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Neue Verträge: Peugeot-Werkstattnetz vor Umbau

Neue Verträge, neue Standards: Peugeot will die Servicequalität in Deutschland steigern.
© Foto: Peugeot

Neue Verträge mit höheren Standards: Die Löwenmarke will die Servicequalität verbessern. Dazu sollen die Partner fachlich und personell aufrüsten. Bei der Teiledistribution wird auf Direktversorgung umgestellt.


Datum:
04.06.2014
4 Kommentare

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Peugeot Deutschland will sein Vertriebsnetz im Bereich Teile und Service neu ausrichten. Dazu plant die Löwenmarke, die bestehenden Verträge mit Wirkung zum 30. Juni 2016 zu kündigen. Ziel sei es, den für die Kundenzufriedenheit wichtigen Bereich marktkonform zu gestalten, und gleichzeitig die Rentabilität des Netzes zu stärken, teilte der Importeur am Mittwoch mit.

Nachholbedarf sieht Peugeot vor allem beim Fachwissen und der Personalstärke der Werkstattpartner. "Guter Service erfordert Markenkompetenz und ausreichende personelle Kapazitäten. Die neuen Vertragskriterien sichern dies durch klare Vorgaben", sagte Geschäftsführer Marcel de Rycker in Köln.

Der Verband der Peugeot-Partner Deutschlands (VPPD) zeigte sich überrascht von den Plänen. "Wir sind skeptisch, ob die Maßnahmen zu den gewünschten Verbesserungen führen werden", sagte VPPD-Geschäftsführer Herbert Kirst gegenüber AUTOHAUS Online. Das deutsche Servicenetz sei bereits gut aufgestellt, es gebe eine hohe Professionalität, wie der Vergleich mit anderen Ländern zeige. Mit Blick auf die schwierige Situation von Peugeot in Deutschland kritisierte Kirst: "Die Kündigung kommt zur Unzeit. Sie bringt wieder Unruhe ins Netz."

Laut Importeur richten sich die Anforderungen an die Werkstätten künftig nach den Werkstattdurchgängen und dem jeweils definierten Gebietstyp des Betriebs. Hierbei wird unterschieden zwischen ländlichen, städtischen und großstädtischen Standorten. De Ryker: "Die Berücksichtigung regionaler Gegebenheiten sorgt für wirtschaftlich maßvolle Vorgaben, die auch die Kostenseite miteinbeziehen."

"Moderate und sinnvolle Anpassung"

Zu den neuen Standards wollte Kirst nicht Stellung nehmen, da dem Händlerverband noch keine Details vorlägen. Bei den bevorstehenden Verhandlungen mit Peugeot wolle der VPPD allzu große Belastungen für die Betriebe verhindern. "Wir müssen dafür sorgen, dass die Vorgaben moderat und sinnvoll angepasst werden."

Johannes Albrecht, Direktor Netzentwicklung, Training und Qualität, betonte, dass die Partner ausreichend Zeit hätten, sich auf die Erfüllung der neuen Kriterien vorzubereiten. "Spätestens ab dem 1. Juli 2016 treten die neuen Serviceverträge in Kraft. Werden neue Standorte eröffnet, finden die neuen Kriterien dort mit Abschluss des neuen Vertrages direkt Anwendung."

Offen ist, ob sich die Kündigung auf die Größe des Servicenetzes auswirken wird. Kirst: "Das ist schwer zu sagen. Wir müssen sehen, ob alle Betriebe die Investitionen auch stemmen können und wollen." Laut AUTOHAUS-Spezial "Händlernetze 2014" hat Peugeot hierzulande 512 reine Servicepartner. Hinzu kommen 270 Vertriebspartner und 44 Niederlassungen. Die jetzt vorgestellten Maßnahmen sind Teil des PSA-Konzernprogramms "Back in the race". Neuwagenverträge bleiben von den Veränderungen unberührt.

Bessere Teileversorgung, höhere Lieferfrequenz

Auch die Teiledistribution stellt Peugeot auf eine neue Basis: Künftig will der Importeur alle Servicepartner direkt beliefern – mindestens einmal täglich. In Gebieten mit hohem Fahrzeugbestand sei zusätzlich eine zweite Lieferung in Planung, hieß es. Von dem direkten Zugriff auf den Lagerbestand sollen auch die Kunden profitieren. Bisher wurde die Teiledistribution über wenige große Peugeot-Betriebe organisiert, die ihrerseits angebundene Werkstätten bedienten. (rp)

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KOMMENTARE


Löwenhändler

04.06.2014 - 18:05 Uhr

Das klingt nach einem zukunftsgerichteten Konzept.


August Tina

05.06.2014 - 09:30 Uhr

Bin gespannt, ob Peugeot mit den eigenen, hoffnungslos unterbesetzten Filialen mit gutem Beispiel vorangeht.


Michael Kühn

05.06.2014 - 12:47 Uhr

Klingt ja alles schön + "gut"...; - aber für was benötigt man komplett neue Verträge mit neuen "Daumenschrauben"? - moderate+sinnvolle Anpassungen ?? - Der Hersteller sollte zu allererst seine Hausaufgaben machen, um die TÄGLICHE Ersatzteillieferung sicher zu stellen...;erst vor der eigenen Haustür reinigen, bevor man von Anderen etwas fordert. (ich sehe hier ganz klar Paralellen zu anderen Herstellern, bei aktuellen Modellen -LIEFERRÜCKSTAND- Hallo ??? "Wie geht dem" ?


Frank Fehling

05.06.2014 - 18:42 Uhr

FORDERE NICHT DAS WAS DU NICHT SELBST ERFÜLLEN KANNST.


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