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Verbandstagung: Renault-Händler machen sich Sorgen

Trotz Schwierigkeiten Wille zur Zusammenarbeit: Händlerpräsidentin Sylke Eßer-Bruß und Renault-Deutschlandchef Achim Schaible.
© Foto: Doris Plate/AUTOHAUS

In den letzten zehn Jahren haben sich die effektiven Zulassungszahlen der französischen Marke von 200.000 auf 100.000 halbiert. Anspruch und Wirklichkeit liegen weit auseinander.


Datum:
11.11.2013
Autor:
<br>Von Doris Plate
11 Kommentare

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Bei Renault-Nissan klaffen Anspruch und Wirklichkeit derzeit weit auseinander. Am Freitag letzter Woche beschwerten sich die Nissan-Händler auf ihrer Händlerverbandstagung über überhöhte Ziele, am Samstag zogen die Renault Händler auf dem Renault- und Dacia-Partnerkongress in Hamburg nach. 

Angesichts einer Reduzierung der effektiven Zulassungszahlen von 200.000 auf 100.000 Einheiten in den letzten zehn Jahren sagte die Präsidentin des Verbandes Deutscher Dacia und Renault Partner (VDRP) Sylke Eßer-Bruß: "Anspruch und Wirklichkeit entwickeln sich immer weiter auseinander." Die Händler machten sich berechtigte Sorgen, welchen Weg die Volumenmarke gehe und wo die Händler ihre Zukunft sehen können. Sie forderte Perspektiven ein.

Es läge nicht an den Modellen, denn diese entsprächen zumindest in Design und Technik/Qualität den Anforderungen des Marktes. Vielmehr sieht sie als Grund für den Rückgang der Zulassungen und des Marktanteils das unklare Markenimage. Außerdem sei der Preis des neuen Clio von Anfang an nicht wettbewerbsfähig gewesen. Der "Vision" des Herstellers von der höheren Positionierung der Marke stehe die Realität der billigen Internetangebote gegenüber.

Bestellziele und Investitionen

Besonders kritisierte sie auch die vom Hersteller geforderte Bestellplanung. Ihre klare Forderung an den Vorstandsvorsitzenden der Renault Deutschland AG Achim Schaible: "Knüpfen Sie nicht die komplette Verkaufsförderung an Bestellziele." Angesichts der derzeitigen durchschnittlichen Händlerrendite von 0,6 Prozent stellte sie auch die hohen Investitionen in die Ausstattung der Autohäuser, Stichwort schwarze Fliesen, in Frage: "Wir investieren mit Geld, das wir nicht verdienen." Trotz aller Schwierigkeiten erklärte sie aber die Bereitschaft der Händler, weiter mit dem Hersteller zusammen zu arbeiten und Lösungen für die vorhandenen Probleme zu finden.

Auch Schaible räumte in seiner Rede ein, dass die Zulassungszahlen der Marken zum vierten Mal in Folge zurückgegangen sind. Während Dacia noch immer seinen Marktanteil steigere, liege Renault mit einem Marktanteil von 3,56 Prozent noch unter dem Vorjahr. "In absoluten Zahlen fehlen uns rund 3.000 Einheiten um zumindest den Marktanteil des Vorjahres zu verteidigen." Schaible führte die Probleme darauf zurück, dass die Verhandlungen zum Händlervertrag die Partner abgelenkt haben. Und er selbst bezeichnete die vom Hersteller geforderten Bestellaktionen als "Unwort des Jahres", verteidigte aber das Prinzip. "Rechtzeitige Bestellungen und entsprechende Bevorratung sind Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Verkauf. Geschieht das nicht, sind für uns als Hersteller dann Bestellaktionen die einzige noch verbleibende Möglichkeit, um Sie an die Einhaltung dieses unabdingbaren Prozesses zu erinnern und die notwendige Fahrzeugverfügbarkeit zu sichern."

Coaching für das Händlernetz

Mit einem Coaching-Programm für das Händlernetz, Maßnahmen zur Schärfung des Markenimages, einer preislichen Repositionierung des Clio und einer Verbesserung der Digitalstrategie will er die Marke im nächsten Jahr wieder voran bringen. Das wichtigste Versprechen gab Schaible aber zum Schluss: "Wir haben eine starke Verkaufsförderung in der Vorbereitung, die uns die nötige Durchschlagskraft am Markt sichern wird." (dp)

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in AH 22, das am 25. November erscheint!


