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Partnerverband: Unzufriedenheit im Hyundai-Handel

Kommunikationsprobleme: Verbandspräsident Peter Schumann, Geschäftsführerin Antje Woltermann und Hyundai-Deutschlandchef Markus Schrick.
© Foto: Frank Selzle/AUTOHAUS

Die Vertriebspartner der koreanischen Marke sind verstimmt. Vor allem Kommunikationsprobleme mit der Offenbacher Zentrale und der neue Kundenzufriedenheits-Bonus trüben die Stimmung.


Datum:
19.11.2013
4 Kommentare

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Knapp zwei Jahre nachdem Hyundai die Regie in der deutschen Importeurszentrale übernommen hat, ist die Stimmung in der Händlerschaft eingetrübt. Dies liegt nicht an den guten Marktzahlen: So hat die Marke hierzulande nach zehn Monaten knapp 85.000 Fahrzeuge verkauft (plus 1,1 Prozent) und einen Marktanteil von 3,4 Prozent erreicht. "Das ist eine starke Leistung", sagte Verbandspräsident Peter Schumann bei der Jahreshauptversammlung der Vertragspartner am Samstag in Brühl vor rund 250 Mitgliedern. "Noch verdienen wir Geld mit Hyundai."

Doch das traditionell gute Verhältnis der Händler zum Importeur ist angeschlagen. Mit Sven Köhnen von der Kanzlei Friedrich Graf von Westphalen & Partner hatte der Verband erstmals einen Rechtsanwalt als Berater dabei. "Ein absolutes Novum" nach 21 Jahren Verbandsarbeit, wie Schumann betonte. Eine lange Liste von Themen und viele Wortmeldungen aus dem Plenum machten eines deutlich: Der Gesprächsbedarf ist groß, die Händler sind genervt von den Problemen und verärgert über die Haltung des Herstellers.

Es sei bisweilen schwierig, fristgerechte und verlässliche Aussagen zu bekommen, kritisierte Schumann. Das belaste die Planung in den Autohäusern stark. Schwelende Themen würden zu langsam angepackt. So berichtete der Verband unter anderem von Problemen mit der SAP-Einführung, ausstehenden Prämienzahlungen, langen Lieferfristen bei Santa Fe und H1 sowie Unklarheiten bei Margen- und Bonusfragen. Auch die immer noch hohen Tageszulassungen und EU-Importe standen erneut auf der Agenda.

"Sie haben recht mit Ihren Forderungen", antwortete Hyundai-Deutschlandchef Markus Schrick in Brühl. Es gebe viele Themen, die verbesserungswürdig seien. Aber: "Ich sehe Licht am Ende des Tunnels". Der Manager versprach Lösungen zum Jahreswechsel. Er bat die Vertriebspartner aber auch um Verständnis dafür, dass die deutsche Markenzentrale zuletzt selbst durch schwierige Veränderungen gegangen sei. 49 neue Mitarbeiter seien bereits eingestellt worden. "Wir werden wieder dahin kommen, dass Kunden und Handel an erster Stelle stehen."

Kundenzufriedenheits-Bonus und CI-Anpassungen

Besonders auf den Nägeln brennt den Vertriebspartnern die Berechnung des 2013 eingeführten Kundenzufriedenheits-Bonus. Einem von Verband und Importeur ausgehandelten Kompromiss für eine netzweite Lösung wollte die Mitgliederversammlung keine Empfehlung aussprechen. Autohäuser, die mit der Bonus-Berechnung nicht zufrieden sind, müssen nun ihren Fall bei Hyundai vorbringen. Alle Einzelfälle würden individuell geprüft, hieß es.

Auch für 2014 bleiben Fragen offen. In dieser Woche will der Importeur die Richtlinien und Bonusregelungen für das kommende Jahr vorlegen. Darunter ist auch ein neues Bonussystem für Ersatzteile und Zubehör, das die Händler kritisch sehen. Verbandsgeschäftsführerin Antje Woltermann riet den Mitgliedern, Jahreszielvereinbarungen erst zu unterschreiben, wenn alle Details der neuen Richtlinien bewertet seien.

2014 will Hyundai laut Schrick zudem das gesamte Vertriebssystem "auf den Prüfstein stellen". Zwar schloss er eine Änderung des Händlervertrages und flächendeckend neue CI-Vorgaben für das kommende Jahr aus. Doch werde es CI-Anpassungen geben "für Händler, die investieren möchten". Zudem sind ein neuer Servicevertrag und neue Service-Standards geplant. Auf eine Anpassung der i10-Vertriebsmarge an die aktuellen Standards konnten sich Handel und Importeur bereits einigen. Im Januar kommen die Hyundai-Händler wieder zusammen. Bis dahin soll, so Schrick, vieles wieder so laufen, wie in der Vergangenheit. (se)


Jahreshauptversammlung der Hyundai-Händler

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KOMMENTARE


Gerd Gerresheimer

20.11.2013 - 12:53 Uhr

Dass sich Hersteller aus der Verantwortung schleichen und dem Handel über einen sogenannten Kundenzufriedenheitsbonus/malus steuern wollen, zeugt von einem merkwürdigen Geschäftsverhalten zum ersten Kunden, dem Händler! Beste Lösung wäre eine einheitliche Handelsspanne, unabhängig von der abgenommenen Stückzahl, damit Handel und Hersteller Geld verdienen statt Bürokratiemonster aufzuplustern? Vermeintlich schlechte Händler mit unzufriedenen Kunden schwitzt das System dann schnell automatisch heraus! Und die tüchtigen Händler freuen sich über Zulauf!


Jürgen Sangl

20.11.2013 - 16:11 Uhr

Ich schließe mich dem an: Einheitliche Preise für alle Händler ohne immer noch kompliziertere Monats/ Ziel/Sonder/sonstige Prämien mit nur Bürokratie und Verwaltung. Dann können die großen Preisschleuderer auch keine besseren Preise als die kleinen Händler machen, fairer Wettbewerb und höherere Kundenzufriedenheit. Denn daß bei einem Händler wo Neuwagen mit einer Rendite von 100,- bis 300,- EUR verramscht werden niemand motiviert ist, geschweige denn Lust und Zeit hat den Kunden vernünftig zu beraten ist ja wohl logisch.


Christian Ruben

20.11.2013 - 21:01 Uhr

Na ja, auch hier gibt es Probleme! Sollte vom Außendienst mit den den wechselwilligen Händlern auch angesprochen werden.


EX - KIA

20.11.2013 - 23:00 Uhr

Die Tochter KIA hat die alte Händlerstruktur schon zersägt. Die Frei - Gruppe war händlerorientiert und erfolgreich! Nun macht die Mutter den gleichen Fehler wie die Tochter. Alles auf dem Rücken des vermeintlichen Partners. Wo ist KIA mit dem 100.000 - Ziel? 2013 Plus - Minus - Fast Null Die nächsten Köpfe rollen bald Herr van Vugt.


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