Der Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) Volker Lange fordert ein schnelles Handeln von der Politik. "Beseitigen Sie Verunsicherung und damit die Kaufzurückhaltung vor allem der privaten Verbraucher durch schnelle, klare und sachgerechte Entscheidungen", erklärte er am Donnerstag in Frankfurt. Die internationalen Fahrzeughersteller hätten ihre Hausaufgaben gemacht und umweltfreundliche Fahrzeuge produziert, jetzt müssten auch die Politiker endlich handeln. Auf die Frage, mit wie vielen Insolvenzen er im Zuge der Krise im Handel rechne, wollte Lange nicht antworten: "Ich will die Händler nicht in die Grütze reden." Es gebe schon genug selbst ernannte Autoexperten, die mit ihren Äußerungen für Verunsicherung sorgen. Aber er fügte hinzu: "Wir werden den ein oder anderen Händler verlieren". Weitere Rabatte zur Ankurbelung des Absatzes lehnt der Verband aber ab. "Es würde die wirtschaftliche Kraft jedes Unternehmens beeinträchtigen, sich an noch höheren Rabattschleudereien zu beteiligen", sagte VDIK-Präsident. An die Adresse der Banken fügte er hinzu: "Wenn die Banker bei ihren Investmentbankern so kristisch gewesen wären, wie bei den Händlern, gäbe es jetzt keine Krise". Weiter forderte er die mit "staatlichen Bürgschaften ausgestatteten Banken" auf, "den Mittelstand bei seinen wirtschaftspolitisch notwendigen, zukunftssichernden Investitionen" zu unterstützen. Kritik an "Deutsche kauft Deutsch" Ebenso kritisierte Lange die Aufrufe in der Presse "Deutsche kauft deutsch": Tatsache sei, dass 74 Prozent der in Deutschland produzierten Pkw exportiert würden und die deutsche Autoindustrie somit "ein existenzielles Interesse an einem freien Welthandel haben muss." 140.000 Arbeitsplätze in Deutschland hingen von den Mitgliedsunternehmen des VDIK ab. Und jährlich würden von den internationalen Fahrzeugherstellern für zweistellige Milliardenbeträge Teile und Zubehör in Deutschland und bei den ausländischen Tochterunternehmen deutscher Zulieferer gekauft.
VDIK-Präsident: "Händler nicht in die Grütze reden"
VDIK-Präsident Volker Lange hat die Politik zum sofortigen Handeln aufgefordert. Er kritisiert zudem das Verhalten der Banken und wendet sich gegen "Deutsche kauft deutsch"-Aufrufe. Für den Handel werde 2009 ein schweres Jahr.