Umfragen: Umweltprämie weckt Kaufphantasien

22.01.2009 15:17 Uhr

Gemäß zwei aktuellen Umfragen ist jeder dritte deutsche Verbraucher wegen der staatlichen Förderung zum Autokauf stärker geneigt oder entschlossen. Groß ist das Interesse vor allem in den westlichen Bundesländern.

Die Abwrackprämie wird den Autoabsatz in Deutschland nach den massiven Einbrüchen der vergangenen Monate vermutlich stabilisieren. Diese Schlussfolgerung lassen zwei repräsentative Verbraucher-Umfragen zu. Wie das Beratungsunternehmen b-k-p Consulting und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young am Donnerstag unabhängig voneinander mitteilten, will sich etwa jeder Dritte der jeweils über 1.000 Befragten wegen der geplanten Förderung von 2.500 Euro für einen Neu- oder Jahreswagen entschieden. Entgegen bisherigen Expertenmeinungen stehen auch den deutschen Herstellern und Markenhändlern gute Geschäfte ins Haus. Laut b-k-p-Umfrage plant der Großteil der aufgrund der Prämie zum Autokauf Entschlossenen (80,1 Prozent) den Erwerb eines Neu- oder Jahreswagens aus Deutschland. Bei Ernst & Young kaufen mehr als die Hälfte "Made in Germany". Etwa 57 Prozent wollen der Erhebung zufolge einen Kleinwagen für höchstens 15.000 Euro. Regional wirkt sich die Prämie nach Angaben von b-k-p unterschiedlich auf die Entschlossenheit aus: Im Vergleich planen etwa halb so viele kaufwillige Verbraucher in den östlichen Bundesländern wegen der Prämie einen neuen Wagen kaufen als in den westlichen Regionen. Fast ein Drittel der Befragten gab an, dass sie kein entsprechend altes Auto zum Verschrotten hätten. "Prämie wirksamer als Rabatte" B-k-p-Geschäftsführer Thomas Kremer bewertet das Prämienkonzept in seiner jetzigen Form insgesamt positiv. Er geht davon aus, dass dieses in Kombination mit konzertierten Aktivitäten von Autohändlern und Herstellern wirksamer und nachhaltiger sei als einseitige Rabattaktionen. Nichtsdestotrotz rechnet Kremer in diesem Jahr mit einem massiven Händler-Sterben. Der Experte schätzt die Quote der stark gefährdeten Autohäuser auf 25 bis 30 Prozent der etablierten Markenbetriebe. Dies entspreche rund 100.000 akut gefährdeten Arbeitsplätzen. Stärker als die Kaufzurückhaltung würden sich 2009 die massiven Abwertungen der Gebrauchtwagenbestände und Leasingrückläufer negativ auf das Geschäft auswirken, hieß es. (rp)

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