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Verluste: Chinesische BMW-Händler fordern eine Milliarde Dollar

Die chinesischen BMW-Händler sind nicht mehr bereit, die vom Werk geforderten Absatzziele zu erfüllen.
© Foto: dpa

32 große Händlergruppen fordern in einem Brief an China-Chef Karsten Engel rund eine Milliarde Dollar, um die angelaufenen Verluste in diesem Jahr auszugleichen.


Datum:
15.12.2014
12 Kommentare

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Von Ralph M. Meunzel

Die chinesischen BMW-Händler sind nicht mehr bereit, die von BMW geforderten Absatzziele zu erfüllen. Wie unter anderem der Blog des "Wallstreet Journals" berichtete, forderten 32 Händlergruppen, die 68 Prozent des jährlichen Verkaufsvolumen abdecken, in einem Brief an China-Chef Karsten Engel rund eine Milliarde US-Dollar (sechs Milliarden Yuan), um die angelaufenen Verluste in diesem Jahr auszugleichen.

Gleichzeitig geht es dem Handel laut Wallstreet Journal darum, die Gängelung durch den Premiumhersteller in Form von permanentem Abnahmedruck von Neuwagen und Zubehör einzustellen und künftig realistische Umsatzziele zu verhandeln. Gleichzeitig wird das Tempo kritisiert, das BMW beim Netzausbau fordert. 

Auf Anfrage des Blogs sagte ein Konzernsprecher, dass man mit den Händlern im Gespräch sei, um eine einvernehmliche Lösung zu finden. Details wurden nicht genannt. 

Renditetief

Der Autohersteller gehört zu den Premiummarken in China, die am besten performen. BMW verkaufte insgesamt 415.209 Einheiten in China in den ersten elf Monaten 2014. Das sind 17,2 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahlen beziehen sich allerdings auf die Auslieferungen an den Handel. In den ersten elf Monaten wurden in China mit insgesamt 21.080.000 Einheiten nur um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr mehr verkauft, so die China Association of Automobile Manufactures. Die Erwartungen nach einem zweistelligen Wachstum haben sich damit nicht erfüllt.

Gleichzeitig erleidet der Vertragshandel in diesem Jahr wieder ein Renditetief. Viele Autohäuser verdienen zu wenig oder gar kein Geld mit dem Neuwagengeschäft. Der Handel ist mit dem Geschäftsverlauf 2014 definitiv unzufrieden und die Marktentwicklung 2015 unsicher. Die Ursachen sind vielfältig: Überangebot, starker Wettbewerb, Incentives der Hersteller und Lagerwagen. (rm)

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KOMMENTARE


Bolenski

15.12.2014 - 09:35 Uhr

Da kann man es wieder mal sehen: Hauptsache viele Autos "verkauft" um die zwei Millionen Absatzziel zu erreichen aber die Händler sind die dummen und verdienen nix mit der "Premiummarke" ......


Charly

15.12.2014 - 09:41 Uhr

Die trauen sich was, die Chinesen. Hut ab !


N.Eutrum

15.12.2014 - 10:11 Uhr

So langsam wird dann aber doch klar , wie die "riesigen Erfolge" in China/Asien generiert werden. Da wird der Netzaufbau voran getrieben und gleichzeitig lese ich - nicht zum ersten mal in diesem Portal - dass die Händler gar kein Geld verdienen ? Wie kann das sein ?? Die traumhaften Verkaufszahlen, die uns in den letzten Jahren von den Herstellern immer um die Ohren geknallt wurden, sind demnach doch nur Stückzahlen ohne Gewinne. So kann ich überall auf der Welt Autos "verkaufen" - bin mal gespannt, wann die Blase "China"; platzt !


Nadel8476

15.12.2014 - 11:07 Uhr

Da kann ich nur sagen:Herzlich Willkommen dem kommunistischen China in der realen Welt des Kapitalismus. Wer das eine will muss das andere mögen.Nur wird es die chinesische Parteiführung schon richten und die Hersteller werden, anders als in unserer schönen heilen deutschen automobilen Herstellerwelt, den kürzeren ziehen müssen.


