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Teurer Gebrauchtwagen: Geruchsbelästigung berechtigt zu Rückgabe

In einem Topmodell von Lexus hat Gummigeruch nichts zu suchen, befindet das OLG Saarbrücken, und billigt die Rückgabe des jungen Gebrauchtwagens.
© Foto: Creatista / Shutterstock

In einem Topmodell von Lexus hat Gummigeruch nichts zu suchen, befindet das Oberlandesgericht Saarbrücken, und billigt die Rückgabe des jungen Gebrauchtwagens.


Datum:
03.12.2012
4 Kommentare

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Bei einem jungen Gebrauchtwagen des gehobenen Preissegments, der noch kein Jahr zugelassen ist und eine Laufzeitleistung von unter 1.000 Kilometer aufweist, kann ein durchschnittlicher Käufer erwarten, dass in diesem keine gummiähnlichen Gerüche wahrnehmbar sind. Auf ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgerichts Saarbrücken (OLG; Az.: 1 U 475/11-141) hat Klaus Schmidt-Strunk, Vizepräsident des Verbands deutscher Verkehrsrechts Anwälte hingewiesen.

Ein Unternehmen hatte im September 2009 bei der Beklagten einen Lexus LS 600h zu einem Preis von 120.000 Euro gekauft. Es handelte sich hierbei um einen Vorführwagen mit Erstzulassung im Juli 2008 und einer Laufleistung von 778 Kilometern. Der Geschäftsführer monierte in der Folgezeit mehrfach gummiähnliche Geruchsbelästigungen im Fahrzeug. Der Verkäufer ließ daraufhin die Lüftungskanäle reinigen. Im Februar 2010 reklamierte die Kläger dies erneut. Mit Schreiben vom 24. Juni 2010 erklärte er schließlich den Rücktritt vom Kaufvertrag und forderte die Rückzahlung des Kaufpreises.

Zu Recht, wie das OLG Saarbrücken entschied. Der Käufer eines Gebrauchtwagens könne grundsätzlich erwarten, dass dieser frei von Geruchsbelästigungen sei. Je nach Art, Alter, Laufleistung und Zustand des Fahrzeugs könne es im Einzelfall einem Käufer zwar zumutbar sein, gewisse Geruchsbelastungen hinzunehmen, wenn aus objektiver Käufersicht hiermit "nach der Art der Sache" gerechnet werden müsse.

Sachverständiger: anomale Gerüche

So stellten die vor allem bei Neuwagen festzustellenden Ausdünstungen der Fahrzeuginneneinrichtung, welche zu Beginn des Fahrbetriebes festzustellen sind, danach aber verfliegen, keinen Mangel dar. Im vorliegenden Fall aber habe auch der bestellte Sachverständige anomalen Gerüche festgestellt. (AH)

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KOMMENTARE


Frank Fehling

04.12.2012 - 13:13 Uhr

Wenn man einen Gebrauchtwagen des gehobenen Preisegments kauft, dann erwartet der neue Besitzer/in Eigentümer/in das sich im Fahrzeug keine gummiähnlichen Gerüche in dem Fahrzeug befinden. Das Autohaus hätte sich das alles ersparen können ( die Rückabwicklung vom Verkauf ).Dann muss ich mir die Frage stellen:Warum wurde das Fahrzeug nicht im Vorfeld vom Verkäufer/in oder Werkstattmeister durch eine ausgiebige Probefahrt und eine komplette Durchsicht nach derartigen Mängel gesucht, dann hätte man Zeit genug gehabt, um diesen etwas eigenartig Geruch zu beseitigen.Ich habe immer im Verkauf darauf sehr großen Wert gelegt, damit bei einer angemeldeten Probefahrt oder auch nicht, das die Fahrzeuge (gebrauchte) ab einem gewissen Preisegment in einem ordnungsgemäßen Zustand sich befinden.Gewisse Gerüche wie Rauchen im Auto oder Autos von Hundebesitzer schreckt auch den Käufer/in ab, weil Sie sich ein von Gerüchen freies Auto wünschen.


Michael Kühn

05.12.2012 - 11:55 Uhr

Ich habe es auch immer so gehalten, wie es von Herrn Frank Fehling beschrieben wurde. Ich habe mir generell hochpreisige/wertige Fzg. immer persönlich "zu Gemüte geführt", um die evtl. Diskussionen nach der Übergabe an den Kunden weitesgehend ausschliessen zu können. - Und falls noch Werkstattarbeiten notwendig waren, so habe ich mich immer vor der Auslieferung von der ordnungsgemäßen Durchführung von diesen Arbeiten ebenso persönlich überzeugt. Deshalb lehne ich auch die Maßstäbe, seitens der Hersteller für das Qualitätsmanagement der Autohäuser ab. Ich hatte schon immer meine eigenen Maßstäbe hiefür und der Erfog gibt mir Recht. (nicht selten konnte ich ganze Familien mobilisieren oder an einen Privatkunden z. B. 3-4 Fzg. innerhalb von 12-15 Jahren verkaufen.) - Kundenbindung ist nicht nur vom "pompösen Outfit" eines "Ladens" abhängig, sondern meines Erachtens eher von der Zufriedenheit eines Kunden. Für die Autos wird teilweise sehr viel Geld bezahlt, im Verhältnis zum Haushaltsbudget, und daher ist es selbstverständlich auch für die entsprechende Gegenleistung zu sorgen !!!


uwe meier

05.12.2012 - 16:39 Uhr

Zitat:Bei einem jungen Gebrauchtwagen des gehobenen Preissegments, der noch kein Jahr zugelassen ist und eine Laufzeitleistung von unter 1.000 Kilometer aufweist, kann ein durchschnittlicher Käufer erwarten, dass in diesem keine gummiähnlichen Gerüche wahrnehmbar sind. Auf ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgerichts Saarbrücken (OLG; Az.: 1 U 475/11-141) hat Klaus Schmidt-Strunk, Vizepräsident des Verbands deutscher Verkehrsrechts Anwälte hingewiesen.Ein Unternehmen hatte im September 2009 bei der Beklagten einen Lexus LS 600h zu einem Preis von 120.000 Euro gekauft. Es handelte sich hierbei um einen Vorführwagen mit Erstzulassung im Juli 2008 und einer Laufleistung von 778 Kilometern.Zitat EndeUnd warum musste dann der zum Kaufzeitpunkt bereits 15 Monate alte GW zurück genommen werden? So ganz verstehe ich den obigen Text nicht.


Tim Sommer

20.12.2012 - 17:53 Uhr

Und man macht es noch einen Tick besser als Herr Kühn und Herr Fehling, wenn man sich so intensiv JEDEM Auto widmet. Meine Erfahrung zeigt, dass gerade im günstigen bis sehr günstigen Preissegment die Kundschaft sehr penibel ist. Wer wenig Geld hat und für ein Auto ausgeben kann, achtet besonders auf Qualität und Beschaffenheit des Produktes.


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