Opel: Igedos fordert zum Nachrechnen auf

26.02.2008 12:33 Uhr
Der erste Sprecher von Igedos, Rolf Höschele, betonte: "Wir unterstützen einen bundesweiten Serviceauftritt."
© Foto: Doris Plate/AUTOHAUS

Die neue Inspektions-Offensive des Rüsselsheimer Herstellers sorgt für kontroverse Diskussionen in der Interessengemeinschaft der Opel-Spezialisten. Für die Servicepartner stehe das Risiko eines dauerhaften Ertragsverlusts im Raum, hieß es am Dienstag.

Die Opel-Inspektions-Offensive wurde am Dienstag auf der Tagung der Interessengemeinschaft der Opel-Spezialisten (Igedos) kontrovers diskutiert. Bis zum 29. Februar müssen sich die Betriebe entscheiden, ob sie an der neuesten Aktion der Adam Opel GmbH teilnehmen wollen. Mit Inspektionsangeboten ab 49 Euro will der Hersteller seinem vermeintlichen Hochpreis-Image zu Leibe rücken. Dieses Unterfangen wurde in Gernsheim von der Mehrheit der Anwesenden sehr kritisch betrachtet. Zwei Drittel sprachen sich in einem Meinungsbild gegen die Teilnahme aus. Nur ein Drittel ist bereit mitzumachen. Dabei betonte der erste Sprecher von Igedos, Rolf Höschele: "Wir unterstützen einen bundesweiten Serviceauftritt." Sein Verband wolle sich keineswegs gegen die Aktion aussprechen. "Wir wollen die Marke und dadurch auch unsere Betriebe wieder nach vorne bringen." Die Diskussion zeigte aber, dass angesichts einer Bandbreite bei den Arbeitswerte-Preisen von vier Euro bis 6,50 Euro, das Angebot einen Ertragsverlust von 2.000 bis 6.000 Euro pro Mitarbeiter und Jahr bedeuten kann. Betriebe sollten vor ihrer Unterschrift unbedingt ihre eigenen Berechnungen anstellen, hieß es. "Diktat der Service- und Ersatzteilpreise" Teilnehmer stellten die Frage, warum die Opel-Betriebe mit dem Kampfpreis von 49 Euro sogar noch zehn Euro unter den von Wettbewerber ATU beworbenen Angeboten liegen müssten. Außerdem gebe es Erfahrungswerte aus anderen Organisationen, dass Bestandskunden – das sind bei den Opel-Servicebetrieben 70 bis 80 Prozent – sich angesichts solcher Angebote verärgert darüber zeigten, dass sie bislang offenbar zuviel bezahlt hätten. Der Renditeverlust sei zudem so groß, dass er nicht durch die Gewinnung von Neukunden aufgewogen werden könne. Einige Teilnehmer sahen das Angebot gar als Einstieg in das "Diktat der Service- und Ersatzteilpreise" durch den Hersteller. Außerdem wurde kritisiert, dass nur Partner an der Aktion teilnehmen könnten, die bereit sind, ihre Kundendaten weiterzugeben. Dagegen wehren sich viele Opel-Servicebetriebe seit Jahren. Wie anlässlich der Veranstaltung berichtet wurde, offenbar zu Recht: Betriebe, die die Adressen der Freien Werkstätten, die bei ihnen Ersatzteile gekauft haben, weitergegeben haben, hätten diese Kunden an die so genannten Regionalen Ersatzteillager verloren. (dp) Ein ausführlicher Bericht über die Igedos-Veranstaltungen folgt in AUTOHAUS 5, das am 10. März erscheint.

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