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ZDK-Bundestagung: Kfz-Gewerbe fordert Marken-Internetportal für Neuwagen

ZDK-Präsident Robert Rademacher (l.) und Vize Wilhelm Hülsdonk bei der Bundestagung in Frankfurt.
© Foto: ProMotor

Nach Ansicht von ZDK-Präsident Robert Rademacher sollten Hersteller und Händler mit einem eigenen Marken-Internetportal für Neuwagen aktiv werden. Die Branche müsse Chancen und Risiken des Online-Geschäfts ausloten.


Datum:
10.09.2012
2 Kommentare

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Das Deutsche Kfz-Gewerbe (ZDK) hat sich für eine gemeinsame Neuwagenbörse von Industrie und Handel ausgesprochen. Beim Online-Neuwagenvertrieb müssten Hersteller und Händler im engen Verbund die Anbieter sein, und das möglichst mit einem eigenen Marken-Internetportal für Neuwagen, sagte ZDK-Präsident Robert Rademacher am Montag auf der 40. Bundestagung des Verbandes im Vorfeld der Automechanika in Frankfurt.

Ein professionelles Online-Geschäft sei heute unverzichtbarer Bestandteil einer erfolgsorientierten Marketing- und Vertriebsstrategie im Kfz-Betrieb, sagte der ZDK-Präsident. Der Handel brauche aber keine von "Dritten betriebene Internetportale, die Händlern – die dafür auch noch eine Provision zahlen, die höher ist, als die ihnen im Neuwagenhandel letztlich verbleibende Rendite – Schnäppchen-Jäger zuführen, die an Preisvorteilen und nicht an Service- und Betreuungsqualität interessiert sind und die in aller Regel auch nicht aus dem eigenen Service-Einzugsgebiet kommen". "Wir dürfen das nicht einfach so auf uns zukommen lassen. Wir müssen einen eigenen Weg beschreiten", sagte Rademacher.

Bei Gebrauchtwagen hätten die großen Börsen für ein bundesweit einheitliches Preisniveau gesorgt. "Bei Neuwagen hingegen hat die Marke im Vordergrund zu stehen, weil sie für die Mehrzahl der Kunden das wichtigste Suchkriterium ist", betonte Rademacher. Auch Werkstattleistungen ließen sich trotz scheinbarer Standardisierbarkeit nicht allein über den Preis vergleichen.

Auf der Veranstaltung des Kraftfahrzeuggewerbes informierten sich unter dem Motto "Kfz-Gewerbe im digitalen Zeitalter" knapp 500 Kfz-Unternehmer sowie Branchen- und Verbandsvertreter über aktuelle Branchenthemen wie Entbürokratisierung, Datenschutz-Anforderungen und Nachwuchsgewinnung.

ZDK diskutiert "Meister-HU"

Auf die Diskussion um die so genannte "Meister-HU" ging Bundesinnungsmeister und ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk ein. Dem ZDK gehe es darum, den Kfz-Meisterbetrieben neben den Überwachungsinstitutionen die Berechtigung zum Durchführen der Hauptuntersuchung zu verschaffen. Diesen Vorschlag mache auch die EU-Kommission, die die regelmäßige technische Überwachung von Kraftfahrzeugen europaweit neu ordnen wolle.

Ein Teil des Vorschlags sei es, neben den staatlichen und privaten Stellen der Fahrzeugüberwacher auch die Kfz-Werkstätten gleichrangig als Prüfstellen zu nennen. In anderen Ländern sei das längst Realität, etwa in Österreich, den Niederlanden oder Großbritannien.

Ob und wie eine Lösung aussehen könne, werde verbandsintern intensiv diskutiert. "Hier stellen sich uns viele Fragen - nach persönlicher Qualifikation, betrieblicher Ausstattung, nach den Anforderungen für Anerkennung, Überwachung und statistische Dokumentation", so Hülsdonk. Der Verband sei sowohl im Dialog mit dem Bundesverkehrsministerium als auch mit den Überwachungsinstitutionen und bereite ein entsprechendes Konzept zur Präsentation in einer der nächsten Sitzungen des zuständigen Bund-Länder-Fachausschusses vor. (se)

Impressionen von der Bundestagung gibt es in der Bildergalerie!


ZDK-Bundestagung 2012

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KOMMENTARE


Christian Blas

10.09.2012 - 19:02 Uhr

Bravo. Die Hersteller wird's freuen. Dann sind sie dort, wo sie wahrscheinlich hin wollen: Beim Direktvertrieb an den Endkunden. Angeblich kaufen 1 Prozent der privaten Neuwagenkunden online. Angeblich wird diese Zahl dramatisch steigen. Das behauptete bisher jede Studie. Nur dieser Anstieg ist nie eingetreten. Wovor habt Ihr denn alle solche Angst? Keiner kauft ein Fahrzeug online. Weder gebraucht noch neu. Online ist nur eine Einladung zum Kauf. Und im Neuwagenbereich eine, die in 99 Prozent aller Fälle gar nicht angenommen wird.


Eduard Daetwyler, auto-schweiz

11.09.2012 - 08:14 Uhr

Man kann den deutschen Kfz-Gewerbe nur beipflichten - sollte jedoch mit dem geforderten Markenportal von Anfang zwingend über die Internet-Nutzung hinausdenken: Immer mehr Nutzer surfen nämlich auf ihren mobilen Geräten statt auf den Desktop-Computern. Dieser Entwicklung ist mit mobilen Werbekonzepten Rechnung zu tragen.


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