Millionen-Hilfen: BMW springt Händlern zur Seite

15.12.2008 06:42 Uhr
BMW-Vertriebschef von Sahr will keine Subventionen in der Fläche.
© Foto: BMW Group

Der weiß-blaue Autobauer stellt seinen Vertriebspartnern ein Förderprogramm mit einem Volumen in mindestens dreistelliger Millionenhöhe in Aussicht, wenn sie möglichst viele Fahrzeuge verkaufen.

Nach Mercedes-Benz und Volkswagen (wir berichteten) will auch BMW seinen deutschen Vertreibspartnern in der aktuellen Absatzkrise mit einem eigenen Förderprogramm unter die Arme greifen. Das Programm werde ein Volumen in mindestens dreistelliger Millionenhöhe erreichen, sagte ein BMW-Sprecher am Samstag in München und bestätigte damit einen Bericht der „Wirtschaftswoche“. Die Händler sollen finanzielle Hilfen und leistungsabhängige Boni erhalten, wenn sie möglichst viele Autos verkaufen. Bei BMW waren die Verkaufszahlen im November um mehr als ein Viertel eingebrochen. Um die Produktion zu drosseln, schickt der Autobauer seine Beschäftigten in diesem Jahr in verlängerte Weihnachtsferien. Der Hersteller sicherte im Rahmen des Förderprogramms für die Händler zu, die Finanzierungszinsen im Geschäft mit dem Endkunden bei 3,9 bis 4,9 Prozent zu belassen - selbst dann, wenn die Zinsen sonst wieder steigen sollten. Durch das Programm, das Deutschland-Vertriebschef Philipp von Sahr erarbeitet hat, sollen vor allem erfolgreiche Händler unterstützt werden. "Wir subventionieren nicht flächendeckend oder führen Händler am Tropf durch die Krise", sagte er dem Magazin. Ziel sei es vielmehr, die Händler zu fördern, die aktiv ihren Markt bearbeiteten. Nur Händler, die 2009 mindestens 80 bis 90 Prozent des Vorjahresabsatzes erreichen, sollten den Top Bonus bekommen. (dpa)

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KOMMENTARE

habanos

15.12.2008 - 11:53 Uhr

das klingt mehr nach drohung, als nach echter hilfe.


olaf

15.12.2008 - 13:53 Uhr

Freut einen über soviel Hilfsbereitschaft zu lesen. Die Händlerbetriebe werden jetzt sicher nicht aufatmen und auch nicht über den Berg sein. Was wird den eigentlich mit den Servicebetrieben die ein Markenlabel tragen? Springt denen auch jemand zur Seite? Ein Anfang wäre der zügige Ausgleich von Forderungen für Garantiearbeiten. Ich möchte mal erleben was mit meinem Betrieb passiert, wenn ich meinem Hersteller zu verstehen gebe, das ich ihn nicht bezahle weil ich zu wenig Personal habe die alles abarbeiten kann. Nee, kein schlechter Scherz, höre ich seit Wochen. Schönes Fest.


Tom

15.12.2008 - 15:52 Uhr

Es hört und liest sich wunderbar aber dies ist komplett an der Realität vorbei und viel zu spät auch noch.BMW ist leider bei Entscheidungen nicht mehr FÜHREND sondern ...nur noch mittelmaß...!!


Meier

15.12.2008 - 18:44 Uhr

25% Absatzrückgang, aber der Händler soll nur 10% weniger verkaufen? Großartig, Herr von Sahr.


Bili

15.12.2008 - 20:21 Uhr

BMW sollte so langsam auch einmal zur Vernunft kommen. Mehr Absatzdruck fördert auch "mehr Nachlass" geben zu müssen, nur um einen TOP-Bonus zu erreichen!? Und was nützt diese "unterm Strich" der maroden BMW-Renditesituation im Handel? Es hätte uns auch stark gewundert, wenn von BMW einmal eine vernünftige Maßnahme auferlegt werden würde. Bestimmt müssen die Händler im Vorfeld erst einmal 10% vom Lieferplan als Lagerfahrzeuge abnehmen, um an dieser Aktion überhaupt teilnehmen zu dürfen. Umsatz ist nicht gleich Rendite. Wir beleiben (an)gespannt. Frohe Weihnachten! Frohe Weihnachten!


Julia

16.12.2008 - 08:46 Uhr

Das ist ja keine Hilfe für Händler, denen es schlecht geht, was hier passiert. Die großen Händler werden immer mehr unterstützt und die kleinen lässt man über die Klinge springen. Das hat BMW schon seit vielen Jahren gemacht und das Ergebnis sind riesige Händler, die die Kunden weit weniger zufriedenstellen als die kleinen von früher. Wann wird man hier endlich mal umdenken??


Markus

17.12.2008 - 13:24 Uhr

Ich denke ich habe den Gedankengang vervollständigt. Die Händler sollen NUR DANN finanzielle Hilfen und leistungsabhängige Boni erhalten, wenn sie möglichst viele Autos verkaufen.


Ulrich

19.12.2008 - 08:10 Uhr

Genickbruch oder Überlebenschance ??? Nach Family and Friends sollte doch eigendlich mal die "Point of Sales" Landschaft in Deutschland sichtlich gestärkt werden. Oder meinen die Herren des Managements, das kleinere Händler in ländlichen Bereichen an Ihre angestammten Kunden nicht in der Lage wären auch andere Marken zu platzieren ?? Blau/Weiss, wenns auch schwer fällt, ist nicht das Mass aller Dinge und Achtung auch eher nicht mehr gut und profitabel zu vermarkten. Sorry, hier wurden von manchen Herren die Zeichen der neuen Zeit glaube ich ein wenig falsch verstanden und gedeutet.


Tim

23.12.2008 - 18:22 Uhr

@ Ulrich: BMW ist Weiss/Blau! ;-) Es muss gekämpft werden und bei BMW eben auch. Das die kleineren Händler benachteiligt sind glaube ich nicht. Es kommt eben drauf an seine vorgegebenen Stückzahlen zu erreichen. Nicht mehr und nicht weniger. Und das die großes einen Vorteil haben sehe ich auch nicht. Siehe Hammer in Köln. 2.000 Neuwagen im Jahr und trotzdem insolvent. Hier hat wohl das Management versagt, denn die Einkaufskonditionen waren sicherlich die günstigsten die BMW anzubieten hat. Frohe Weihnachten!


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