Renault- und Dacia-Partnerkongress

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KOMMENTARE


Hr. Sandual

11.11.2013 - 16:35 Uhr

Hätte der Hersteller seine Vision von ultrakurzen Lieferzeiten auch nur annähernd durchgezogen, bräuchten sich die Händler nicht schwachsinnige Fahrzeugmengen auf den Hof stellen.Wenn dann ein bestellter Clio aus Juni im Januar des Folgejahres ausgeliefert wird, sollte sich der Hersteller fragen, wo sein Problem liegt. Nix los, schon lange vom Glanz der alten Tage weg, aber andauernd sind Modelle, Motoren oder Ausstattungen nicht verfügbar, Liefertermine werden weit überschritten und es werden bescheuerte Abnahmevereinbarungen abgeschlossen.Die Preissteigerungen (Clio III auf Clio IV) oder vom Modus zum vermeintlichen &#34;Nachfolger&#34; Captur sind exorbitant - ebenso wie die Lieferzeit eines &#34;individualisierten&#34; Capturs.Von rund 225.000 Einheiten Anfang 2000 werden es nun vlt. 95000 Einheiten in 2013 - an den Händlern, die mit ihrem Personal ums Überleben kämpfen wird es eher nicht liegen.Hoffentlich überlebt die Organisation die E-Pleite, in die unglaubliches Geld versenkt wurde. Wenn der erste ZOE Kunde (wobei das auch für E-UP!, Leaf, I35 etc. gilt) im Winter nach 90 anstatt &#34;bis zu 210km&#34; liegen bleibt und keine Zapfsäule des schleppenden Ausbaus in der Nähe ist, wird er sich wieder beim Händler beschweren.....


James Housten

11.11.2013 - 17:37 Uhr

Erfolgreiche Bestellaktionen setzen voraus, dass das Handelsnetz (insbesondere die volumenstarken Händler) auch finanziell in der Lage sind, diese Bestellaktionen zu finanzieren. Sicherlich sehen dies die finanzierenden Banken eher kritisch, denn bei einer durchschnittlichen Umsatzrendite von 0,6% und einem Volumenrückgang von 50% in den letzten Jahren, werden gerade große Renault-Händler derzeit erhebliche Verluste in ihrem Renault Geschäft schreiben. Die finanzielle Restsubstanz nun mit den geforderten Bau-Investitionen noch weiter aufzuzehren, muss bei jeder finanzierenden Bank automatisch zu einer höheren Risikobewertung führen und somit zu noch weiteren Reduzierungen der Einkaufsfinanzierungslinien. Es gilt die alte Bauernregel: Ein Schwein kann nur einmal geschlachtet werden.


leser

12.11.2013 - 11:11 Uhr

Einmal und nie wieder Renault, 2 Monate Horror, vertriebsstruktur, organisation, verfahrenswege, etc.Die marke renault ist die mit abstand grausamste marke, welche man als vk vertrieben darf/muss.nie wieder renault, soetwas habe ich als vk in13 jahren noch nicht erlebt.


schlaufuchs

12.11.2013 - 14:23 Uhr

Die Herren in der Spitze finden selber keine Lösung für die Absatzschwäche des gesamten Marktes! Verfallen in Aktionismus und verteidigen sich gegenüber der Händlerschaft, die brutal ums überleben kämpft, mit Worthülsen und Lippenbekenntnissen. Nur Taten folgen dem Ganzen leider nicht wirklich! Wir sind froh unseren Renaultvertrag nach ca. 30 Jahren nicht mehr zu haben und helfen uns selber! Ohne Knebelverträge, die jeden Händler immer ein Stück näher an den wirtschaftlichen Ruin treiben! Wehrt euch...solange Ihr das noch könnt!


Alex.W

13.11.2013 - 12:06 Uhr

Wenn man sieht, dass innerhalb von 13 Jahren die Marke Renault über 100.000 Einheiten verloren hat, kann man davon ausgehen, dass die Marke ein Image Problem hat. Junge Leute entscheiden sich für VW, Skoda und Hyundai. VW und Skoda gewinnen Vergleichstest, Hyundai punktet mit 5 Jahren Garantie. Die Renault Tochter Dacia bekommt 3 Jahre Garantie,(und gewinnt Marktanteile) Renault hat 2 Jahre Garantie und &#34;Renault Quality Made&#34;. Hätte man nicht Renault Modellen 5 oder 6 Jahre Garantie geben müssen, wenn man Dacia 3 Jahre Garantie gibt? Man hätte doch den Leuten zeigen müssen wir haben Vertrauen in unsere Renault Produkte. Nur ein &#34;Renault Quality Made&#34; Logo entwerfen reicht doch nicht. Renault hat tolle neue Produkte und es kommt noch mehr. Um kurzfristig wieder Erfolg zu haben und das Image zu steigern kommt man an 5 oder 6 Jahren Garantie nicht vorbei. Alles andere wurde schon von den Vorschreibern gesagt, ihr trefft es alle auf den Punkt.


