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Versicherer: Rabattkampf bei Wechselkennzeichen

Mit dem Wechselkennzeichen will Verkehrsminister Ramsauer einen Anreiz zum Kauf eines umweltfreundlichen Zweitwagens setzen.
© Foto: BMVBS

Ab 1. Juli dürfen zwei Wagen derselben Fahrzeugklasse wechselweise mit nur einem Nummernschild bewegt werden. Einige Versicherer werben nun mit kräftigen Nachlässen um die neue Zielgruppe.


Datum:
21.06.2012
7 Kommentare

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Ab dem 1. Juli 2012 dürfen zwei Fahrzeuge derselben EU-Fahrzeugklasse wechselweise mit nur einem Nummernschild genutzt werden. Grund für einige Versicherer eine Rabattschlacht um neue Versicherungskunden zu eröffnen. "Bei Wechselkennzeichen räumen wir einen nach Fahrzeug- und Versicherungsarten differenzierten Beitragsnachlass von bis zu 25 Prozent ein", erklärt DEVK-Vorstand Engelbert Faßbender. Auch HUK-Coburg, LVM, AachenMüchener, Zurich und Allianz haben Sonderkonditionen angekündigt.

Keine Rabatte geben unter anderem Axa, Ergo, Gothaer, VHV oder Provinzial Rheinland. Diese Versicherer argumentieren, dass die geringere Fahrleistung von wechselseitig genutzten Fahrzeugen längst in den Beiträgen berücksichtigt wird. Viele Unternehmen fürchten scheinbar den Einstieg in einen ruinösen Wettbewerb.

Die neue Zulassungsvariante ist interessant für Haushalte mit zwei oder vier Fahrzeugen, die nicht gleichzeitig eingesetzt werden. Die wichtigsten Wechselkombinationen sind Pkw-Pkw, Pkw-Oldtimer, Pkw-Wohnmobil sowie Motorrad-Motorrad und Motorrad-Quad/Trike. Vorteil gegenüber dem bekannten Saisonkennzeichen, das Cabrio- und Oldtimerfahrer gerne einsetzen: Das Wechselkennzeichen kann nach Lust und Bedarf umgesteckt werden. Es muss immer an dem gerade genutzten Fahrzeug befestigt sein.

Keine Steuervorteile

Nach neuem Recht können aber nur Fahrzeuge der gleichen Gruppe mit einem gemeinsamen Wechselkennzeichen ausgestattet werden. In die Gruppe der Pkw fallen Cabrios, Reisemobile oder Oldtimer. Außerdem lassen sich zwei Motorräder oder zwei Anhänger mit einem Wechselkennzeichen ausstatten. Steuerliche Vorteile, wie sie in der Schweiz und Österreich üblich sind, gibt es aber in Deutschland nicht. Günstiger kann allein die Versicherung werden.

Wechselkennzeichenrabatte dienen den Versicherern derzeit vor allem dazu, neue Kunden zu finden und bestehende zu binden. "Außer dem Beitragsnachlass bieten wir eine Vergünstigung bei der Einstufung in die Schadenfreiheitsklasse an", sagt Faßbender. Wer ein Wechselkennzeichen nutzt, erhält für einen zusätzlichen Zweitwagen dieselbe Rabattstufe wie für den Erstwagen. Das sei deutlich vorteilhafter als eine Einstufung mit Zweitfahrzeugrabatt. Die bessere Rabattklasse gilt nur, wenn und solange beide Wechselfahrzeuge bei einem Versicherer unter Vertrag stehen.

ADAC als Vorreiter 

Vorreiter für hohe Nachlässe könnte die ADAC-Autoversicherung werden. An der Club-Police ist die Zurich-Versicherung mit 51 Prozent beteiligt. Im Gespräch sind spezielle Tarife mit bis zu 40 Prozent Nachlass. Der Autoclub hatte sich in der Vergangenheit immer für Wechselkennzeichen stark gemacht. Dessen Einführung soll nicht zuletzt den Kauf von Kleinwagen und Elektrofahrzeugen für die Stadt forcieren, betonte der ADAC und auch das Bundesverkehrsministerium.

Während in der Schweiz zehn Prozent aller Autobesitzer ein Wechselkennzeichen nutzen, dürfte die Nachfrage in Deutschland deutlich geringer ausfallen. Der Bundesrat rechnet anfänglich mit lediglich 54.000 Kunden. Die Assekuranzen lassen einen Umstieg ab Juli auch während des Jahres zu – solange die Kunden ihnen treu bleiben. Wer den Kfz-Versicherer verlassen will, weil es anderswo bessere Konditionen für Wechselkennzeichen gibt, der muss bis 2013 warten. Dann läuft der Vertrages regulär aus, wenn er bis zum 30. November gekündigt wird.

