Staatshilfen: Chrysler will weitere fünf Milliarden Dollar

18.02.2009 11:03 Uhr
Chrysler bleibt eine Großbaustelle.
© Foto: Chrysler

Der drittgrößte amerikanische Hersteller kündigte in seinem am Dienstag der US-Regierung vorgelegten Sanierungsplan den Abbau von weiteren rund 3.000 Stellen und massive Produktionskürzungen an.

Chrysler will von der US-Regierung nochmals mindestens fünf Milliarden Dollar an Notkrediten haben. Der drittgrößte US-Hersteller kündigte in seinem am Dienstag der US-Regierung vorgelegten Sanierungsplan zudem den Abbau von weiteren rund 3.000 Stellen und massive Produktionskürzungen an. Der Sanierungsplan ist eine Bedingung für weitere staatliche Milliardenhilfen. Bislang erhielt Chrysler vier Milliarden Dollar. Bis Ende März müssen Chrysler und der Opel-Mutterkonzern General Motors ihre Überlebensfähigkeit konkret unter Beweis stellen (wir berichteten). Der vorgelegte Plan zeige, dass Chrysler allein überleben könne, teilte der Konzern am Sitz in Detroit (Michigan) mit. "Unser Plan erfüllt die Bedingungen des Regierungskredits", sagte Chrysler-Chef Bob Nardelli in einer Telefonkonferenz. Chrysler wolle die Hilfen des Staates ab 2012 komplett zurückzahlen. Eine Insolvenz sei nach wie vor keine Option der Chrysler-Führung. Verbessert werden könne Chryslers Lage zusätzlich durch die vor allem bei Klein- und Mittelklassewagen angestrebte Allianz mit dem Fiat-Konzern. Die Italiener wollen in einem ersten Schritt mit 35 Prozent bei Chrysler einsteigen und dafür Technologie liefern. Die von der US-Regierung geforderten Zugeständnisse der Gewerkschaft und der Gläubiger von Chrysler seien grundsätzlich erzielt worden, so der verlustreiche Autobauer weiter. Die Regierung verlangte für weitere Hilfen u.a. niedrigere Löhne auf dem Niveau ausländischer Hersteller in den USA sowie eine Umschuldung. Drei weitere Modelle auf Streichliste Seit Anfang 2007 habe Chrysler bereits rund 32.000 Stellen gestrichen. Zuletzt lag die Mitarbeiterzahl früheren Angaben zufolge noch knapp über 50.000. Chrysler will überdies drei weitere Modelle einstellen. Die Kapazität der Produktion soll um rund 100.000 Stück gesenkt werden. Die Fixkosten sollen um weitere 700 Millionen Dollar sinken, Vermögenswerte in Höhe von 300 Millionen Dollar sollen verkauft werden. Der US-Automarkt ist auf steiler Talfahrt. Chrysler rechnet nun für dieses Jahr mit einem Gesamtabsatz aller Hersteller in den USA von 10,1 Millionen Wagen – dies wären so wenig wie seit 40 Jahren nicht. Chryslers Absatz brach zuletzt im Januar um mehr als 50 Prozent ein. (dpa)

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