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Präzisierung: Kein Auslieferungsstopp für Opel Ampera

Opel hat entgegen anderslautender Medienberichte die Auslieferung des Elektroautos Ampera nicht gestoppt.
© Foto: Opel

Laut Hersteller kann es bei aktuell anstehenden Auslieferungen an Endkunden zu "geringfügigen Lieferverzögerungen" kommen. Die Versorgung der Handelspartner hat jedoch bereits begonnen.


Datum:
20.12.2011
3 Kommentare

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Opel hat entgegen anderslautender Berichte die Auslieferung des Elektroautos Ampera nicht gestoppt. Wie das Unternehmen mit Sitz in Rüsselsheim gegenüber AUTOHAUS Online mitteilte, könne es bei aktuell anstehenden Auslieferungen an Endkunden zu "geringfügigen Lieferverzögerungen" kommen. Die Belieferung der Handelspartner habe jedoch begonnen, über 100 Fahrzeuge seien bereits in den Autohäusern. Weitere Fahrzeuge sollen folgen.

Darüber hinaus seien bereits einzelne Ampera-Kundenfahrzeuge – vor allem an große Gewerbekunden – in Deutschland ausgeliefert. Der Autobauer korrigierte damit Medienberichte, die in den vergangenen Tagen für Wirbel gesorgt hatten. So hatte die Nachrichtenagentur dpa geschrieben, Opel habe die Auslieferung seines Elektroautos an Endkunden gestoppt. Insgesamt liegen nach aktuellen Angaben des Hersteller rund 7.000 Ampera-Bestellungen in ganz Europa vor.

Als Grund für die Verzögerungen nannte Opel die Folgen des Batteriebrandes in einem Chevrolet Volt in den USA. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) hatte das Schwestermodell des Ampera im Mai einem Crashtest unterzogen. Drei Wochen nach den Tests kam es bei dem Fahrzeug jedoch zu einer Entzündung (wir berichteten). Laut NHTSA hatte sich die Lithium-Ionen-Batterie erhitzt, weil das Kühlsystem beim Aufprall beschädigt worden war. Die Experten machten den Fall im November öffentlich und leiteten eine Untersuchung ein.

Nach Ansicht des Opel-Mutterkonzerns General Motors hätte der Brand verhindert werden können, wenn die NHTSA die für die Lithium-Ionen-Batterie geltenden Sicherheitsrichtlinien eingehalten hätte. Laut Opel bestand der Wagen alle Tests "mit Bravur" und erzielte fünf Sterne beim Euro NCAP-Test. Auch der baugleiche Ampera sei "in einem Unfall sicher", hieß es aus Rüsselsheim. Aktuell arbeite ein Team von GM und Opel an einem Verfahren, um das Batteriesystem nach schweren Unfällen zu prüfen und gegebenenfalls den Ladezustand der Batterie zu reduzieren.

Verzögerungen auch bei Chevrolet

Auch Chevrolet hat den Verkauf des Volt in Europa bereits gestartet. Die ersten beiden Fahrzeuge in Europa wurden unlängst an die US-Botschaft in Paris übergeben. "Wenn wir die weitere Auslieferung jetzt verzögern, dann hängt das nicht mit der Kundensicherheit zusammen, sondern mit Maßnahmen für eine optimierte Entladung und Entsorgung der Batterie nach einem schweren Unfall", teilte der Importeur auf Anfrage mit. "Wir nehmen den Brand, der drei Wochen nach dem Crashtest erfolgt ist, zum Anlass, um zu prüfen, welche Maßnahmen erforderlich sind, um einen solchen Vorfall gänzlich auszuschließen."

Auch in den USA sei der Verkauf nicht unterbrochen worden. Der Absatz auf dem Heimatmarkt allerdings läuft schleppend: Bis November konnten lediglich 6.142 Fahrzeuge abgesetzt werden, 10.000 waren einmal für das Gesamtjahr geplant gewesen. Grund für die Vorsicht der Amerikaner dürfte indes nicht die Sicherheitsdebatte sein, sondern der Preis von rund 40.000 Dollar plus Steuern. In Deutschland werden mindestens 41.950 Euro fällig. Opel ruft für den Ampera sogar 42.900 Euro auf.

Professor Franz-Rudolf Esch, Marken- und Automobilexperte der EBS Business School Wiesbaden, nannte es unlängst einen Fehler, dass GM die neue, noch weitgehend unbekannte Elektroauto-Technologie gleich für zwei Konzern-Marken in den gleichen Märkten einführen wollte. Besser wäre gewesen, GM hätte sich deutlicher fokussiert und Opel für Europa die Vorreiter-Funktion zugestanden, die "zur Marke passt". (se)

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KOMMENTARE


E.Kühlwetter (wallibelli)

20.12.2011 - 16:32 Uhr

Bei Verbrennungsmotoren ist die automatische Kraftstoffzufuhr -Unterbrechnung bei Unfall langjährige Vorschrift. Benötigt ein das Akkusystem eines E - Motors Kühlung, -wie beim Volt und Ampera- ist doch wohl im Schadensfall ein automatisch auslösender Überhitzungschutz zwingend. Ohne diesen dürfte das Auto gar keine Betriebserlaubnis erhalten. Wer bzw. welche Behörden haben hier gepennt? Obwohl es sich nachvollziehbar um eine banale Kleinigkeit handelt, verbleibt in der öffentlichen Wahrnehmung fast immer ein Rest Skepsis in Technologie und Hersteller


RH

21.12.2011 - 08:07 Uhr

Dass sich gerade die Amerikaner NICHT an die Betriebsanleitung halten, nämlich nach einem Unfall die Akkus abzuklemmen, halte ich für ein Glanzstück an Lobby Arbeit...


A. Aslau

21.12.2011 - 12:10 Uhr

Na ja, wer schon auf Mikrowellen aufdrucken lassen muß, dass sich diese nicht zum aufwärmen von lebenden Tieren eignen, von dem kann man auch nicht erwarten, dass er nach diversen Crashtests eines Elektrofahrzeges die Batterien nach Vorschrift für einen solchen Fall behandelt. Wenn die NHTSA nicht in der Lage ist, solch rudimentäre Aufgaben zu erledigen, muß man deren technische Kompetenz vermutlich auch in anderen Belangen anzweifeln dürfen.


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