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Qoros: Angriff mit schlechtem Timing

Qoros-Vorstandschef Volker Steinwascher (r.) und Designer Gert-Volker Hildebrand bei der Präsentation des GQ3 in Genf.
© Foto: Qoros

Die letzten Europa-Pläne chinesischer Autobauer endeten im Desaster. Der Newcomer Qoros will mit europäischem Know-how alles besser machen. Doch der Angriff kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.


Datum:
14.03.2013
Autor:
<br>Von Max-Morten Borgmann, dpa-AFX
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Viel schlechter hätte das Timing wirklich nicht sein können. Der europäische Automarkt ist im Sinkflug. Ein Hersteller nach dem anderen fährt hohe Verluste ein. Ausgerechnet jetzt will eine frisch aus der Taufe gehobene chinesische Marke den europäischen Markt aufmischen. Qoros heißt das ambitionierte Projekt und dessen Vorstandschef Volker Steinwascher redet nicht lange um den heißen Brei herum: "Nein, das ist eigentlich nicht der richtige Zeitpunkt, um in Europa anzugreifen", sagt er auf dem Genfer Autosalon, wo Qoros dieser Tage Premiere feierte. Aber wann ist der schon?

Rund sechs Jahre sind seit dem letzten kläglich gescheiterten chinesischen Versuch vergangen, auf dem Heimatkontinent des Automobils Fuß zu fassen. Die Rahmenbedingungen sind denkbar schlecht – aber dafür ist der Neuling ungleich besser aufgestellt als seine Vorgänger. Während deren Eroberungsträume schon in den ersten Crashtests zerschellten, setzt Qoros auf Design und Ingenieurskunst made in Europe. Der Sicherheitschef kommt von Volvo, der Designer von der BMW-Tochter Mini, und Vorstandschef Steinwascher war zuvor Top-Manager im US-Geschäft von VW.

Noch dieses Jahr will Qoros die ersten Autos in Europa verkaufen. Nicht gleich in Deutschland, zunächst wird in Osteuropa geprobt, wo einige Märkte noch zulegen. Aber spätestens 2015, wenn neben der Stufenheck-Limousine GQ3 auch ein Kombi und ein SUV (siehe Fotogalerie unten) bereitstehen, soll der westliche Teil des Kontinents in Angriff genommen werden. Zwar wird das Brot- und Buttergeschäft weiter in China liegen, wo Qoros auch alle seine Fahrzeuge baut. Aber mindestens jeder zehnte Wagen soll nach Europa verschifft werden.

Damit wären die Autos eine Art Re-Import, denn designt wurden die Modelle vor allem in Deutschland, entwickelt in Österreich beim renommierten Zulieferer Magna. Hinter Qoros selbst steht neben den Geldgebern Chery aus China und der Israel Cooperation nur ein vergleichsweise kleines Team. Steinwascher selbst ist großer Fan des Outsourcings: Lieber lasse er seinen Zulieferern – und zu denen gehören Größen wie Bosch oder Conti – freie Hand und baue dann aus den besten Komponenten ein Auto, als den Lieferanten zu enge Vorgaben zu machen. "Denn die können das einfach am besten."

Vorbild iPhone

Produziert wird indes in einem neuen Werk in China, wo die Lohnkosten niedrig sind. So ähnlich wie bei Laptops oder dem iPhone, das in den USA entwickelt, aber in Fernost zusammengebaut wird. Aber kann man mit einem solchen Modell ohne bekannte Marke auch erfolgreich Autos verkaufen? Branchenexperte Stefan Bratzel von der FH Bergisch-Gladbach ist da skeptisch. Schließlich sei ein Auto eine ganz andere Anschaffung, viel teurer als ein Computer und zum Teil auf Jahre hinaus geplant.


Qoros 3 Estate / 3 Cross Hybrid (Concept)

Bildergalerie

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