Zukunftsvision: Israelis werden Elektroauto-Pioniere

23.01.2008 03:50 Uhr
Elektroautos haben Konjunktur, wie das Beispiel Mitsubishi auf der IAA 2007 zeigte.
© Foto: Thomas Lohnes/ ddp

Israel will in wenigen Jahren ein landesweites Elektroauto-Netzwerk aufbauen. Ein privat finanziertes Konsortium soll ein Tankstellen-Netz errichten, das Auto kommt von Renault und Nissan.

Israel will deutlich unabhängiger von Öl-Importen werden und deswegen in wenigen Jahren ein landesweites Elektroauto-Netzwerk aufbauen. Ein privat finanziertes Konsortium soll dazu innerhalb der nächsten 18 Monate ein umfangreiches Netz an Tankstellen und Stationen zum Wechseln der Batterie errichten. Die Autohersteller Renault und Nissan wiederum haben sich in einem Vorvertrag verpflichtet, bis 2011 dafür ein Elektroauto zu entwickeln, das mit vollem "Tank" deutlich mehr als 200 Kilometer zurücklegen kann. Um das Projekt alltagstauglich und erfolgreich zu machen, müssen geschätzte 500.000 Ladestationen errichtet werden. Der dafür benötigte Strom wird anfangs aus dem normalen Netzwerk bezogen, soll aber später ausschließlich aus Solarenergie gewonnen werden. Der Plan wird von Israels Regierung und vor allem von Staatspräsident Schimon Peres unterstützt, der die Initiative am Dienstag auf einer Pressekonferenz vorgestellt hat – gemeinsam mit Renault-Chef Carlos Ghosn und dem einstigen SAP-Wunderkind Shai Agassi. Finanziell wird das Projekt vom Staat durch deutliche Steuererleichterungen unterstützt: So soll beim Kauf eines Elektroautos nur ein Bruchteil der bei einem normalen Pkw anfallenden Steuern zu entrichten sein. 200 Millionen Dollar hat das Start-up-Unternehmen bereits an Risikokapital eingesammelt –genug, um die ersten Phasen des Projekts umzusetzen, berichtet die "Financial Times". Für den Ausbau der Infrastruktur und für die Elektroautos wird mit weiteren Kosten von 800 Millionen Dollar gerechnet. Israel verspricht sich durch die Elektrifizierung des Straßenverkehrs eine deutliche Reduzierung seines CO2-Ausstoßes. Dem Projekt könnte die Tatsache helfen, dass 90 Prozent der Pkw-Besitzer täglich weniger als 70 Kilometer fahren – eine Strecke, bei der auch die geringere Reichweite von Elektroautos im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor keine wirkliche Rolle spielt. (dpa/pg)

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