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Studie: Autohandel verschenkt Chancen im Internet

Drei von vier Kaufinteressenten informieren sich bei Finanzierung und Leasing nicht mehr beim Händler oder der Autobank.
© Foto: Fotolia

Die Kunden sind den Automobilhändlern und Autobanken zurzeit in der Online-Affinität noch voraus. Die Berater von Ernst & Young raten dazu, sich stärker abzustimmten und die Onlinekanäle zu stärkten.


Datum:
29.10.2013
4 Kommentare

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Autohändler in Deutschland verkennen einer Studie zufolge die großen Geschäftschancen des Internets. "Die Kunden sind den Automobilhändlern und Autobanken zurzeit in der Online-Affinität noch voraus", besagt eine am Dienstag in München beim Autogipfel des "Handelsblatts" vorgestellte Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Demnach ist das Netz für Autokäufer bei Fragen zu Finanzierung und Leasing inzwischen mit Abstand der wichtigste Informationskanal - doch die Autohändler und Autobanken hätten online enormen Nachholbedarf.

So informierten sich drei von vier Kaufinteressenten bei Fragen zur Autofinanzierung oder Leasing überhaupt nicht mehr beim Händler oder der Autobank, sondern alternativ bei ihrer Hausbank. Oft liege das schlicht am mangelhaften oder fehlenden Angebot. Zudem hätten Vergleichsmöglichkeiten im Netz den Händlern "die Preispolitik aus der Hand genommen". Ähnliches gelte für Angebote der Werkstätten.

Die Berater betonen, dass der flächendeckende Nachholbedarf auch eine Chance sei. Wenn sich Autobanken und Händler stärker abstimmten und die Onlinekanäle stärkten, könnten sie Marktanteile gewinnen. (dpa)

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KOMMENTARE


W.H.Berner

29.10.2013 - 17:31 Uhr

Ich glaube nicht, dass es am Willen mangelt, sondern vor allem an der Komplexität von Angebotskombinationen und den nur noch als schwachsinnig zu benennenden Verbraucher"schutz"regelungen. Schon eine lapidare Printanzeige mit Finanzierungsangebot besteht zu einem Drittel aus vorgeschriebenem Erklärungstext zum Darlehen, welchen außer den bekannten Abmahnern keinen Menschen interessiert. Per www kommen die juristisch bewanderten Zeitgenossen ohne seriöse Mandanten noch einfacher ans mittelständische Melkvieh.Die jedoch deutlich größere zu nehmende Hürde ist jene der Administration. Wer pflegt die Daten, wer sorgt für Aktualität und wer kontrolliert die Richtigkeit der Angaben? Menschen mit fundierten Vertriebskenntnissen in Kombination mit praktischen Erfahrungen in der Erstellung und Pflege von Internetauftritten sind extreme Mangelware. Informatiker und Grafiker sprechen eine völlig andere Sprache als der Kfz-Vertriebler und kaum jemand kann diese beidseitig übersetzen.An dieser Stelle muss angesetzt werden. Nur wer beide Seiten kennt, sowohl den eher konservativen Vertrieb im Autohaus als auch die Grundlagen vom Umgang mit Datenbanken und Webseitenprogrammierung, der kann auf diesem Gebiet erfolgreich agieren. Bisher ist mir allerdings weder ein Autohersteller noch ein Internetunternehmen bekannt, welcher bzw. welches in der Lage ist, Autoverkäufer gezielt in diese Richtung auszubilden. Bleibst also nur der Zugriff auf die wenigen meist jüngeren Mitarbeiter, die sich die notwendigen Kenntnisse selber beibringen - und davon gibt es viel zu wenige.


Derek Finke

30.10.2013 - 11:35 Uhr

Keine Neuigkeiten also. Ich bin der Überzeugung, dass wir eher ein Umsetzungs- als ein Erkenntnisproblem haben.@W.H.BernerIch teile Ihre Einschätzung nur bedingt. In vielen Betrieben besteht schlichtweg keine Einsicht in die Notwendigkeit, ihr Marketing mehr und mehr auf der Netz auszurichten. Dort wird dann ein Haufen Geld mit Maßnahmen verbrannt, die heute eher fragwürdig sind und deren Effekt nicht einmal überprüft wird. Spricht man Händler darauf an, kommt i. d. R. nur der Hinweis, dass das ja schließlich vom Hersteller bezuschusst wird. Ihren Vorschlag, die Verkäufer derart weiterzubilden, finde ich nicht zielführend. Die sollen verkaufen, nicht an Webseiten basteln. Statt dessen wäre es an der Zeit, dass größere Betriebe einerseits ihr Marketing professionalisieren und andererseits Strukturen schaffen, die einen Internetvertrieb ermöglichen. Ziel eines solchen Unterfangens muss es sein, im Netz Interessenten aufzugabeln und in Leads zu konvertieren. Am Ende muss erreicht werden, dass diese Leads in das "echte" Autohaus kommen, probefahren und kaufen.


Mr.T

30.10.2013 - 16:17 Uhr

@ Derek Finke: "...andererseits Strukturen schaffen, die einen Internetvertrieb ermöglichen." Wie soll ich dann einem Kunden, der ins Autohaus kommt und einen Wagen zu "Im-Autohaus-Konditionen" angeboten bekommt, den Preis beim "Im-Internet-Preis" erklären? So verliert man seine Glaubwürdigkeit. Mit "BillichWillich-Online-Kunden" lässt sich kein vernünftiger Ertrag erwirtschaften. Und wir alle wollen bezahlt werden, da 50,-€ FestProvi für eine verkaufte Internet-Einheit keinen satt machen. Da können diese Verkäufer dann gleich alle zu Aufstockern werden. HartzIV mit Dienstwagen :) Und den DW dann auch noch versteuern :) Das WWW ist eine schöne Plattform um die Ware auch zu vernünftigen Preisen anzubieten. Ich persönlich hätte aber keine Lust in einer dieser WWW-Stückzahlengenerator-Autohäusern zu arbeiten. Da bist Du ne Henne in der Legebatterie :)


Spyke

30.10.2013 - 23:02 Uhr

Meine Meinung zu Thema "Internetverkauf" ist die, dass da sicherlich großes Potential dahinter steckt. Man sollte die Vertriebswege klassischer Autohausverkauf und den Internetverkauf trennen: Kunden die ins Autohaus kommen und Beratung möchten und ein speziell für sie gebautes Fahrzeug haben möchten bekommen auch mehr Leistung. Und Leistung kostet nun mal Geld!Die Internetangebote würde ich nur für Langsteher, Vorführer und "Aktionsware" machen und gesondert kennzeichnen. Festpreis und fertig! Günstig muss dann auch günstig sein! Minimaler Aufwand, keine großartige Beratung und die Auslieferung so kurz wie möglich halten.Das zu trennen ist leider ein schmaler Grat auf dem wir Wander.


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