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Übernahme in Ostdeutschland: LSH wird Mercedes-Großmacht

Die Mercedes-Niederlassung Leipzig bekommt mit der LSH Group einen neuen Eigentümer.
© Foto: dpa

Das war abzusehen: Die Lei Shing Hong Group setzt ihre Expansion fort und übernimmt von Daimler die ostdeutschen Niederlassungen. Künftig führen die Chinesen hierzulande 18 Mercedes-Betriebe.


Datum:
19.06.2015
6 Kommentare

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Jetzt ist es offiziell: Die chinesische Lei Shing Hong Group (LSH) übernimmt über ihre deutsche Tochter Stern Auto die Mercedes-Benz-Niederlassungsstandorte in Ostdeutschland. Ein entsprechender Kaufvertrag wurde am Freitag in Berlin unterzeichnet. Daimler sprach in einer Konzernmitteilung von einem "wichtigen Meilenstein zur nachhaltigen Zukunftsgestaltung" seines Vertriebs in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Nur die Berliner Verkaufsfiliale bleibt in Ostdeutschland in Daimler-Hand.

Die "Stuttgarter Zeitung" hatte bereits am vergangenen Mittwoch über LSH als aussichtsreichsten Kandidaten für die große Übernahme berichtet. Die Chinesen führen künftig die Niederlassungen in Leipzig (2 Standorte), Dresden (4), Magdeburg (3), Schwerin (2), Rostock (2), Valluhn und Upahl weiter. Erst im vergangenen Dezember waren sie mit dem Erwerb des Erfurter Retail-Betriebs Russ & Janot mit drei Standorten in den deutschen Automarkt eingestiegen. Schon damals hatte das Unternehmen gegenüber AUTOHAUS Interesse an weiteren Autohäusern signalisiert.

"Es ist unsere klare Intention, das Geschäft mit Kontinuität und Stabilität weiterzuführen und auch in Zukunft ein verlässlicher Partner für Kunden und Mitarbeiter zu sein", erklärte Wolfram Geisler, Geschäftsführer der Stern Auto. In den 15 nun übernommenen Mercedes-Autohäusern seien rund 1.200 Mitarbeiter beschäftigt.

LSH aus Hongkong ist einer der größten Mercedes-Vertriebspartner weltweit. Nach Einschätzung von Carsten Oder, Vorsitzender der Geschäftsleitung MBVD, ist die Gruppe "sehr erfahren". Der neue Eigentümer werde den Mercedes-Erfolg in Ostdeutschland sichern. Zum Verkaufspreis wurden keine Angaben gemacht.

Tarifsozialplan soll Beschäftigte schützen

Vorab hatten sich der Hersteller und die Gewerkschaft IG Metall bereits über wesentliche Inhalte eines Tarifsozialplans zur Absicherung sämtlicher Arbeitsbedingungen der Niederlassungsmitarbeiter verständigt. Dazu zählen unter anderem Betriebsvereinbarungen zur Vergütungsregelung, die Sicherung der betrieblichen Altersversorgung nach dem Übergang an neue Eigentümer und die Zahlung von Mitarbeiter-Boni sowie der Festlegung der Höhe der Erfolgsbeteiligung im Rahmen des Betriebsübergangs.

Mit dem LSH-Deal schließt Daimler bei der Neuordnung seines konzerneigenen Vertriebs das bisher größte Kapitel ab. Das Konzept sieht unter anderem vor, sich von 63 der bislang 158 Niederlassungsstandorte zu trennen. Zahlreiche Autohäuser fanden bereits neue Besitzer (wir berichteten). (rp)

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KOMMENTARE


Diaveldave

20.06.2015 - 04:27 Uhr

LSH ist eine Firma aus Malaysia, nicht aus Hongkong, dort ist der Hauptfirmensitz. Sie besitzt unter anderem AH in Malaysia, Taiwan und einen Großteil in China. Ja Sie ist sehr erfahren...


