Preisstudie: Ruhe an der Rabattfront

28.10.2008 11:38 Uhr
Der Durchschnittsrabatt im deutschen NW-Handel lag im Oktober unverändert bei 16 Prozent.

Die Autobauer haben im Oktober nicht mit höheren Rabatt-Zugeständnissen auf die schwache Autokonjunktur reagiert. Doch der Ausblick ist düster: Das angekündigte NW-Konjunkturprogramm könnte vor allem für den Handel zum Bumerang werden.

Die Autohersteller haben bisher nicht mit höheren Rabatt-Zugeständnissen gegen die schwache Autokonjunktur gesteuert. Dies geht aus der monatlichen Nachlass-Statisitk des Center Automotive Research (CAR) von Ferdinand Dudenhöffer an der Universität Duisburg-Essen hervor. Demnach lag das durchschnittliche Rabatt-Niveau im deutschen Automarkt wie im Vormonat bei 16 Prozent gegenüber den offiziellen Listenpreisen. Für die kommenden Monate erwartet Dudenhöffer aber im Schnitt bis zu vier Prozentpunkte höhere Preisvorteile. Aus Sicht des CAR-Direktors werden zwei Prozent davon auf die geplanten Regierungsmaßnahmen zur Förderung verbrauchsoptimierter Fahrzeuge entfallen. Der so genannte "Merkel-Rabatt" werde durch einen Ankündigungs-Effekt die Kaufzurückhaltung noch intensivieren und damit den deutschen Markt weiter schwächen. Leidtragende seien vor allem die Händler, auf die mit "hoher Wahrscheinlichkeit" zusätzliche finanzielle Belastungen zukommen würden, so der Experte. Dudenhöffer geht davon aus, dass aktuell über 100.000 Vorführwagen, Aktionsfahrzeuge und Tageszulassungen auf den Höfen der Händler stehen. Da den Merkel-Rabatt vermutlich nur Neuwagen erhalten, müsse bei einem Steuervorteil von im Schnitt 500 Euro mit einem Wertberichtigungspotenzial von rund 50 Millionen Euro durch das Konjunkturprogramm im Handel gerechnet werden.

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KOMMENTARE

Sag ich nicht

28.10.2008 - 14:24 Uhr

Hat der Herr Dudenhöfer auch nur mal ein einziges Auto in seinem Leben verkauft ??? Letzte Woche Freitag redet er noch von Rekordnachlässen und heute wieder so :) ...ist schon komisch...


wallibelli

28.10.2008 - 15:02 Uhr

Was vor sechs Wochen galt,ist heute Makulatur. Scheinbar haben die meisten Beteiliten in der Autobranche noch nicht verstanden,dass sich Fakten von gestern schon morgen überholt haben.Die Mechanismen, den Absatz am Laufen zu halten, werden immer creativer. Dazu ein Beispiel: Orginalgesprächswiedergabe in einer MB-Niederlassung einer rheinischen Großstadt von Donnerstag letzter Woche. Kunde: Ich hätte gerne zum März 2009 einen neuen SLK, aber nur als 4 Zyl.,kein 6 Zyl.wegen des Wertverlustrisikos bei starken Motoren. Möchte den Wagen kaufen und bar bezahlen.Inzahlungnahme erfolgt nicht.Ist es nicht momentan besser einen Dienst-,oder Vorführwagen bzw.Werkswagen zu nehmen,die werden als 4 Zyl. mit 3-6 Monaten und wenigen Kilometern im Internet mit bis zu 25 % Nachlass angeboten? MB Verkäufer: Sie bekommen von uns auf einen Neuwagen 15 %.Nicht mehr aber auch nicht weniger. Käufer: Das ist immer noch Einiges weniger als bei einem kaum gefahrenen neuwertigen Wagen. MB-Verkäufer: Wenn sie etwas flexibel sind,kann ich ihnen folgendes Angebot machen: Sie können das Auto nach ihren Wünschen bestellen.Dann ordern wir es für diese Jahr und machen am 30.12.2008 eine Tageszulassung. Das Auto wird am gleichen Tag wieder abgemeldet und nicht gefahren. Auf Wunsch können sie es Anfang März übernehmen. Mit 0-Kilometer als Neuwagen.Es folgt ein Verweis auf die Neuwageneigenschaften nicht gefahrener Tageszulassungen.Bei dieser Variante können wir ihnen 20 % Nachlass einräumen. Wir benötigen jedoch 10 % Anzahlung bei Bestellung,sofern wir das Auto bis März 2009 reservieren sollen. Kunde überlegt und fragt,ob es noch günstiger ginge. MB.Berater: Wenn wir aus der Tageszulassung einen NL-Vorführwagen für max.drei Monate machen,ist je nach gelaufenen Kilometern noch zusätzlich etwas drin.Das hängt von den gefahrenen Kilomtern ab.Etwa 1% pro angefangene 1000 km. Kunde: Bis wann muß ich mich entscheiden,für eine Zulassung mit Wunschausstattung noch dieses Jahr? Spätestens Anfang November,dann spezifizieren wir ein Auto,das sich im Vorlauf befindet,entsprechend um. Kunde bedankt sich,tauscht Visitenkarte aus und verabschiedet sich mit folgender Bemerkung:Ich werde das nochmal mit meiner Frau besprechen.Bitte rufen sie mich in den letzten Oktobertagen nochmal an. Dieses authentische Gepräch zeigt,dass sogar MB derzeit mit dem Rücken an der Wand steht.Dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt. Neuwagenrabatte lassen sich in Zeiten,wo die Grenzen zwischen Neuwagen,Quasi-Neuwagen und Jungwagen verwischen,nicht mehr als Orientierung und Messgröße heranziehen. Wir sollten alle zur Kentniss nehmen,dass neben dem Überangebot auch der dramatisch steigende Wertverfall für ein Sinken des Einstandspreises sorgen wird(halbjährige SLK Mod.2009 mit 6-Zyl.-Motor werden unter 10.000 km mit mehr als 40 % Nachlass vom Listenpreis von dt.MB-Vertretern und NL an Endkunden verkauft). Kein Kunde bezahlt die Zeche zweimal,nämlich in Form hoher Preise am Anfang und weiter sinkender Restwerte am Ende. Auch Kunden denken zunehmend konsequent wirtschaftlich:Man darf am Anfang nicht viel bezahlen,wenn man später immer weniger bekommt.


JH

28.10.2008 - 15:36 Uhr

Könnte man Herrn Dudenhöfer nicht einfach einmal Redeverbot erteilen ?, Wer zum Himmel hat den eigentlich zum " autopapst" gemacht ? Man fragt sich was Studenten an seiner Uni lernen sollen ?


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