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IFA-Kongress: Trübe Aussichten für Automarkt 2015

© Foto: Juliane Schleicher/AUTOHAUS

Branchenexperten rechnen im kommenden Jahr mit nur noch 2,9 Millionen Neuzulassungen in Deutschland. Weltweit dürfte es besser laufen.


Datum:
16.10.2014
1 Kommentare

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Branchenexperte Prof. Willi Diez erwartet 2015 einen schrumpfenden Automarkt in Deutschland. "Ich rechne im kommenden Jahr mit einem Rückgang auf 2,9 Millionen Neuzulassungen", sagte Diez, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA), beim 15. Tag der Automobilwirtschaft in Nürtingen. Er verwies auf die weltweiten Krisenherde und die konjunkturelle Eintrübung. "Der Pkw-Markt ist ein psychologisch anfälliger Markt. Das Auto ist nach der Immobilie die zweitgrößte Kaufentscheidung." Die IFA-Prognose für das auslaufende Jahr liegt bei knapp über drei Millionen Einheiten.

Eine ähnliche Entwicklung erwartet auch Jürgen Karpinski. "Das laufende Jahr wird noch zufriedenstellend, 2015 könnte es mit rund 2,95 Neuzulassungen etwas niedriger werden", sagte der Präsident des Deutschen Kfz-Gewerbes." Sorgen bereitet der Branche vor allem das aktuell schwache Privatkundengeschäft und der hohe Anteil der Eigenzulassungen. Mit Blick auf Preisverfall und sinkende Restwerte richtete Diez deshalb den Appell an die anwesenden Branchenmanager: "Lieber ehrliche 2,9 Millionen Neuzulassungen als manipulierte drei Millionen."

Weltweite dürfte die Autokonjunktur stabil bleiben. Audi-Vertriebschef Luca de Meo geht davon aus, dass der globale Pkw-Markt 2015 weiter wachsen wird: "China hat noch Potenzial, und auch in den USA sieht es gut aus", sagte er. Probleme werde es dagegen auch im kommenden Jahr in Russland und Südamerika geben. Europaweit dürfte sich die Erholung fortsetzen, wenngleich auf niedrigen Niveau.

Alleingänge lohnen nicht

Das IFA begrüßte am Donnerstag über 500 Fachbesucher zum diesjährigen Kongress. Hochrangige Manager aus Autoindustrie und -handel diskutierten zum Thema "Future Retail: Wie erreichen wir den Kunden von morgen?" Karpinski unterstrich in diesem Zusammenhang, dass Hersteller und Händler nur durch ein "konstruktives Miteinander" die Herausforderungen der digitalen Autowelt bewältigten könnten. Alleingänge würden auch in Zukunft keinen langfristigen Erfolg bringen.

Von den Autohäusern forderte Karpinski mehr Engagement bei den neuen Vertriebskanälen. "Der stationäre Handel hat nur dann eine Chance, wenn er Online- und Offline-Aktivitäten verzahnt anbieten kann. Denn der Kunden entscheidet über den Kommunikationsweg." Viele Betriebe seien noch internetfreie Zonen. Auch bei der Qualität der Kundendaten gebe es "noch Luft nach oben".

Mit Blick auf das Ende des Autoscout24 Werkstattportals sagte der Verbandspräsident: "Kurzfristig und Dumping funktioniert auch in Zukunft nicht." Handelsmaximen der Branchenplayer müssten stattdessen Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit sein. (rp)


15. Tag der Automobilwirtschaft

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KOMMENTARE


Dieter Olk

27.10.2014 - 00:32 Uhr

Wünschenswert -aber keiner hält sich daran- wenn die Hersteller mal aufhören würden, Überproduktionen zu fahren, die dann in den Markt gedrückt werden. Obwohl der Markt in Deutschland rückläufig ist, plant jeder Hersteller jedes Jahr "optimistisch" Zuwächse. "Manager müssen ja Mut machen und sich expansiv aufstellen." Ansich wäre das kein Problem für andere, würden sie damit nicht unisono den Handel negativ fordern und permanent negativ belasten.


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