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Opel-Gruppe: Autohaus Hofmann will sich sanieren

Das Autohaus Hofmann in Memmingen braucht eine Kapitalspritze.
© Foto: Butch/fotolia.com/AHO-Montage

Die traditionsreiche Opel-Handelsgruppe aus dem Bodenseekreis hat in dieser Woche Insolvenzantrag gestellt. Betroffen sind 230 Mitarbeiter.


Datum:
24.10.2014
13 Kommentare

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Die Autohausgruppe Hofmann hat am vergangenen Dienstag (21. Oktober) beim Amtsgericht Memmingen Insolvenzantrag gestellt. Wie das Handelsunternehmen mitteilte, seien "alle Voraussetzungen einer schnellstmöglichen Sanierung" gegeben. Damit solle der dauerhafte Erhalt der Gruppe gesichert werden. Lokale Medien hatten zuerst über den Fall berichtet.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht den Stuttgarter Rechtsanwalt Rüdiger Weiß. "Das Unternehmen hat sehr gute Sanierungschancen", sagte er gegenüber dem Online-Portal "all-in.de". Der Geschäftsbetrieb gehe uneingeschränkt weiter.

Der Restrukturierungsspezialist will in den nächsten drei Monaten einen Sanierungsplan entwickeln, der anschließend als Insolvenzplan umgesetzt werden kann. Als Grund für die finanziellen Turbulenzen bei Hofmann wurden der Verdrängungswettbewerb und die "anhaltende Umsatzkrise" in der Automobilbranche genannt.

Starke Expansion

Die Autohaus Hofmann KG betreibt in der Region Allgäu, Oberschwaben und Bodensee neun Autohäuser mit insgesamt 230 Mitarbeitern. Der Schwerpunkt liegt auf der Marke Opel, zudem gibt es Verträge mit Seat, Peugeot, Kia, Renault und Dacia. Sowohl die Adam Opel AG als auch die Seat Deutschland GmbH würden die Handelsgruppe weiterhin unterstützen, hieß es.

Gegründet wurde Hofmann bereits 1928. Von 2000 bis 2010 expandierte das Unternehmen durch acht Autohaus-Übernahmen stark. (rp)

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KOMMENTARE


HGS

24.10.2014 - 19:04 Uhr

War genauso zu erwarten!


Leser

25.10.2014 - 07:39 Uhr

Wenn ich heute in der Presse lese der Geschäftsführer Markus Hofmann macht die Rabattschlacht im Neuwagenverkauf für die Schieflage seine Unternehmens verantwortlich kommt mir die Galle hoch.War es doch er und sein Unternehmen, die meinten, mit Dumpingpreisen den Markt aufmischen zu können. (...) Der Arbeitnehmer muss die Suppe auslöffeln.Diese Art von Geschäftsführern sollten sich schämen und nicht noch dummesZeug in der Presse verlauten lassen


Knaus

25.10.2014 - 20:08 Uhr

So geht es wenn man eigentlich das Konzept verloren hat und man immer nur noch mehr dazuhaben möchte und keinen vernüftigen Service mehr anbieten kann. Wie soll ein gelernter Opelarbeiter von heute auf morgen sich plötzlich an Seat, Peugeot, Kia, Renault und Dacia und auch noch Opel perfekt auskennen ?Da bleibt doch was auf der Strecke... und die lieben Arbeiter sind mal wieder die Dummen. Danke an die Hofmann- Gruppe.


Thomas Zisler

26.10.2014 - 12:46 Uhr

Dass bei Hofmann bald der Ofen aus sein soll wundert mich nicht .Service würde ich mit Note mangelhaft beurteilen und lässt zu wünschen übrig die Verkäufer sind nicht richtig geschult ( Verkäufer muss ich alle Daten aus dem Prospekt vom Insignia zusammensuchen taurig ).Ich lobe entgegen fiat ich Fiat dort haben wir dann unseren neuen Geschäftswagen gekauftund sind mit unserem Fiat Fiorino mehr als zufrieden das war das beste was uns je passieren konnte von der Qualität und vom Preis nichts zu meckern. Hoffmann hat es ja nicht nötig ,nach zweimaligen nachfragen immer noch kein Angebot im Haus.da wundert mich die Nachricht von der Insolvenz wirklich nicht.


Blum

27.10.2014 - 14:51 Uhr

Ich glaube nicht an das Sanierungskonzept. Er ist Privat haftbar und zieht lieber die Schlinge aus dem Kopf als dass er später sein Vermögen verliert. Woher soll das Interesse kommen es weiter zu führen. Wer der billigste am Markt ist, ist IMMER ersetzbar. Selbst wenn es weiter geht, wird es in kürzester Zeit wieder in der gleichen Situation sein. Für die 230 Mitarbeiter tut es mir leid. Aber bei dieser Unternehmensgröße und Markenvielfalt kommt mir dies etwas zu wenig vor.Hoffen wir das beste!


BW

28.10.2014 - 14:42 Uhr

Seit Jahren schlechte Personalpolitik und ständiger Wechsel. Schlecht geschultes Personal und das alles ohne richtiges Konzept. Der Kunde war Immer Nebensache... Nur Der Preis zählte. Auf dauer kann das nicht gut gehen. Für mich war es daher keine Überraschung.Geiz ist eben nicht immer Geil. Gute Beratung und guter Service kosten eben auch etwas. Nur mit Reden geht es eben nicht, weder bei den Kunden, noch beim Personal, und schon garnicht bei den Banken. Fakte zählen in der heutigen Zeit.Den Mitarbeitern wünscht man das Beste, dem Unternehmer wünsche ich Einsicht und das er endlich zu seinen Fehlern steht.Ich glaube ­nicht das es weiter geht!