andra

21.06.2015 - 13:53 Uhr

Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich diese partielle Entwicklung zu Handelsgrossmächten auf den Intrabrand-Wettbewerb auswirken wird. Sofern die Ansteuerung des Herstellers weiterhin vorrangig über sogenannte "Leistungsprovisionen", sprich Mengen-getriggerte Ziele erfolgt, wird das den Intrabrand vermutlich zulasten der kleineren/mittelgroßen Partner verschärfen. Für einen Großen hat der Hebel "Leistungsprovision " ja noch einmal eine ganz andere Auswirkung auf das wirtschaftliche Ergebnis. Deshalb kann es für ihn durchaus sinnvoll sein, Einzelgeschäfte mit minimaler Restmarge, bzw. für "0" abzuwickeln und sich dann über die absolute Menge, sprich die Höhe der Leistungsprovision in Euro schadlos zu halten. Spannende Zeiten im Handel - da wird der Hesteller mehr als nur den Mengen-Fetischismus der letzten Jahre in zukunftsfähige Margensysteme einbringen müssen, möchte er auch zukünftig über qualifiziertes und leistungsfähiges Vertriebsnetz im schwierigen "Home Market" verfügen.


Elliott

22.06.2015 - 11:05 Uhr

Das Größe nicht immer mit Professionalität gleichzusetzen ist, braucht m.E. hier nicht weiter erklärt werden. Das Internationalisierung etwas ist, daß unsere Gesellschaft auf allen Ebenen trifft, ebensowenig. Das im von "andra" genannten "home market" ein Mitarbeiter einen anderen Stellenwert hinsichtlich Respekt, Umgang, Führung und Wertigkeit einnimt als in weiten Teilen Asiens, wo Menschen zu "Humankapital" entidividualisiert werden stimmt mich nachdenklich und lässt mich gespannt sein, wo die kulturelle Reise dieser Betriebe hin geht.Ich würde es äusserst tragisch finden, wenn die Greifbarkeit einer "leichten" (weil mit einem großen Partner durchgezogenen) Lösung der Niederlassungs-Liquidierungs-Thematik an dieser Stelle einen gefährlichen, kulturellen Wandel billigend in Kauf nimmt damit in der Deutschland-Zentrale das Management sich einen Haken auf Ihrer To-Do-Liste verpassen konnte.Solche kulturellen Wandel kommen sehr oft trotz aller sonstiger "Professionalität" beim Kunden mit bitteren Begeschmäckern an (und kosten dann unkalkulierbar Nerven und Geld).EIne wahrhaft sehr große Aufgabe für die Manager in den Betrieben die viel sensitivität im Umgang mit den Mitarbeitern erfordert. Meine Allerbesten Wünsche hierfür und auf ein Gutes Gelingen.


Annotator

22.06.2015 - 14:02 Uhr

Gottseidank brauchen die hier noch "Deutschsprachiges" Personal und das sollte sich blos nicht herunterpreisen lassen.


Heinz Schenkein

22.06.2015 - 15:05 Uhr

Die Wahrheit steht wieder einmal zwischen den Zeilen der Kommentare. Wenn Elliot auf den Kulturwandel und andra auf die neuen Größen der Handelbetriebe abzielen,kann und darf auch der geneigte Laie den aktuellen Zustand einer ehemaligen von Typen und Originalen geprägten Händlerlandschaft auf den Müllhaufen der automobilen Geschichte werfen.


udo virchow

04.03.2016 - 20:11 Uhr

die Entwicklung war doch seit jahren vorauszusehen.die großen fressen die kleinen.kosten minimieren .unrentable betriebe abstoßen.das bietet aber auch neune Sichtweisen fürs das Geschäft.größe heißt nicht automatisch ,Rentabilität.vielleicht einen Gedanken von früher wieder aufgreifen um sogenannte einkaufskooperationen zu bilden,den wer in Zukunft unter 2000-5000 pkw Neuwagen verkauft ,wird sich gegenüber ganz großen Vertretern nicht mehr behaupten können .es bleibt spannend .möge der bessere gewinnen


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