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VDOH: Chevrolet-Rückzug schon im Juni

Uwe Heymann und Thomas Bieling luden zur Jahrestagung und 50-Jahrfeier des Opel-Händlerverbandes nach Frankfurt.
© Foto: Christian Frederik Merten/AUTOHAUS

Die Auflösungsvereinbarungen der Chevrolet-Verträge bieten aus Händlersicht keinen Anlass zur Klage. Für Opel kündigte der VDOH bei seiner Jubiläumstagung Handlungsbedarf nicht nur in Sachen Rendite an.


Datum:
27.03.2014
Autor:
<br>Von Christian Frederik Merten
3 Kommentare

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Der Chevrolet-Rückzug verläuft in geordneten Bahnen. Das unterstrich Thomas Bieling auf der Jahrestagung des Verbandes Deutscher Opel- und Chevrolet-Händler (VDOH). Die Auflösungsvereinbarungen seien – nachdem nun auch mehr als 180 Tage alte Vorführwagen in die Abverkaufsprogramme aufgenommen wurden – grundsätzlich fair, sagte der Verbandspräsident am Donnerstag in Frankfurt. Nur vereinzelt sei Gesprächsbedarf entstanden.

Auch geht der Chevrolet-Abverkauf zügig voran. Aktuell sei der Bestand von 11.000 auf 1.700 Neufahrzeuge gesunken, davon 1.000 ohne Zulassung. Damit werde der Verkauf von Chevrolet-Neuwagen in Deutschland bereits im Juni enden. Bieling: "Man kann davon ausgehen, dass dann kein Lagerbestand mehr vorhanden ist."

Chevrolet bietet außerdem jedem ehemaligen Vertragshändler die Fortführung eines Servicevertrags an. "Der ist von uns geprüft, den können Sie ruhig unterschreiben", sagte der VDOH-Chef. Insgesamt sieht er den Rückzug der Marke auch als Chance für Opel: "Ich glaube, dass es Opel hilft, sich klarer zu positionieren."

"Verdammt schwierig, mit Opel alleine Geld zu verdienen"

Bei der Marke mit dem Blitz steht 2014 wie im Vorjahr die Optimierung der Händlerrendite im Fokus der Verbandsarbeit. Bieling forderte in Richtung Rüsselsheim, der Zielwert von durchschnittlich zwei Prozent müsse schon weit vor dem Planjahr 2022 erreicht werden. 2013 lag die Durchschnittsrendite der Opel-Händler bei 0,8 Prozent – allerdings unter Einschluss des Geschäfts mit Fremdfabrikaten. Auf Grundlage einer Musterkostenrechnung prüft der VDOH derzeit, inwieweit sich die Marke Opel im Handel alleine trage. Vorab sagte der Verbandssprecher vor allem mit Blick auf kleinere Unternehmen: "Es ist verdammt schwierig, mit Opel alleine Geld zu verdienen."

Über die Verbesserung der Rentabilität hinaus wird sich der VDOH 2014 zudem verstärkt um die Vereinfachung der Vertriebsprogramme und um den Internetvertrieb kümmern. Verbandsseitige Vorschläge für ein überarbeitetes Vertriebsprogramm gebe es bereits, erklärte Bieling. Kernstück sei eine einfache Grundstruktur, das sich frei mit allen weiteren taktischen Programmen kombinieren lässt. Beim Autoverkauf über das Netz ist es erklärtes Verbandsziel, die Einführung eines Direktvertriebssystems zu verhindern. "Wir müssen ein Lösung finden, wie wir alle vom Internetvertrieb profitieren können", so Bieling.

Drang zur Markenexklusivität

Lösungsbedarf sieht der VDOH auch beim Thema Markenexklusivität. Im Zuge des Chevrolet-Abzugs fordere Opel diese verstärkt ein. In einigen Fällen biete Rüsselsheim individuelle Förderanreize zur Einhaltung der Markenexklusivität, drohe teilweise aber gleichzeitig mit Vertragskündigung bei Nichteinhaltung. Bieling wies in diesem Zusammenhang auf die Regularien der einzelnen Verträge hin und sagte auch: "Mehr Fläche heißt nicht automatisch mehr Umsatz für Opel."


50 Jahre Opel-Händlerverband

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KOMMENTARE


Annotator

28.03.2014 - 09:33 Uhr

Noch eine superschlaue Annotatorweisheit.Für den Finanziellen Erfolg ist in jedem Fall der Unternehmer selber verantwortlich.Das Gejammere über schlechte Umsatzrenditen wird aber dennoch nie verstummen.Niemand sollte sich in eine Lage bringen, dass andere indirekt über sein Unternehmen entscheiden (Banken, Hersteller). Ich weiss &#34;Superschlau&#34; aber nicht ganz unwahr.


Michael Kühn

28.03.2014 - 13:42 Uhr

@ Annotator; Sie haben das richtig erkannt -Ihre eigene Superschläue- ... Ihre Theorie in Ehren, aber Sie scheinen überhaupt keine Ahnung zu haben, wie es z.B. vor über 30 Jahren zu den Händlerverträgen kam und was zwischenzeitlich alles verändert wurde, zu Lasten der Vertragspartner, insbesondere die langfristig getätigten Investitionen, die aufgrund von Herstellerversprechungen für notwendig erachtet werden mussten. Fragen Sie doch einmal nach, bei einigen alteingesessenen Vertragsbetrieben, welche in Ihren Augen nur noch &#34;Jammern&#34; können. Die knallharte Konsequenz wäre, sich aus diesen Verträgen sofort zu lösen und die Existenz, die über viele Jahre nach bestem Gewissen aufgebaut wurde, aufzugeben inkl. diverse Mitarbeiter an die Luft zu setzen. Mir sind verschiedene BMW, Audi/VW - Händler, wie auch Andere persönlich bekannt, denen seitens der Hersteller gekündigt wurde, wenn man sich nicht weiter beim Hersteller verschulden wollte und die Hausbanken die geforderten Umbaumaßnahmen nicht finanzieren wollten. (Vgl. auch das Thema Leasingrückläufer-Rücknahme nach den Dekrabewertungen bei BMW, so als Beispiel, wie kaufmännisches Denken systhematisch von dem Hersteller ausgehebelt wurde...) -- NW-Quoten mussten erfüllt werden, zur Not auch über Leasingverträge mit Rückkaufverpflichtung... usw., aber das ist Detailwissen, welches die betroffenden Händler mittlerweile schmerzvoll erkannten und dagegen eine Offensive in Angriff nahmen. --


Steueramtsrat

31.03.2014 - 08:40 Uhr

Der Lagerverkauf scheint in vollem Gange. Die Autos sieht man auf den Straßen. Und wenn das europäische Lager leer ist, ist Schluss! Kaufmännisch und logistisch macht das Sinn!


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