PH

29.10.2014 - 10:07 Uhr

Schade, aber durchaus vorhersehbar.


Axel Bredtmann

29.10.2014 - 17:54 Uhr

Herrlich die Kommentare! Als ehemaliger Mitarbeiter, der das Haus 2009 verließ, weil ich eine andere Vorstellung vom Auto verkaufen habe, als seinerseits die Herren Hofmann und Hartmann, finde ich gerade etwas den Glauben in das System wieder. Nämlich das billig auf Dauer einfach nicht geht und Geiz vielleicht doch nicht ganz so geil ist. Wohlgemerkt beim Verkäufer, wie auch beim Käufer!Wer billig verkauft, verdient kein Geld. Auch nicht über die Masse und Jahresboni. Wer nichts verdient, kann (und will vor allem) nur schlechte Löhne zahlen. Dem Gehaltsniveau angepasst, kaufe ich mir auch die dem entsprechenden Mitarbeiter für das Unternehmen ein. Und dann herrscht völliges Unverständnis vor, wenn dann folgerichtig auch nur schlechte Qualität in der Kundenzufriedenheit dabei heraus kommt. Nachhaltigkeit im Kundenverhältnis erreicht man so zumindest nicht. Und wie der Vorkommentator schon ganz richtig erwähnte, unterliegen wir alle einem ständigen Verdrängungswettbewerb. Jeder versucht ihm auf seine eigene Weise zu begegnen, aber Dumpingpreise aufrufen und sich dann über diese zu beklagen, ist nichts anderes als den Wind säen und den Sturm ernten.Markus, you made my day!


DP aus T.

06.11.2014 - 08:48 Uhr

Ich bin selber GF eines Autohauses und von der Geschäftspolitik des Herrn H. betroffen, bzw. hoffentlich war ich es. Hier wurden Fahrzeuge unterhalb jeglicher Schmerzgrenze an Kunden vor Ort und über das Internet verscherbelt. Darauf angesprochen reagierte Herr H. mit einer unglaublichen Arroganz, die mir und meinen Händlerkollegen den Blutdruck steigen ließ.Ich wünsche keinen Kollegen eine Insolvenz, doch manche haben es nicht anders verdient. Leid können einen nur die Arbeitnehmer tun.Das schlimme ist jedoch, es steht jeden Tag wieder ein Dummer auf !


Beobachter

06.11.2014 - 10:44 Uhr

@DP sie meinten wohl es steht jeden Tag ein Hofmann auf.


DP aus T

08.11.2014 - 08:40 Uhr

@ beobachterDas haben jetzt Sie gesagt :-)Die Realität ist doch diese, dass alle Vertragshändler (Kaufmann/frau), die ihr Neuwagen-Geschäft vernünftig betreiben wollen , unter einer handvoll Preis-Dumping-Händler leiden müssen. Das Ergebnis sehen wir ja alle an unserer Händlerrendite. Mir fällt auf Anhieb auch keine andere Branche ein, die sich selbst dermassen zerfleischt.


The Maker

13.11.2014 - 15:36 Uhr

@DP: Das stimmt. Keine Branche hat so einen hohen Aufwand alles richtig machen zu müssen, um nur annähernd um die 3% UR zu machen. Die Branche ist einfach pervers, jeder arbeitet sich im Vertrieb zu Tode (viele Samstage, lange Abende, Events etc.) und das im Vergleich zu Hungerlöhnen. Und solche Firmen die Preisdumping machen, sorgen dafür.


HB

30.07.2015 - 19:42 Uhr

Soso... die Mitarbeiter haben gekündigt?Wen wundert es denn, bei dem Versagen, dass die Insolvenzverwalter an den Tag gelegt haben? Hier ging es zu keiner Zeit um die Erhaltung oder Sanierung des Unternehmens im Gesamten. Geschweige denn um die Rettung und Erhaltung der Arbeitsplätze. Die Mitarbeiter wurden mit allen Problemen alleine gelassen. Jegliche Kommunikation fehlte. Was dann letztendlich zu einer großen Kündigungswelle führte. Und wieder sind die Herrschaften fein rein. Die Kunden wurden ebenso belogen und vertrieben...... es ging nur darum, wie sich die Herrschaften ihre Taschen füllen konnten. Ein Blick in die Gesichter dieser Herrschaften reichte mir um zu wissen, woran wir sind. Und der GF zieht sich zurück, stellt sich keiner Konfrontation seiner langjährigen und TREUEN Mitarbeiter. Alle sind Schuld nur nicht die Person, die es verbockt hat. Man hat sich den Hintern aufgerissen, Stunden im Betrieb verbracht,... um dann den A****tritt zu bekommen? Das ist der Witz schlechthin. Zumal diese Insolvenz hätte abgewendet werden können, wie ich aus Kreisen der mitbetroffenen Banken gehört habe. Unreif und unerfahren wurde, ohne vorher mit den entsprechenden Leuten zu sprechen, dass Insolvenzverfahren eröffnet. LÄCHERLICH für eine Person, die dachte, solch ein Unternehmen mit solch kurzsichtiger Denkweise langfristig in den schwarzen Zahlen leiten zu können. Es tut mir leid um die Mitarbeiter und um die treuen Kunden... und um mich natürlich auch.


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