VDA fordert weitere Marktöffnung in China

14.09.2006 17:10 Uhr
Gottschalk: "Joint Venture-Zwang auf Dauer nicht zu halten"

Gottschalk: "Joint Venture-Zwang auf Dauer nicht zu halten" / Deutsche Hersteller wachsen zweistellig

Trotz rasanten Wachstums klagen die führenden deutschen Autobauer über zu viele Beschränkungen in China. China müsse sich im Automarkt noch weiter öffnen, forderte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, am Donnerstag auf der internationalen Wirtschaftskonferenz "Hamburg Summit: China meets Europe". Nur dann könne die Volksrepublik auch selbst erfolgreicher Mitspieler in der Autobranche werden. "China ist einer der wichtigsten Wachstumstreiber im weltweiten Automobilgeschäft", betonte Gottschalk. Bis August dieses Jahres sei der Pkw-Absatz um 27 Prozent auf 2,6 Mio. gestiegen. Nach dem Rückgang im vergangenen Jahr seien die Verkäufe deutscher Marken bis Ende Juli überproportional um gut 30 Prozent auf nahezu 400.000 Pkw gewachsen. VW ist mit deutlichem Abstand der größte deutsche Anbieter und steigerte zuletzt seinen Absatz um 30 Prozent. Audi schaffte sogar ein Plus von 73 Prozent. Auch BMW (plus 36 Prozent) und Mercedes (plus 19 Prozent) wuchsen zweistellig. Die Produktion deutscher Hersteller in China sei heute um 46 Prozent höher als im Jahr 2005, berichtete Gottschalk. Seit Beginn der 90er Jahre habe sich allein die Zahl der Standorte in China mehr als versechsfacht. Deutsche Autounternehmen oder ihre Lizenznehmer produzierten in mehr als 100 Fertigungsstandorten mit über 60.000 Mitarbeitern. China habe selbst ehrgeizige Pläne im weltweiten Automobilgeschäft: "Das Ziel sind ein bis zwei chinesische Global Player." Zu einem wettbewerbsfähigen und akzeptierten Mitspieler im globalen Produktions- und Lieferverbund der Automobilindustrie könne China allerdings nur dann werden, wenn es auf eine weitere Öffnung setze. Deshalb sei auf Dauer ein fortgesetzter "Joint-Venture-Zwang" nicht zu halten. Diesem Zwang zur Bildung von Gemeinschaftsunternehmen unterliegen auch deutsche Autohersteller. Zudem sei Rechtssicherheit unabdingbare Voraussetzung für den Transfer der neuesten Technologien, unterstrich Gottschalk. Streit um Importzölle bei der WTO dauert an Der VDA-Präsident hob das "sehr große Interesse" der Automobilindustrie hervor, dass die gegenwärtigen Diskussionen bei der Welthandelsorganisation (WTO) über die Einfuhrbeschränkungen für Automobilteile in China "zu einem schnellen und für beide Seiten zufrieden stellenden Abschluss gebracht werden". Wegen der hohen Importzölle Chinas auf Fahrzeug-Komponenten wird seit Monaten gestritten. Die USA, die Europäische Union und Kanada hatten bereits im März bei der WTO eine vorläufige Beschwerde eingereicht. Die Verhandlungen hatten bisher aber noch keine Abhilfe gebracht. China erhebt weiter Zölle im Schnitt von 25 Prozent auf importierte Autoteile. (dpa)

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