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KBA: Deutscher Automarkt mit Fehlstart

Lediglich ein Drittel der Neuzulassungen gingen im Januar auf das Konto von Privatkäufern.
© Foto: Fotolia

Laut Statistik kamen im Januar 192.090 Pkw neu auf die Straßen – das waren 8,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Vor allem Privatkunden scheuten den Besuch beim Händler.


Datum:
04.02.2013
4 Kommentare

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Der deutsche Automarkt ist schwach aus den Startlöchern gekommen. Im Januar wurden nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) 192.090 Pkw neu in den Verkehr gebracht. Das waren 8,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Der Anteil der privaten Halter sei mit 33,9 Prozent auffallend niedrig gewesen, teilten die Statistiker am Montag in Flensburg mit.

Der Verband der internationalen Kfz-Importeure (VDIK) hält trotzdem an seiner Jahresprognose von über drei Millionen Pkw-Neuzulassungen fest. "Die aktuelle positive wirtschaftliche Entwicklung sollte sich in den kommenden Wochen auf das Konsumverhalten und damit auch auf den Pkw-Markt übertragen", sagte VDIK-Präsident Volker Lange in Bad Homburg. Der Anteil der ausländischen Hersteller lag im Januar bei 35,2 Prozent.

Ein Sprecher des Deutschen Kfz-Gewerbes wertete die Zahl der Neuwagen als "ersten Indikator dafür, dass sich die Entwicklung in diesem Geschäftsfeld unterhalb des Vorjahresniveaus bewegen werde". Der Verband geht 2013 von weniger als drei Millionen Neuzulassungen aus. Im vergangenen Jahr waren die Verkäufe um knapp drei Prozent auf etwas weniger als 3,1 Millionen Autos gesunken (wir berichteten).

Zu Jahresbeginn waren SUV (plus sechs Prozent) und Geländewagen (plus 9,3 Prozent) erneut stark gefragt. Die Minis legten sogar um 11,5 Prozent zu. Dagegen erwiesen sich große Autos als Ladenhüter: In den Segmenten Obere Mittelklasse, Oberklasse und Großraum-Vans wurden Rückgänge von mehr als 30 Prozent beobachtet.

Erstmals gab es laut KBA mehr Neuwagen mit Diesel- (50,2 Prozent) als mit Benzinmotor (48,2). Auch der Anteil der alternativen Antrieb nahm zu – wenngleich auf niedrigem Niveau. Mit reinem Elektromotor wurden 362 Pkw registriert, mit Hybrid 1.768 Pkw. Außerdem wurden 364 Pkw mit Erdgas und 583 mit Flüssiggas neu zugelassen.

Starker Auftakt für deutsche Premiummarken

Gegen den Branchentrend entwickelten sich die Neuanmeldungen von Mercedes-Benz (plus 3,1 Prozent), BMW (plus 10,6 Prozent), Smart (plus 10,9 Prozent) und Porsche (plus 13,2 Prozent). Audi stagnierte auf Vorjahresniveau. Hohe Einbußen mussten indes Ford (minus 32,2 Prozent) und auch VW (minus 13,3 Prozent) verkraften. Opel schlug sich mit minus 5,9 Prozent relativ wacker.

Bei den Importmarken ging es für Seat (plus 26,5 Prozent) und Mazda (plus 17,1 Prozent) steil nach oben. Eine positive Monatsbilanz wiesen unter anderem auch Jaguar, Jeep, Land Rover und Skoda auf. Weit unter Vorjahresniveau lagen hingegen Lancia (minus 64 Prozent) und Lexus (minus 62,8 Prozent). Kaum besser sah es für Alfa Romeo (minus 49,1 Prozent), Mitsubishi (minus 43,3 Prozent) und Suzuki (minus 35,8 Prozent) aus. Auch die großen Fabrikate Peugeot, Toyota und Hyundai verloren zweistellig.

