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Schwacke-Studie : Taktische Zulassungen sorgen für Wertvernichtung

Das starke Engagement bei Tageszulassungen und im Mietwagengeschäft führen zu einem spürbaren Rückgang der Gebrauchtwagen-Restwerte.
© Foto: dpa - Report

Bereits fast 40 Prozent aller Neuzulassungen kommen aus dem Kurzzeit-Geschäft. Eine aktuelle Schwacke-Studie beziffert das Risiko auf mehrere hundert Millionen Euro alleine in Deutschland.


Datum:
30.09.2014
2 Kommentare

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Die Hersteller verspielen durch Überkapazitäten und den daraus folgenden taktischen Zulassungen die Fahrzeug-Restwerte. Das zeigt eine aktuelle Studie des Schwacke-Mutterkonzerns EurotaxGlass's. Demnach führt das starke Engagement bei Händler-Tageszulassungen und im Mietwagengeschäft zu einem spürbaren Rückgang der Gebrauchtwagen-Restwerte.

"Taktische Zulassungen und Mietwagengeschäft bedeuten real hohe Rabatte auf Neufahrzeuge, die sich kurzfristig und unmittelbar auch auf den Privatkunden-Markt auswirken", so die Studie. Kurzzeit-Zulassungen stünden hier gleichermaßen in direktem Wettbewerb zu Neuwagen und jungen Gebrauchtwagen.

Sinkende Gebrauchtwerte beträfen die Hersteller im Flottengeschäft direkt und massiv, da die sinkenden Restwerte entsprechend ausglichen werden müssten. EurotaxGlass's beziffert den möglichen Schaden alleine für die Hersteller in Deutschland im Flottengeschäft auf bis zu 428 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren.

40 Prozent taktische Zulassungen

Laut Studie haben einzelne Pkw-Hersteller alleine im Zeitraum 2012 bis 2013 die Zahl der taktischen Zulassungen um bis zu 18,5 Prozent erhöht, bei manchen Marken übersteigt die Quote der Kurzzeit-Zulassungen bereits die 50-Prozent-Marke. Im letzten Quartal 2013 waren 40 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen in Deutschland auf das Kurzzeit-Geschäft der Hersteller zurückzuführen.

Die Studie zählt hierzu neben den Tageszulassungen und Vorführfahrzeugen auch das Mietwagengeschäft. Diese Fahrzeuge, die nach wenigen Wochen oder Monaten weiterveräußert werden, stellen für viele private Käufer eine Alternative zu einem Neuwagen dar. Sinkende Restwerte schaden, so die Marktbeobachter, langfristig zudem dem Markenimage.

Die Studie zeigt auch, wie rasch sich Kurzzeit-Zulassungen auf das Restwertniveau eines Fahrzeuges auswirken können. Bereits binnen weniger Monate lassen sich veränderte Rabattierungen unmittelbar am realen Restwert im Markt nachvollziehen. "Die Hersteller selbst sollten ihr Verhalten bei den Kurzzeitzulassungen zumindest im Hinblick auf den Wettbewerb überprüfen, um längerfristig nicht in eine Finanzierungsfalle zu geraten", warnt EurotaxGlass's. Hierzu gehörten auch die Händler-Bonusprogramme bei Tageszulassungen. (se)

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KOMMENTARE


Annotator

30.09.2014 - 16:54 Uhr

Welch grandiose Erkenntnis.Anscheinend ist erst seit neuestem bekannt, dass ein Überangebot einer Ware den Preis drückt.7. Klasse Hauptschule Wrtschaftslehre "Angebot und Nachfrage regeln den Preis".


m kummer

01.10.2014 - 08:25 Uhr

so is das mit dem kapitalismus. das funktioniert nur mit stetigem wachstum. die hersteller müssen ihren aktionären sagen können: "seht her, wir haben dieses jahr wieder mehr autos produziert / an den kunden gebracht" alles andere is schädlich. wahrscheinlich schädlicher als die lächerlichen 428 mio in drei jahren. wenn der markt nun aber satt ist, da die zeit der WIRKLICHEN evolutionen im fahrzeugbereich vorbei sind und jeder fünfjährige gebrauchtwagen alles kann, was wirklich nötig ist, sehen immer weniger kunden einen grund sich "etwas neues" um jeden preis zu leisten. so toll die kraftfahrzeugaffinen schreiberlinge so bedingt sinnvolle "neuerungen" wie -müdigkeitsassistent- oder -head-up-display- oder -aktives kurvenlicht- oder -spurhalteassistent- finden und darstellen, sind die meisten "innovationen" tatsächlich allenfalls für vielfahrer wirklich hilfreich und sinnvoll. hier wird klar auf "flotte" gezielt. im einzelkundengeschäft gibt es einfach nichts mehr, was den "normalo" hinter dem ofen vorlockt. für die 14 km zur arbeit oder um dreimal die woche zum supermarkt / arzt / die verwandtschaft zu fahren, brauch man das leider nicht. und mal ganz ehrlich... die fahrzeuge sind doch eh viel zu teuer. mit tageszulassungen wird einfach nur ein wert erreicht, den der kunde eher bereit ist zu zahlen. die ständigen preiserhöhungen werden mit dem ganzen technik-schnickschnack (den eben nur wenige brauchen und auch kaum einer bezahlen möchte oder würde) begründet und sogar "schöngerechnet". letztendlich bestimmt der markt den preis. und der preis wird nicht umsonst eben durch solche mittel gedrückt. die bänder müssen schließlich im werk immer laufen und nicht stillstehen. die frage ist nur: was kommt nach der tageszulassung?


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