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Marktanalyse: Herstellerzulassungen auf Rekordniveau

Deutsche Autobauer werden zunehmend ihre eigenen Kunden.
© Foto: VW

Der deutsche Pkw-Markt war im vergangenen Jahr stabil. Allerdings auch, weil die Industrie immer mehr Autos selbst abnimmt.


Datum:
20.01.2015
6 Kommentare

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Knapp jeder zehnte Neuwagen ist 2014 in Deutschland auf einen Autohersteller zugelassen worden. In absoluten Zahlen waren es laut AUTOHAUS Neuzulassungsdatenbank 297.268 Fahrzeuge. Nach Berechnungen des Center of Automotive Research (CAR) bedeutet die Quote von 9,8 Prozent einen neuen Rekord. Im Vorjahr lag die Zahl noch bei 9,2 Prozent (270.321 Einheiten), 2005 gar erst bei 5,1 Prozent.

In der Regel handelt es sich bei den Herstellerzulassungen um Dienstwagen oder Mitarbeiterfahrzeuge mit besonders günstigen Konditionen; nach kurzer Zeit landen die Autos als junge Gebrauchte dann auf dem freien Markt. Die höchste Quote haben die deutschen Hersteller – allein, weil sie über größere Organisationen verfügen als die Importmarken.

So wurde im Jahr 2014 mehr als jeder fünfte VW (21,7 Prozent) und Porsche (21,4 Prozent) auf die Unternehmen zugelassen. Beide Marken erhöhten damit ihre Eigenzulassungen kräftig (siehe auch Tabelle unten). Es folgten Audi, Mini, BMW und Mercedes-Benz – jeweils mit zweistelligen Werten. Allen Marken gemein ist zudem, dass der Eigenzulassungsanteil im Vergleich mit 2010 deutlich gestiegen ist.

Faktor Mitarbeiter-Leasing

Bei Deutschlands Branchenprimus Volkswagen sieht man die Entwicklung entspannt. "Fast alle dieser Fahrzeuge entfallen aufs Mitarbeiter-Leasing", sagte ein Sprecher. Das gelte gerade auch für das VW-Modell mit der höchsten Zahl an Zulassungen auf den Hersteller, den Golf. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) rechnete im abgelaufenen Jahr 81.529 der 255.044 Golf-Zulassungen dem Unternehmen zu.

Auch bei Opel verwies ein Sprecher auf das Modell der geleasten Mitarbeiterfahrzeuge; der Rüsselsheimer Autobauer hat an den Herstellerzulassungen einen relativ geringen Anteil von 9,3 Prozent. Er wird nur noch von Lexus (7,6 Prozent), Ford (4,3) und Smart (3,0) unterboten.

Grundsätzlich hatte 2014 die Zahl der Zulassungen von Neuwagen im gewerblichen Bereich (Hersteller, Händler, Flotten, Autovermieter) um 5,8 Prozent zugelegt. Bei Privatkunden gab es dagegen ein Minus von 1,9 Prozent gegenüber 2013. In der Jahresbilanz stehen insgesamt 3,04 Millionen Neuwagen (plus 2,9 Prozent). (rp/dpa)

Die Automarken mit den meisten Herstellerzulassungen 2014 (Quelle: KBA)

1. VW – 142.455 Neuwagen (2013: 121.217)
2. Audi – 43.578 Neuwagen (43.054)
3. Mercedes-Benz – 27.428 Neuwagen (26.712)
4. BMW – 27.140 Neuwagen (25.063)
5. Opel – 20.361 Neuwagen (17.737)
6. Ford – 8.992 Neuwagen (10.334)
7. Porsche – 5.210 Neuwagen (3.940)
8. Skoda – 4.819 Neuwagen (4.096)
9. Mini – 4.007 Neuwagen (4.033)
10. Seat – 1.860 Neuwagen (1.749)



Alle Details zum deutschen Automarkt bietet Ihnen Monat für Monat die AUTOHAUS Neuzulassungsdatenbank! Magazin-Abonnenten steht eine exklusive Recherche nach Teilmärkten, Bundesländern, Kraftstoffen, Farben und Hubräumen zur Verfügung.

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KOMMENTARE


nicam

20.01.2015 - 13:01 Uhr

Ich lach mich ja schlapp, die deutschen Hersteller, allen vorran VW haben nur so viel HEZ weil sie große Organisationen sind.... Am übertrieben hohen Preis kann es also nicht liegen das ALLE Hersteller ihre Fahrzeuge mit Sondertarifen günstiger halten müssen?


Michael Kühn

20.01.2015 - 15:23 Uhr

tssss; und dann wundert man sich über zuwenig NW-Verkäufe ?! Leute, Leute, wie bescheuert muß man denn noch sein, um die Zusammenhänge zwischen Tages-zulassungen/JW/Dienstwagen, usw. und den NW-Verkäufen nicht zu erkennen. (gewöhnliche Leasingrückläufer einmal ausgeklammert) - Hersteller und Importeure sägen dadurch an dem Ast, auf dem sie sitzen, Tssss --- Faktor : Mitarbeiter-Leasing; eigentlich eine sinnvolle Geschichte, denn jedes Fzg., von einem Mitarbeiter geleast/gefahren = Imagegewinn, im allg. Straßenbild + auch nicht zuletzt eine Art von Mitarbeitermotivation, bei Sonderkonditionen. Aber auch diese Fzg. wollen/müssen zusätzlich vermarktet werden, neben den gewöhnlichen/bekannten Ex-Mietern, sowie den gewerblichen Zulassungen der großen Fuhrparks bei diversen Firmen... ! Zeitgleich wird das Car-Sharing weiter ausgebaut, so dass ein Zweitwagen immer seltener erforderlich sein wird. - Ich frage mich, wie das alles gehen kann, in einem gesättigten Markt, z.B. in "Zombie-Deutschland/Europa ? Bei gleichzeitigen sehr suspekten Arbeitsverträgen (Befristung/Planungsunsicherheiten/Zeitarbeit usw.) bei den geburtenschwachen Jahrgängen ??? Da kann auch kein "selbstfahrendes" Auto die negative Entwicklung stoppen. mit nachdenklichem Grüßle MK


Jochen S.

20.01.2015 - 16:35 Uhr

Ja ja, ich dachte diese Zulassungen sollten 2014 eher abnehmen? Auffällig ist, dass drei "Premium" Marken unter den ersten vier sind. Das sollte zu denken geben!


Jörg Herrmann

20.01.2015 - 17:07 Uhr

Das generelle Problem besteht doch darin, dass alle Hersteller damit sofort in die Neuwagen-Sortimente der eigenen Händlerschaft eingreifen! Und innerhalb Jahresfrist kommt das Mitarbeiter-Leasing-Modell wieder in den Markt zurück und konkurriert mit dem Neuwagen im Schaufenster! Der engagierte Handel könnte auch ohne die 297.288 Autos gut leben und seine für teures Geld abgenommenen Neuwagen vor Ort zu auskömmlichen Preisen verkaufen!


klaus voss

21.01.2015 - 07:11 Uhr

Preise senken,anders geht es nicht,bei dem geringen Durchschnittseinkommen,


Derek Finke

21.01.2015 - 10:40 Uhr

Sind Hersteller und Handel überhaupt daran interessiert, diese Politik der Kurzzulassungen aufzugeben? Haben sich nicht auch die meisten Händler längst damit arrangiert und machen gute Geschäfte damit? Die Langversion meiner Gedanken habe ich hier verfasst: http://bit.ly/15xfSRW


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