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Internet-Präsenzhandelsbonus: Ford erlaubt Zusammenarbeit mit Neuwagenportalen

Ford-Verkaufsdirektor Raymond Damerow: "Die Zusammenarbeit von Händlern mit Neuwagenportalen ist nach unserem Händlervertrag und dem IPB erlaubt."
© Foto: Ford

Nach Rücksprache mit dem Bundeskartellamt erlaubt Ford seinen Händlern ausdrücklich die Zusammenarbeit mit Neuwagenportalen wie Meinauto.de und Autohaus24.de.

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Ford hat in einem Rundschreiben an die Händler klargestellt, dass die Zusammenarbeit mit Neuwagenportalen nach dem Händlervertrag erlaubt ist und auch nicht gegen die Bestimmungen des Internet-Präsenzhandelsbonus (IPB) verstößt. Auf Nachfrage von AUTOHAUS teilte Ford-Verkaufsdirektor Raymond Damerow mit: "Nach Rücksprache mit dem Bundeskartellamt gehen wir davon aus, dass Neuwagenportale wie Meinauto.de und Autohaus24.de von Endkunden als Vermittler beauftragt werden. Die dort zu sehenden Fahrzeuge werden nicht von den Händlern eingestellt und der Abschluss des Kaufvertrages erfolgt direkt zwischen dem Händler und dem jeweiligen Kunden. Daraufhin haben wir in einem Rundschreiben an die Händler klargestellt, dass die Zusammenarbeit von Händlern mit derartigen Neuwagenportalen nach unserem Händlervertrag und dem IPB erlaubt ist."

Wie ein Sprecher des Bundeskartellamts bestätigte, war die Zusammenarbeit von Kfz-Händlern mit internetbasierten Kundenvermittlern Thema in den Gesprächen mit den Herstellern. Die Wettbewerbshüter wollten, dass die Hersteller ihren Händlern gegenüber klarstellen, dass eine solche Zusammenarbeit erlaubt ist. Dieser Aufforderung ist Ford nun nachgekommen.

Meinauto.de-Geschäftsführer Alexander Bugge zeigte sich froh darüber, dass für die Ford-Händler nunmehr Rechtssicherheit besteht: "Es ist nun erneut bestätigt, dass unser Geschäftsmodell auch rechtlich standfest ist und nicht durch vertriebspolitische Maßnahmen ausgehebelt werden kann." Die überwiegende Mehrheit der Ford-Partner der Plattform sei durch die medial offensive Einführung des IPB und die Androhung von Sanktionen massiv verunsichert gewesen. Dennoch habe die Plattform mit wenigen mutigen Partnern die Lieferfähigkeit aufrechterhalten können. "Wir sind sehr froh für unsere Partner, dass diese Verunsicherung nun gewichen ist."

Bereits früher hatte Bugge betont, dass Händler bei Meinauto.de weder mittel- noch unmittelbar ein Fahrzeug im Internet anbieten. Interessiert sich der Kunde für einen Neuwagen, beauftragt er die Plattform mit der Einholung von Angeboten bei Händlern. Meinauto.de sucht Händler mit passenden Offerten. Der Abschluss des Kaufvertrages erfolgt direkt zwischen dem Händler und dem jeweiligen Kunden.

Der Internet-Präsenzhandelsbonus von Ford hatte für Wirbel gesorgt. Das Bundeskartellamt hatte ein Verwaltungsverfahren eingeleitet, um die kartellrechtliche Zulässigkeit der Internetstandards des Kölner Herstellers zu überprüfen. Hintergrund war, dass Ford seit dem 1. Oktober 2014 allen Händlern, die eine entsprechende Verpflichtung unterzeichnet haben, den so genannten "Internet-Präsenzhandelsbonus" (IPB) gewährt. Damit setzte Ford in der Branche viel beachtet als erste Marke Internet-Standards und belohnt Händler, die sich bei Angeboten im Internet wie im Offline-Vertrieb verhalten, nämlich ihren Namen preisgeben, mit einem Bonus von drei Prozent. Auch Opel und PSA haben ähnliche Regelungen eingeführt. Diese werden derzeit noch mit der Behörde diskutiert. (dp)