Deutlich besser liefen zu Jahresbeginn die Geschäfte mit Gebrauchtwagen. 574.066 Pkw-Besitzumschreibungen bedeuteten ein Plus von 7,4 Prozent im Vergleich zum Januar 2012. (rp)

Weitere Details sind unten in der Downloadbox abrufbar.

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KOMMENTARE


E.Kühlwetter (wallibelli)

04.02.2013 - 13:37 Uhr

Wen wundersts? Der drastische Anstieg der Hersteller- und Händlerzulassungen aus dem letzten Quartal 2012 muss erst mal abfließen, bevor neuer Nachschub angemeldet werden kann. Die stark gestiegenen Besitzumschrieben sind eindeutiges Indiz dafür. Das kann sich noch bis Ostern hinziehen. Der Privatkunde weicht immer mehr auf rabattierte Tages- bzw. Kurzzulassungen oder junge Gebrauchte aus. Die noch vorhandenen Neuwagenkäufer nutzen zunehmend die Schnäppchen im Internet. Dort wird z.B. der neue Seat Leon mit 25% Nachlass angeboten. Firmen bekommen noch mehr. Drei von vier Privatkunden-Neuwagenkäufer fahren weniger als 8000 km im Jahr. Dann wird die Anschaffung eines Neuwagens zum ökonomischen Schwachsinn. Mann muss sich das mal vorstellen: Bei einer Durchnittsgeschwindigkeit von ca. 45 km/h, wie sie für diesen Kundenbereich anähernd zutrifft, steht das Auto über 23,5 Std. am Tag nutzlos rum. Das schreit geradezu nach Carsharing.


Wolfgang Taucher

04.02.2013 - 13:52 Uhr

Der Markt denkt mit...


Michael Kühn

04.02.2013 - 17:09 Uhr

... es ist irgendwie bemerkenswert !!! - Da gibt es hier seit langer Zeit Insider (innen) mit einem realistischen Blick für Zusammenhänge, wie z. B. Hr. Kühlwetter, auch ich und noch viele Andere, die bereits des Öfteren, konkret die zukünftigen u. zwangsläufigen Entwicklungen zur Diskussion stellten und ? - was passierte -? man machte weiter, wie bisher + "wundert" sich heute...Eine ähnliche Kosten/Nutzen-rechnung stellte ich im Zusammenhang mit Leasing/Finanzierungs-Angeboten der Herstellerbanken auf + kam hierbei, mit unterstellten 22-23 Std. Standzeit auf ein Ergebnis, welches nur einem privaten Image dienen kann, und erst einmal bezahlt werden will !!- Auch, wenn ich mich wiederhole, den Wertverlust oder das Image eines Neuwagens muß man sich "leisten können". Es fehlt in großen Teilen an dem entsprechenden Nettoeinkommen !!! - Man betrachte sich den eff. Kaufkraftverlust bei "normalen" Haushaltseinkommen und nicht die "Superguthaben" in der Statistik/pro Einwohner..., welche ausschließlich von einigen Wenigen jede Auswertung in Frage stellen !!


Ralf Will

04.02.2013 - 19:05 Uhr

Oha geht etwa dem Deutschen die Kohle aus,der böse Verbraucher streikt er?Da gibts vom Rollifahrer bestimmt kurzfristig eine Abwrackprämie,das machen die Lobbyisten dem schon klar-da warten die Kunden drauf- wennnoch was übrig ist im Portmonai,dann wirds bestimmt für ein überteuertesAuto ausgegebnen.Alle Jahre mehr,mehr,mehr verkaufen !!!!Der erste Rücksetzer deutet sich merklich an,der weitere wird im laufedes Jahres kommen und der wird bitter für alle Autoändler&Hersteller.Da nützen dann keine geschönten Propagandazahlen mehr,den Tricksern und Verkaufszahlentäuschern wird die Wahrheit dann einholen.


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