Die gute Autokonjunktur hat 2011 im Kfz-Gewerbe für eine deutliche Entspannung an der Pleitefront gesorgt. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, meldeten die deutschen Amtsgerichte 938 Insolvenzen im Wirtschaftsbereich "Kfz-Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz". Das waren 17,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. 250 Verfahren wurden mangels Masse abgewiesen.
Doch bereits zum Jahresende gab es sichtbare Bremsspuren: Nach einem schwachen November (wir berichteten) war auch der Dezember von steigenden Insolvenzzahlen geprägt. Im letzten Monat 2011 standen 98 Autohäuser und Werkstätten vor dem Aus und damit 12,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Das Plus geht komplett auf das Konto der Servicebetriebe: In diesem Bereich schnellten die Insolvenzen um mehr als ein Drittel auf 39 Fälle in die Höhe. Die Händler bewegten sich mit 42 Pleiten exakt auf dem Niveau des Dezembers 2010.
Zu dem kräftigen Rückgang im Gesamtjahr trug den Angaben zufolge vor allem der Autohandel bei: 445 Unternehmen gaben hier im vergangenen Jahr vorläufig oder endgültig auf – ein Minus von 22,5 Prozent im Vergleich zu 2010. Bei den Werkstätten waren im vergangenen Jahr 338 Betriebe zahlungsunfähig (minus 11,3 Prozent).
Die Zahl der von den Brancheninsolvenzen betroffenen Mitarbeiter halbierte sich auf insgesamt 3.056 Beschäftigte. Etwas mehr als 463 Millionen Euro standen bei den Gläubigern im Feuer, nach 685 Millionen Euro in 2010. Zum Vergleich: Im Krisenjahr 2009 beliefen sich die voraussichtlichen Forderungen noch auf 2,7 Milliarden Euro.
Besser als der Trend
Damit hat sich die Kfz-Branche besser als der bundesweite Trend entwickelt. Die Statistiker wiesen für das vergangene Jahr insgesamt 30.099 Unternehmensinsolvenzen (minus 5,9 Prozent) aus. Auch die Zahl der Verbraucherpleiten ging zurück – um 5,1 Prozent auf 103.289 Fälle. (rp)