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KOMMENTARE


Thorsten Schambach

08.10.2015 - 17:41 Uhr

Glückwunsch, wir freuen uns für diese Enscheidung und hoffen das andere Herstellerbald folgen. Thorsten Schambach Geschäftsführer bei carworld-24.de


Joseph Le Bel

09.10.2015 - 10:20 Uhr

Wenn Hersteller jedem Händler, egal welcher Größe, 20% Handelsspanne einräumen, damit er langfristig planen, existieren und investieren kann, statt mit Zulassungsboni, Quartalsprämien, TZ-Prämien usw. zu befeuern, wird der Automobilmarkt endlich wieder transparent und ein wirklicher Markt. Die Gebrauchtwagenpreise werden steigen. Die Kunden werden erkennen, dass es kein unendliches Angebot an Autos gibt. Und die Händler, die Ihre Autos "verschenken", weil Sie Ihren Heimatmarkt vor Ort nicht pflegen und gestalten, sondern sich aufs Internet verlassen, werden ein Jahr später wegen Liquiditätsmangel vom Markt gefegt sein.


Ulrich Klöckner

09.10.2015 - 10:37 Uhr

Schade! Die Zahl der Schmarotzer wird weiter steigen. Zum Schaden der kleineren Händler und bald auch der kurzsichtigen Käufer. Geiz ist eben zeitlich begrenzt geil.


Matthias Kasper

09.10.2015 - 12:07 Uhr

Schade, dass der Ertrag nur noch beim Vermittler liegt und das wirtschaftliche Risiko nur noch beim Händler...


Marvin Waraki

09.10.2015 - 14:08 Uhr

Herr Schambach, in dem Beitrag ist die Rede von ähnlichen Unternehmen wie www.meinauto.de oder www.autohaus24.de. Diese Portale vermitteln Neuwagen von Vertragshändlern an Kunden, der Kaufvertrag wird zwischen autorisiertem Vertragshändler und Kunde abgeschlossen, das was Sie praktizieren ist etwas anderes. Sie vermitteln auch Neuwagen die erst einmal auf einen Großkunden zugelassen werden müssen und mehrere Monate vom Käufer nicht umgemeldet werden dürfen. Dies verschweigen Sie in der Anbahnungsphase gegenüber dem Endverbraucher und sorgen für zusätzliche Verwirrung bei gutgläubigen Kunden. Wenn das fair ist, bin ich Juri Gagarin und kreise immer noch um die Erde.


A.Schmu

12.10.2015 - 13:01 Uhr

Schade, Schade.. seit gut einen Jahr konnte wir als kleiner Händler gegen die Größen aus dem Web mithalten, da durch den IPHB eine Art Gleichstellung erfolgte. Daher fand ICH persönlich das System von Ford mit dem neuen Bonus hervorragend. Nun sind die Bigplayer wieder am Zug. Mit Boni für das Webportal die wir in 1000 kalten Wintern nie erreichen können, der Kunde kann uns wieder "drücken" und wir haben keinerlei Chance auch nur annähernd an die Preise zu kommen. Vielen Dank Ford Werke, das Ihr Euch die Mühe gemacht habt, eine neue Bonusstruktur mit neuen Verträgen zu gestalten, die nun alle Makulatur sind. Vielleicht sollte ich Euch verklagen, dass wir den Mustang / Vignale als Non-Store nicht vertreiben dürfen, falsch, weder als NW noch als VF vorhalten dürfen sondern nur verkaufen dürfen, und das mit 4% weniger Marge


T. Marx

04.11.2015 - 10:11 Uhr

Guten Tag Herr Kasper, Herr Waraki und Herr A. Schmu,im Rahmen meiner Studienarbeit verfolge ich dieses Thema derzeit intensiv mit. Gesprächspartner wie Sie, die solche Abkommen kritisch hinterfragen, würden mir sehr weiterhelfen, um auch die Nachteile zu beleuchten.Besteht die Möglichkeit, mit Ihnen in Kontakt zu treten?Über eine kurze Rückmeldung, gerne auch an meine Mail-Adresse (marx.timo@web.de) wäre ich sehr dankbar.Mit freundlichen GrüßenTimo Marx


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