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Leser fragen – Herke antwortet: Ihr Zugang zur Finanzwelt

AUTOHAUS-Finanzexperte Martin-Dieter Herke
© Foto: AUTOHAUS Online

Unternehmensberater Martin-Dieter Herke gibt wieder Tipps rund um Banken, Kredite und Finanzierungen. Das Thema der aktuellen Ausgabe von "Leser fragen – Herke antwortet": der Cap-Kredit.


Datum:
20.06.2011
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Unternehmensberater Martin-Dieter Herke, Autor des monatlichen AUTOHAUS-Zinsspiegels, ist wieder mit wertvollen Tipps rund um Banken, Kredite und Finanzierungen am Start. Das Thema der aktuellen Ausgabe von "Leser fragen – Herke antwortet": der Cap-Kredit.

Frage: Sie schreiben, dass wir damit zu rechnen haben, dass die Zinsen im Laufe dieses Jahres steigen werden. Was kann ich tun, um die dann auf mich zukommenden höheren Kosten zu vermeiden?

Antwort: Sie haben eine Möglichkeit. Vereinbaren Sie mit Ihrer Bank einen Cap-Kredit. Bei dieser Finanzierung können Sie eine Zinsobergrenze festlegen, die nicht überschritten wird, so dass Sie vor weiteren Zinssteigerungen geschützt sind.

Ein Beispiel: Sie nehmen ein Darlehen über 100.000 Euro zum Zinssatz von fünf Prozent p.a. und zehn Jahren Laufzeit auf. Der Zinssatz ist variabel, das heißt er kann sich entsprechend der Entwicklung am Kapitalmarkt sowohl nach unten als auch nach oben verändern. Gleichzeitig sagt Ihnen die Bank zu, dass Ihr Zinssatz nicht über sechs Prozent steigen wird. Für diese garantierte Zinsobergrenze berechnet sie Ihnen eine Cap-Gebühr von beispielweise einmalig zwei Prozent der Darlehenssumme. Steigen die Zinsen, erhöht sich auch Ihr Zinssatz, jedoch nur bis maximal sechs Prozent. Steigt der Zinssatz darüber hinaus, bleibt Ihr Zinssatz stehen. Sie zahlen maximal sechs Prozent, auch wenn die Kapitalmarktzinsen deutlich höher steigen.

Die Konditionen eines solchen Cap-Kredits können Sie mit Ihrer Bank frei vereinbaren. Die Höhe der Cap-Gebühr richtet sich nach der Höhe des aktuellen Zinssatzes, der Höhe des festgelegten Höchstzinssatzes, der Kreditlaufzeit und der Schwankungsbreite, die Sie mit der Bank ausmachen. Liegt der aktuelle Zinssatz beispielsweise bei 5,5 Prozent, und Sie vereinbaren einen Höchstzinssatz von sechs Prozent ist die Cap-Gebühr naturgemäß höher, als wenn Sie einen Höchstzinssatz von acht Prozent festlegen würden.

Der Zins-Cap lässt sich am besten mit einer "Zinsversicherung" vergleichen. Gegen die Zahlung einer Prämie "versichern" Sie einen Kredit dergestalt, dass der Zinssatz, den Sie dafür zu zahlen haben, eine bestimmte Obergrenze nicht übersteigt. Als Käufer eines Cap erhalten Sie die Garantie, dass Ihr Zinssatz die festgelegte Obergrenze nicht übersteigt. Steigt der Zinssatz über die Obergrenze hinaus, zahlt Ihnen der Verkäufer des Cap die Differenz.

Sie können nicht nur via "Cap" eine Zinsobergrenze festlegen, sondern mit einem "Floor" (Boden) auch eine Zinsuntergrenze definieren. Vereinbaren Sie Cap und Floor, sprechen die Banker von einem "Collar" (dt.: Kragen), d.h. Sie legen eine Bandbreite fest, innerhalb derer der Zinssatz schwanken kann.

Zins-Cap auch für bestehenden Kredit

Sie können einen Zins-Cap auch losgelöst von einer konkreten Finanzierung vereinbaren. Das bedeutet, dass Sie nicht unbedingt einen Cap mit der Neuaufnahme eines Kredits verbinden müssen, sondern auch für einen bestehenden Kredit zu einem späteren Zeitpunkt einen Cap vereinbaren können. Dies muss auch nicht bei der Bank geschehen, die Ihnen den Kredit zur Verfügung gestellt hat, sondern kann bei jeder anderen Bank vorgenommen werden.

Sinken die Zinsen, können Sie aus Ihrem Darlehensvertrag jederzeit mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten aussteigen. Sie zahlen Ihr Darlehen mit dem variablen Zinssatz zurück und nehmen ein Darlehen in gleicher Höhe mit einem – niedrigeren – Festzinssatz auf. Die Cap-Gebühren hätten Sie in diesem Fall allerdings verloren.

Brennen Ihnen auch Finanzfragen auf den Nägeln? Dann schicken Sie Martin-Dieter Herke einfach eine E-Mail: info@unternehmensberatung-herke.de

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