Leser fragen – Herke antwortet: Ihr Zugang zur Finanzwelt

16.04.2009 11:48 Uhr
Martin-Dieter Herke

Die Themen der siebten Ausgabe von "Herke antwortet": Finanzprobleme und Abwrackprä-mie, Plananpassung – Ja oder Nein?, EZB-Leitzinssenkung sowie monatliche BWA-Vorlage.

Unternehmensberater Martin-Dieter Herke, Autor des monatlichen AUTOHAUS-Zinsspiegels, ist wieder mit wertvollen Tipps rund um Banken, Kredite und Finanzierungen am Start. Die Themen der siebten Ausgabe von "Herke antwortet": Finanzprobleme und Ab-wrackprämie, Plananpassung – Ja oder Nein?, EZB-Leitzinssenkung sowie monatliche BWA-Vorlage. Aufgrund der Abwrackprämie haben wir einen weit über unseren Planungen liegenden Absatz bei Neufahrzeugen. Ich habe aber Bedenken, dass unsere Liquidität reicht, wenn es zu den Auslieferungen kommt. Dann müssen wir die Fahrzeugbriefe ablösen und bekommen das Kundengeld erst einige Tage später. Das wird zu Engpässen führen. Haben Sie einen Rat-schlag, wie das zu lösen ist? Sie haben Recht, da entsteht in vielen Fällen ein Finanzierungsproblem. Besprechen Sie diese Entwicklung frühzeitig mit Ihrer Bank. Ermitteln Sie wie viel Liquidität Sie höchstwahr-scheinlich mehr benötigen, um die Fahrzeuge pünktlich auszuliefern. Ich habe bei meinen Beratungen in jüngster Zeit mit mehreren Banken Vereinbarungen dahingehend treffen kön-nen, dass den Autohäusern eine zeitlich befristete höhere KK-Linie eingeräumt wurde. Dies sollten Sie aber mit einem Liquiditätsplan belegen, damit die Bank Ihren Bedarf nachvollzie-hen kann. Ein anderer Weg, der unter Umständen auch gangbar ist: Die Bank räumt Ihnen eine fahrzeugbezogene Vorfinanzierung ein und ermöglicht auf diesem Wege eine reibungs-lose Abwicklung. Eine alte Weisheit: Mehr Umsatz bedeutet in den meisten Fällen, dass Sie auch mehr Liquidi-tät benötigen. Wir hatten für unseren Betrieb eine sehr vorsichtige Planung für das laufende Geschäfts-jahr erstellt. Jetzt liegen wir jedoch deutlich über den ursprünglichen Planwerten. Raten Sie weiterhin auf der vorsichtigen Seite zu bleiben oder sollten wir eine Anpassung auf höherem Niveau vornehmen? Wenn Sie das gesamte wirtschaftliche Umfeld anschauen (Auftragseinbrüche, Kurzarbeit, steigende Arbeitslosenzahlen usw.), dann ist nicht davon auszugehen, dass sich die Konjunk-tur schnell wieder erholen wird. Im Gegenteil: Wir werden höchstwahrscheinlich einen stark ausgeprägten Abschwung durchleben. Blieben Sie auf der vorsichtigen Seite und realisieren Sie alle Einsparungen, die Sie sich vorgenommen haben. Vor allen Dingen: Sichern Sie sich die notwendigen Kreditlinien. Die Banken werden auf absehbare Zeit nicht großzügiger bei Kreditzusagen sein.

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