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"Well-to-Wheel": EU-Studie fordert neue CO2-Angaben für Elektroautos

Die CO2-Angaben sind bei Autofahrern mittlerweile ein wichtiges Kaufkriterium. Eine Well-to-Wheel-Bilanz könnte für besser vergleichbare Werte sorgen, meint die EU.
© Foto: Henrichs/mid

Stromer machen sich in den CO2-Flottenbilanzen der Autohersteller prima, denn sie zählen als Null-Emissionsfahrzeuge. Doch jetzt könnte diese Einstufung kippen.


Datum:
19.08.2011
2 Kommentare

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Mit Elektroautos können Automobilhersteller ihren Flottenverbrauch massiv senken, denn sie werden bei der CO2-Einstufung als Null-Emissionsfahrzeuge gewertet. Jetzt droht diese Regelung zu kippen, denn eine von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebene Studie fordert eine "Well-to-Wheel"-Bilanz. Statt den CO2-Ausstoß des Fahrzeuges zu werten, würde dann die gesamte Erzeugungskette von der Kraftstoffbereitstellung am Bohrloch ("Well") beziehungsweise der Stromerzeugung im Kraftwerk bis zur Bewegung der Reifen ("Wheel") berücksichtigt.

Nach Erkenntnissen der niederländischen Beratungsgesellschaft CE Delft lässt sich dadurch eine bessere Vergleichsgrundlage für alle Automobilhersteller schaffen und unlauterer Wettbewerb mit umweltfreundlichen Fahrzeugtypen vermeiden. Ein Bericht der Boston Consulting Group stellt fest, dass neue Fahrzeugantriebe bei den Verbrauchern als umweltfreundlicher angesehen werden, wenn der Gesetzgeber statt Abgasemissionen eine Well-to-Wheel-Bilanz ausweist. (mid/ra)

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KOMMENTARE


K. Wempe

20.08.2011 - 11:34 Uhr

Haben unsere Eurokraten in Brüssel nichts Besseres zu tun? Wie wäre es denn, diese sog. "Weel-to-Wheel" Berechnungsmethode auf alle Fahrzeuge auszuweiten, damit die absolut praxisfremden Verbrauchswerte ein Ende haben. Aber dann müsste man auch die Schadstoffziele neu definieren. Es ist schon fast witzig, mit welchem Aufwand die Politik Ihre Eigentore zu kaschiern versucht. Da war im ersten Waschgang wohl doch zu viel Lobbyarbeit im Spiel. Sollte ich mal ein Elektroauto besitzen, lade ich es zu Hause mit meinem Ökostrom auf und erwarte, dass öffentliche "Tankstellen" auch Ökostrom bereitstellen. Also Zero Emission. Fraglich ist dann nur noch der Anteil an motorisch erzeugter Energie z. B. bei Fahrzeugen mit Range Extender oder beim Plug in Hybrid. Wo also ist das Problem?


Joe Bor

26.01.2012 - 14:38 Uhr

Ein echtes bürokratisches Kuriosum, da nur Tank-to-Wheel von den Autoherstellern beeinflussbar ist. Auf die vorgelagerte Energiebereitstellung (Well-to-Tank) haben die Autobauer ja konstruktiv keinen Einfluss. Sollte die Well-to-Wheel -Betrachtung nur für Elektroautos gefordert werden, hoffe ich ganz schnell auf Klagen gegen diese objektive Benachteiligung. Wenn schon - dann alle! Denn auch der Sprit wächst nicht in der Tanksäule und daher sollte dieser (steigende) Aufwand für Förderung, Transport, Raffinierung und Verteilung von fossilem Kraftstoff auch bei Verbrennerautos mit betrachtet werden -> zunehmend schlechtere Wirkungsgrade Well-to-Wheel. Denn im Gegensatz dazu sinkt der Primärenergieeinsatz für die Stromerzeugung nicht nur durch den Einsatz von EE. Auch Kraftwerksmodernisierungen, neue Technologien (GuD, dezentrale BHKW, HGÜ) verbessern den Wirkungsgrad der Stromgewinnung und Verteilung und damit den Well-to-Wheel-Wirkungsgrad aller Elektroautos. Lustig ist auch, dass Well-to-Tank regional verschieden ist. So hat wohl Österreich "saubereren" Strom als derzeit Deutschland. Ist das gleiche Elektroauto dann in Österreich besser als in Deutschland?!?


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