Nick

15.12.2014 - 12:22 Uhr

Ja das gleiche hat der Herr Engel bereits in Thailand gemacht und scheinbar nichts dazu gelernt. Auslieferungen an Kunden heisst hier das magische Wort Herr Engel und nicht an die Haendler! Das ist verantwortungslos und spiegelt in keinem Fall die Realitaet wieder. Das war abzusehen, das diese Nummer fuer Herrn Engel zu gross ist, BMW haette diesen Manager nach seinem Weggang zu ATU nie wieder einstellen duerfen. Aber die Netwerke funktionieren bei den Bayern hervorragend und sind im hoechsten Masse Geschaeftsschaedigend. Viel Glueck, hoffentlich kommt BMW mit einem blauen Auge davon


Michael Kühn

15.12.2014 - 16:11 Uhr

Tja, liebe Hersteller, der "böse" Wind bläst jetzt auch Euch in Eure hocherhobene Nase. Hochmut kommt vor dem Fall, insbesondere, wenn man BLAUÄUGIG auf neue Märkte setzt und auch daran noch die Zukunftsorientierung (Planzahlen) festlegt. - Spielt doch einfach auf einer Spielbank mit fremden Geldern, dabei entstehen sicher nicht einmal annähernd derartig viele fragwürdige Arbeitnehmer- Existenzen. (Fürstliche Gehälter kassieren ist eine Sache, und die echte zukünftige Entwicklung richtig einzuschätzen eben ein komplett anderes Buch...) Ein kleiner Handwerksbetrieb wäre mit Sicherheit weitaus vorsichtiger, haftet er doch mit seinem Privatvermögen. Mit einem sehr, sehr nachdenklichem Gruß MK


Rainer M.

15.12.2014 - 18:39 Uhr

Getrieben von der Gier (sprich mindestens 10% Umsatzrendite) und dem Wahnsinn, egal wo auf der Welt die Nummer eins im Premium Segement zu sein und zu bleiben, werden die Händler an den Rand des Ruins getrieben. In Deutschland ist schon ein Händler mit 0,8% Umsatzrendite Benchmark, das ist ist ja lachhaft, aber sicher nicht Premium. Schade, das die Einsicht eines gesunden und überschaubaren Wachstum den Premium Herstellern abhanden gekommen ist, und das bestreben für mehr Rendite für den Handel bei den Händlern nicht ankommt. Und das liegt sicher nicht nur an schlecht wirtschaftenden Handelsbetrieben. Es werden immer dann neue Bonus System Bausteine eingeführt, wenn der Handel sich gerade gut mit den laufenden Systemen arrangiert hat, und daduch seine Rendite wieder leicht hochfahren könnte. Wenn der Handel am Ende zusammenbricht, weil Kredite nicht mehr zurück bezahlt werden können, die aber nötig waren um die teuren retails Standards zu erfüllen und um die Lagerbestände zu finanzieren, wird es langfristig auch die Hersteller treffen. Wo bleibt da die immer wieder zitierte "Parnterschaft"?


Hans

15.12.2014 - 18:49 Uhr

Nick sagt es genau richtig. Hr. Engel hat dies in Thailand, Japan und Deutschland durchgezogen nur um des Stueckzahlen Willens. Leider sind im BMW Top Management nur Herren wie Karsten Engel und Ivan Koh aus Singapur gefragt, welche Fakturierung an ihre Vetragspartner als Messlatte sehen. Schoene neue BMW Premium Welt ade. Der verstorbene Dr. Ganal ehemals Vertriebsvorstand hat mal von nachhaltigem Wachstum in China gesprochen.....


Di Leonardo

15.12.2014 - 22:08 Uhr

Na sieh mal an, auch dass können die Chinesen , Hochachtung . Die Hersteller , nicht nur BMW sollten endlich begreifen das die Händler nicht dessen Kunden sind, sondern nur eine Zwischenstationen zum Kunden . Ich kann nur an die europäischen Händler appellieren endlich wach zu werden .Di Leonardo


wolf

16.12.2014 - 00:13 Uhr

warum aufregen , sind doch nur schlappe 2000 € pro Fahrzeug Rabatt. Bei den überteuerten Chinapreisen ein Klacks..wenn man ehrlich ist sind doch die sogenannten Premiumhersteller alle zu KIK Läden geworden. Wenn ich einen Dienstwagen mit über 40% nach einem halben Jahr kaufe hat das doch nichts mehr mit Premium zu tun.Die einzge Gefahr sehe ich, dass sich die Händler Ihr Herstellersponsoring nicht mehr gefallen lassen..10 Jahr BMW AG und Sittenverfall gegenüber den Händlern war für mich genug


Peter Wachalski

16.12.2014 - 10:46 Uhr

Es wird notwendig eine internationale, faire und aktive Intressenvertretung der Kfz- Dealer in Gang zubringen. Nach den Ernergiewarengruppen gehören mit Sicherheit die Kraftfahrzeuge weltweit mit zu den großen Handelswarengruppen. Die mittelständische Eigentümerstruktur sollte dabei kein Hindernis sein ! Vielleicht klappt es hier mit der abgewandelten Marx- These: Kfz- Dealer aller Länder vereinigt Euch!


Dirk

16.12.2014 - 21:20 Uhr

Für den Hersteller sind Händler ein notwendiges Übel.Wenn es irgendwann ohne geht, knallen die Korken .Kosten nur Geld und meckern rum ....Die Guten verdienen noch was.Die schlechten jammern rum und wollen "GERETTET" werden .....


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