Vertragshändler

13.11.2013 - 12:26 Uhr

Es hat mich sehr beeindruckt wie Herr Schaible alle Kritik, welche sachlich und analytisch richtig von Frau Eßer-Bruß vorgetragen wurde ignoriert hat. Dieser Manager besticht durch ein Projekt &#34;Mission 6%&#34;, welches von ihm vor Jahren initiert wurde, aber nicht erreicht wird.Der Hersteller fährt auf dem deutschen Markt eine Strategie, welche für die Handelspartner nicht nachvollziehbar ist. Es herrscht ein Klima von &#34;Klappe halten&#34;.Renault verliert in der Fläche relevante Marktanteile. Die Vertriebsstrategie ist gescheitert. Die Renditen sind katastrophal, die Zusammenarbeit mit dem Hersteller ist miserabel. Es wird regelmäßig Zick-Zack gefahren. (...) Die gemeinsame Sache gibt es nicht mehr. Herr Schaible würde bei einer Popularitätsumfrage desaströs abschneiden und dies an erster Stelle aufgrund der Art der Kommunikation und erst an zweiter Stelle als gescheiterter Manager.


Eue

16.11.2013 - 13:00 Uhr

Renault hilft auch kein Air & Care Gedöns mehr steigende Verkaufszahlen zu erreichen, dies hilft lediglich einer Bereinigung des Händlernetzes die sich solche Ausgaben schon seit langem nicht mehr leisten können, aber die Oberen in Frankreich und Brühl sind halt in Ihrer eigenen Traumwelt.Mal ein Tip...lasst doch die Händler einfach mal Ihre Arbeit verrichten ohne ständige Knebeleien wie z.B. irrwitzige Bestellaktionen, verbessert die Liefersituation, und kommt mal von eurem hohen Roß runter die goldenen Zeiten von Renault in Deutschland sind vorbei und werden wohl auch nicht wieder kommen.


heinz

18.11.2013 - 08:59 Uhr

Der Zulassungs Rückgang bei RENAULT kommt doch nicht aus heiterem Himmel.So wie in den letzten mit den Händler umgegangen wurde, muss dieses doch eine Konsequenz haben . Renault wird sich auch den nächsten Jahren nicht davon erholen .


Norbert Schillinger

21.11.2014 - 13:43 Uhr

Ich bin über 30 jahre bei Renault Händlern in Nürnberg und in Erlangenals Sachbearbeiter im Kundendienstbereich beschäftigt gewesen. Ich kann mich in die Aussagen der Firmen bzw.Verkäufer hineinversetzen.Ich habe zum 1.11.13 betriebsbedingt meinen Arbeitsplatz verloren und bin verzweifelt aufder Suche nach einer Anstellung in einem Renault Betrieb in Bayern (ähnlich wie ein Serviceassistent) Mein Herz hängt an Renault.Renault ist für immer alles gewesen. Meine Kontaktadresse:Norbert Schillinger0178/5568262Wanderer Str.6390431 Nürnberg


Ein treuer Renault Kunde

08.03.2016 - 12:14 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,es gibt in den Bereichen Vertrieb und Service Verbesserungsvorschläge.Kunden erwarten Service, es ist nicht damit getan gute und zuverlässige Pkw zu verkaufen, günstige Finanzierungen anzubieten, um danach dem Kunden dem freien Wertverfall seines Pkw auszusetzen. Junge Auto Käufer sind auch auf bezahlbare Reparaturen angewiesen. Wenn sich eine der traditionsreichsten Automarken in Europa den Luxus leistet exobbitant hohe Ersatzteil- und Werkstattpreise zu verlangen und zudem noch dadurch bedingt in den Vergleichstests führender Automobiltester wie z.B. den ADAC in Ungnade fällt und keine besseren den Autos angemesseneren also bessere Ergebnisse erziehlen kann, unteranderem Gebrauchtwagengarantien an die Händler bindet bei denen die PKW gekauft wurden und somit den Jungen freien Internet affinen Käufern die Möglichkeit nimmt eine freie Händlerwahl zu haben , muss sich nicht wundern das die angepeilten Ziele in weite Ferne rücken. Die oben schon angeklungende Unzufriedenheit der Akteure im Vertrieb und im Service fallen auch dem Kunden auf. Es ist also nicht so, das der Kunde keine Empathie besitzt. Wer Erfolgreich ein Unternehmen führen will, hat auch eine angemessene Wohlfühlatmosphäre zu schaffen, da ist es mit einem schönen Show Room nicht getan.


mk

08.03.2016 - 16:18 Uhr

... inhaltlich sicher alles richtig und verständlich! Aber bei den „Rechtschreib-Akrobaten“ hier im Netz, stellen sich ja einem die Nackenhaare auf. Satzstellung, Groß- und Kleinschreibung: komplette Fehlanzeige!


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