuldet
Die Autohersteller beklagen nach Auffassung des Instituts für Automobilwirtschaft zu Unrecht den kontinuierlichen Rückgang des Privatkundengeschäfts. Stattdessen sollten sie die Praxis der Händlerzulassungen als Verkaufsförderungsinstrument einschränken, rät IFA-Leiter Willi Diez.