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Tarifpolitik: Streitpunkt Azubi-Übernahme

Landesverbands-Präsident Harry Brambach: "Wir hatten ein gutes Jahr."
© Foto: Doris Plate/AUTOHAUS

Auf der Delegiertenversammlung des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg erteilte Präsident Harry Brambach der verpflichtenden unbefristeten Übernahme der Azubis, die die IG-Metall derzeit fordert, eine klare Absage.


Datum:
09.05.2012
3 Kommentare

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Autohersteller kommen auf zehn Prozent Umsatzrendite und machen Milliardengewinne, Autohäuser und Kraftfahrzeugbetriebe kommen auf zwei Prozent und gerade so über die Runden. Für Harry Brambach, den Präsidenten des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, müssen die Hersteller den Händlern hier bei den Margen entgegenkommen, um eine wirtschaftlich auskömmliche Umsatzrendite zu erreichen: "Drei bis vier Prozent müssten es schon sein", forderte er am Mittwoch in Weingarten bei der Delegiertenversammlung des Verbandes. Ohne bessere Umsatzrendite sei die Wirtschaftlichkeit im Autohaus nicht gewährleistet: "Wir brauchen eine ausreichende Umsatzrendite zur Sicherung von Investitionen und Eigenkapital."

Das Thema wird deswegen brisanter, weil der Verband nach einem guten Jahr 2011 für 2012 im günstigsten Fall mit einer stabilen Lage rechnet. Nach einem Plus von 2,6 Prozent bei den Neuzulassungen dürfte dieses Jahr einen leichten Rückgang auf 420.000 Neuzulassungen bringen. Mit Zuwachs wird noch im Gebrauchtwagenbereich gerechnet: Hier sagte Brambach vor den Delegierten in Weingarten 920.000 Besitzumschreibungen voraus. Das Servicegeschäft werde stabil bleiben.

Wichtig ist das Thema Wirtschaftlichkeit im Autohaus laut Brambach auch mit Blick auf die laufenden Tarifverhandlungen im Kraftfahrzeuggewerbe: Die IG-Metall-Forderung von 6,5 Prozent mehr Lohn sieht er außerordentlich kritisch. Für die Kraftfahrzeugbetriebe sei aber vor allem die Forderung nach der automatischen unbefristeten Übernahme am Ende der Ausbildungszeit ein Problem, sagte Brambach, der auch im ZDK-Vorstand für Tariffragen zuständig ist. Das Kfz-Gewerbe habe sich seither schon stets bemüht, alle Gesellinnen und Gesellen zu übernehmen, "aber dass wir keine Möglichkeit haben, nach Leistung und Engagement Entscheidungen zu treffen, das kann nicht sinnvoll sein." Zumal die Chancen der Azubis ohnehin besser werden, denn die Nachwuchszahlen werden zurückgehen und der Bedarf an qualifizierten Beschäftigten im Servicebereich werde stabil bleiben.

Der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg vertritt als größter handwerklich orientierter Arbeitgeber- und Wirtschaftsfachverband im Bundesland die Interessen von 26 Kraftfahrzeuginnungen mit rund 4.400 Mitgliedsbetrieben (Autohäuser, Kfz-Meisterbetriebe, Tankstellen), in denen 54.900 Mitarbeiter beschäftigt sind sowie zusätzlich rund 8.800 Lehrlinge ausgebildet werden. (dp)


Delegiertenversammlung LV Baden-Württemberg

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KOMMENTARE


Tim Sommer

09.05.2012 - 16:58 Uhr

Selbst wenn die Marge um 10% erhöht wird... diesen zusätzlichen Bonus geben die Händler im Preiskampf ohnehin wieder an den Endverbraucher weiter. Hier muss ein System im Form einer fairen Zielgestaltung und -vergütung her.


Heinz Reitzel

10.05.2012 - 07:54 Uhr

Guten Tag . Ich hatte 48 Jahre einen Renault Betrieb . Mit 300 € Marge für einen Dacia konnten nicht einmal die laufenden Kosten gedeckt werden.Dann die stark rückläufigen Zulassungen von Renault ( Qualitätsprobleme ) lies die Kundschaft zu anderen Marken abwechseln.Und die Anforderungen C.I.waren nicht mehr zu bezahlen . Habe vor 2 Jahren meinen Betrieb zugeschlossen - das war die beste Entscheidung die ich getroffen habe .


Michael Kühn

10.05.2012 - 09:54 Uhr

@ Heinz Reitzel, Ich kenne noch einige Andere, denen es so ergang, inkl. Insolvenz; Betriebe von 30 - 300 Mitarbeitern. (Allerdings waren hier die Wenigsten Renaultpartner, VW, BMW, Opel u. Fiat) Hinzu kamen noch erschwerend die Kampfpreise der Megahändler u. Niederlassungen der Hersteller u. Importeure. (Und auch die Verpflichtung einen bestimmten Vfw.-Pool mit aktuellen Fzg. zu unterhalten, unabhängig der Nachfrage in der jeweiligen Region) Wieviel Betriebe gibt es eigentlich noch mit 1,5% aufwärts? ...und genau aus diesem Grund spreche ich gerne von einer Angemessenheit der Vorstandsgehälter und Prämienzahlungen an Mitarbeiter bei Herstellern. (hier wurde mir öfter ein Neidgedanke hineininterpretiert).


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