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Mitgliederversammlung: Seat-Händler fordern Marscherleichterung

Jürgen van Kolck: "Der Importeur stellt hohe Forderungen an die Händler, ohne diese ausreichend zu vergüten."

Seat will seine Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich steigern. Die Händler fühlen sich aber durch zu komplizierte Verkaufsförderungsprogramme und den neuen Leistungs- und Volumenbonus überfordert.


Datum:
27.06.2012
Autor:
<br>Von Doris Plate
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"Das Verhältnis zwischen Hersteller und Händler ist anstrengender geworden." Mit diesen Worten brachte Seat-Händlerbeirats-Präsident Jürgen van Kolck anlässlich der Mitgliederversammlung seiner Organisation am Mittwoch in Mörfelden die derzeitige Stimmung im Netz auf den Punkt. "Der Importeur stellt hohe Forderungen an die Händler, ohne diese ausreichend zu vergüten", so van Kolck weiter.

Hintergrund ist die Vorgabe von Seat Deutschland, die Zulassungen in diesem Jahr nochmals im Vergleich zum bereits stark gesteigerten Vorjahresergebnis um 30 Prozent zu erhöhen. Dies geht einher mit sehr komplizierten Verkaufsförderungsprogrammen, die zwar erfolgreich sind, den Disponenten in den Autohäusern aber erheblich zu schaffen machen. Hinzu kommt, dass die Verkäufer unter den Softwareproblemen des neuen Verkäuferarbeitsplatzes ISA leiden.

Van Kolck forderte, dass Seat zu einfacheren Verkaufsprogrammen, die auf "einen Bierdeckel passen", zurückkehren sollte. Auch der neue Leistungs- und Volumenbonus, der für die Händler nach eigenen Angaben durchschnittlich zwei Prozent weniger Marge bedeutet, wurde vom Verband klar abgelehnt, weil die geforderte Steigerung zu hoch sei. Seat hat sich darüber aber einfach hinweggesetzt und den neuen Leistungs- und Volumenbonus trotzdem eingeführt.

Händlerrendite bei durchschnittlich 2,1 Prozent

Bei seiner Präsentation in Mörfelden bekräftigte Seat Deutschland-Geschäftsführer Manfred Kantner die ehrgeizigen Volumenziele des Herstellers und sah die Organisation auch auf dem richtigen Weg. "Der Auftragsbestand ist per Ende Mai im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent gestiegen." Auch die durchschnittliche Umsatzrendite der Händler liege mit 2,1 Prozent 0,3 Prozentpunkte über dem Vorjahr. Bei den Privatverkäufen diagnostizierte er eine "sehr, sehr positive Entwicklung". Im gewerblichen Bereich und bei der Kundenzufriedenheit der Händler sah er noch Handlungsbedarf.

Im gewerblichen Bereich will Seat deswegen unter anderem mit einer Verbesserung der Leasingraten nachhelfen. Die Volumenzuwächse sieht Kantner durch die Einführung vieler neuer Modelle in den nächsten zwei Jahren gerechtfertigt. "In den nächsten fünf Quartalen kommt der Leon Fünftürer, Ibiza Cupra, der Toledo, der Leon Dreitürer und der Leon Kombi."

Zur Kritik an den komplizierten Verkaufsprogrammen meinte der Deutschland-Chef: "Wir müssen Ihnen das Leben so einfach wie möglich machen." Kantner gab aber auch zu bedenken, dass der Hersteller unter gewissen Zwängen wie zum Beispiel der Anforderung der Revisionssicherheit stehe. Er versprach gemeinsam mit Vertriebschef Hans-Jürgen Kronenberg, die als nächstes anstehenden Verkaufsprogramme auf mögliche Vereinfachungen zu prüfen. Beim neuen Leistungs- und Volumenbonus zeigte sich Kantner aber erneut unnachgiebig: Er sei gerade erst eingeführt worden und man müsse nun zunächst abwarten, wie er sich auswirken würde.

Neuer Präsident gesucht

Händlerbeiratspräsident Jürgen van Kolck teilte in Mörfelden mit, dass er für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung stehe. Für seine bisherige Arbeit erhielt er von der Versammlung stehende Ovationen. Bei den Regionalwahlen am 16. August müssen die Seat-Händler nun neu wählen und spätestens bei der konstituierenden Sitzung am 28./29. August muss ein neuer Präsident gefunden werden. Dieser kann dann mit der Unterstützung der Abteilung Fabrikate des ZDK rechnen. Sabine Stralucke soll die Ansprechpartnerin für die Händler in der neuen Geschäftsstelle des Seat-Händlerbeirats in Bonn werden.

Ein ausführlicher Bericht folgt in AUTOHAUS 14/15, das am 23. Juli erscheint.


Seat-Händlerbeiratstagung 2012

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