Weitere Kosten 

Hohe Rabatte allein sind übrigens kein Garant für einen günstigen Vertrag. Unter Umständen können zwei Einzelversicherungen sogar preiswerter sein als ein rabattierter Wechselkennzeichentarif. Am Markt gibt es große Preisunterschiede. Zudem werden für die Neuzulassung pro Fahrzeug über 30 Euro Gebühren fällig, plus die Kosten für vier Halterahmen und zwei Wechselkennzeichen. Zu beachten: Das ruhende Fahrzeug darf nur auf privatem Gelände abgestellt werden. Dort genießt es immerhin Kaskoversicherungsschutz, etwa gegen Diebstahl, Brand oder Hagel. (mid/usk)

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KOMMENTARE


Walter Dettinger

21.06.2012 - 21:56 Uhr

Aus der Möglichkeit ein Wechselkennzeichen nach den Vorbildern Schweiz und Österreich zu nutzen wurde von unseren intelligenten Politikern und Ihren schlauen Beamten eine Krücke gemacht. Wer das Wechselkennzeichen nach den jetzigen Vorgaben nutzt, muss schon besondere Gehirnwindungen haben um darin einen Vorteil zu sehen. Das System hat für den Anwender eigentlich nur Nachteile.


Christian Pickl

21.06.2012 - 23:57 Uhr

Da wurde eine gute Idee so lange eingedeutscht, bis sie nicht mehr zu gebrauchen ist. Auch eine Möglichkeit, eine unangenehme Angelegenheit vom Tisch zu kriegen.


Pölderl

22.06.2012 - 09:30 Uhr

Wer sich ein Wechselkennzeichen zulegt, muß einen genauso großen Schatten haben wie der, der ein Saisonkennzeichen von 05-10 hat. Mittlerweile müßte jeder normal denkende Mensch begriffen haben, daß es sich hierbei, wie immer im Abzockland Nr.1, um reine Geldmacherei geht..!! Wieso soll ich für ein halbes Jahr Steuer zahlen, wenn ich gar nicht mit dem Auto fahre? Und wie sieht es mit der Autobahngebühr aus, die sicher auch bald kommt? Welches Auto darf dann da fahren? Mit Sicherheit will unser Oberabzocker und Rollifahrer das doppelt! Hört auf mit dem Krampf und kümmert Euch um die wirklich wichtigen Dinge im Leben, Wechselkennzeichen braucht kein Mensch.


Dieter M. Hölzel

22.06.2012 - 10:33 Uhr

Das Wechselkennzeichen was es jetzt ist, hat der Ramsauer aber sehr lange dazu gebraucht um diesen Murks zu fabrizieren. Jeder kfm. Lehr- ling hätte das besser gemacht, aber die Politik ist resistent gegen jede Logik und Vernunft. Dabei wäre es so einfach gewesen ! Jeder weitere Kommentar zu diesem "Werk" der Politik ist überflüssig, beschämend ist es allemal.


Gerdi Hellmann

22.06.2012 - 10:34 Uhr

Die Abschaffung der KFZ-Steuer für über sechs Jahre alte Autos hätte mehr Marktimpulse für Kunden, Händler, Werkstätten, Karosseriebauer und Lackierereien und den gesamten Gebrauchtwagenmarkt gebracht als ein "durchbürokratisiertes Wechselkennzeichen"! In Deutschland werden die Autofahrer und deren Bestandsfahrzeuge nur als Melkkühe für die Staatsfinanzen gesehen und nicht als Wirtschaftsfaktoren und Kulturbewahrer. Die Politik kümmert sich nur um die milliardenschweren Hersteller...


ruddl

22.06.2012 - 16:21 Uhr

Diese Lösung zeigt das Können unserer Politik. Für 20% Ersparnis lasse ich alles wie es ist und kann beide Fahrzeuge in der familie nutzen


Andreas

12.12.2012 - 08:46 Uhr

Das ganze Thema wird folgendermaßen weiter gehen:Nur ganz wenige Bürger werden die "Vorteile" des Wechselkennzeichens nutzen. In zwei Jahren wird die Politik prüfen lassen, wieviele WK es in Deutschland gibt und dann feststellen, dass es eine viel zu geringe Nachfrage dafür gibt. Dann wird es wieder abgeschafft, da es offensichtlich niemand benötigt hat. Damit wurde bewiesen, an der Politik lag es nicht, sondern an den unwilligen Bürgern und an den Versicherungen die zu wenig Rabatt geben wollten. Wetten ? !


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