-- Anzeige --

ADAC: Bislang noch kein Motorschaden durch E10

Auch rund ein Jahr nach der E10-Einführung ist dem ADAC kein einziger Motorschaden durch die neue Benzinsorte bekannt.
© Foto: Imago/Gerhard Leber

Vor einem Jahr war die Aufregung groß. Der neue Ökosprit ist angeblich schädlich fürs Auto. Nun zeigt sich laut ADAC: Viel Wirbel um nichts. Doch der Super-Kraftstoff ist weiter ein Ladenhüter.


Datum:
25.04.2012
5 Kommentare

-- Anzeige --

Rund ein Jahr nach der Einführung des umstrittenen Biosprits E10 in Deutschland sieht der ADAC die Angst der Autofahrer um ihre Motoren als komplett unbegründet an. "Uns ist bis heute kein Fall eines technischen Schadens gemeldet worden", sagte Präsident Peter Meyer am Mittwoch in Berlin. Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) fahren in Deutschland nur drei Millionen Autos regelmäßig mit E10, obwohl fast alle die Benzinsorte vertragen.

Viele Autofahrer scheuen nach wie vor den umstrittenen Kraftstoff. Der E10-Anteil am gesamten Benzinabsatz bleibe mit 13 Prozent deutlich hinter den Erwartungen zurück, sagte Meyer. Geplant waren bis zu 90 Prozent, um die Bioquote zu erfüllen – demnach müssen 6,25 Prozent der fossilen Energie durch Bioenergie ersetzt werden. "Wir müssen die Nutzung von E10 vorantreiben und dazu muss es endlich gelingen, das Vertrauen der Verbraucher zu erhalten", betonte Meyer.

Politik und Hersteller müssten etwa sicherstellen, dass Biokraftstoffe tatsächlich nachhaltig produziert würden. "Hier besteht eine erhebliche Unsicherheit bei den Autofahrern", sagte Meyer. Die Sorge sei groß, dass für den Anbau von Pflanzen zur Biokraftstoffproduktion natürliche Lebensräume mit hoher Artenvielfalt zerstört und Regenwälder gerodet würden.

Hohes CO2-Einsparpotenzial

Nach Angaben des VDA lassen sich mit Biosprit die CO2-Emissionen deutlich senken. "Wenn alle Benziner-Pkw, die E10 vertragen, auch mit diesem Biokraftstoff betankt werden würden, könnten in Deutschland jährlich über zwei Millionen Tonnen CO2 eingespart werden", erklärte VDA-Geschäftsführer Klaus Bräunig. Zudem werde mit dem Biosprit die Abhängigkeit vom Öl reduziert.

Auch deshalb führt aus Sicht des ADAC kein Weg an E10 vorbei: "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir Biokraftstoffe brauchen, um unsere CO2-Ziele langfristig zu erreichen", sagte Meyer. Er gehe davon aus, dass der Anteil am Benzinabsatz in den kommenden Jahren zulegen werde. Mit einem Preisabstand von derzeit etwa vier Cent je Liter ist E10 günstiger als der meistgetankte Kraftstoff Super E5, zugleich lässt sich mit E10 aber auch nicht ganz so viel Strecke zurücklegen.

Spritpreise geben nach

Derweil hat sich die Lage an den deutschen Tankstellen wieder etwas entspannt: Ein Liter Super E10 kostet derzeit dem ADAC zufolge im bundesweiten Durchschnitt 1,640 Euro und damit 2,7 Cent weniger als in der Vorwoche. Diesel habe um 1,5 Cent nachgegeben und koste nun 1,495 Euro je Liter. Die Spritpreise hatten in den vergangenen Wochen mehrfach Rekordwerte erreicht und erneut eine heftige politische Debatte um eine gesetzliche Regelung für die Preisrunden der Mineralölkonzerne ausgelöst. (dpa)

-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --

KOMMENTARE


Michael Kühn

25.04.2012 - 20:57 Uhr

Das "Geschwafel" vom ADAC betreffend E 10 halte ich für komplett daneben. Es fehlen nach wie vor Langzeitstudien und ich gehe davon aus, dass diverse Motorschäden auf das Fzg.-Alter/Km-Laufleistung bezogen, dem "nichtwissendem" Endverbraucher erklärt wurden, welche ihrerseits dem ADAC nicht mitgeteilt wurden... (Welche ernsthaften Anhaltspunkte hat der ADAC für seine Behauptung, im Hinblick auf die Verträglichkeit der Autos? Gibt er vielleicht eine Art Garantie, die ein Hersteller nicht geben kann???) Zeitgleich favorisiert unsere Politik Kohlekraftwerke, wegen dem Ausstieg aus der Kernenergie und diese "ballern" wieder Feinstaub und Verbrennungsgase in die Atmosphäre!!!! Von einem Mehrverbrauch an Kraftstoff redet der ADAC nun auch nicht mehr, welcher durchaus nachweisbar vorhanden ist... Für mich ist der ADAC kein automobilfreundlicher Club mehr, sondern ein profitorientiertes Unternehmen, welches sich mittlerweile vom "einfachen + rein bürgerlichen" Autofahrer und seinen Sorgen weitestgehend entfernt hat.


D. Kahlscheuer

25.04.2012 - 21:56 Uhr

"Uns ist bis heute kein Fall eines technischen Schadens gemeldet worden", sagte Präsident Peter Meyer !!! Wen wundert es, E 10 sollte niemand tanken, der gesunden Menschenverstand hat. Wen vertritt der ADAC eigentlich? Den Autofahrer? Oder die Mineralölindustrie? Ich glaube mich erinnern zu können, dass auch der ADAC dem Thema E 10 mal kritisch gegenüber stand. Wie die Zeiten sich ändern (und die Preise)!


werner ungemach

26.04.2012 - 07:55 Uhr

Der Boykott des E10 Kraftstoffes , ist die Antwort an die Politik , für die Abzocke der Autofahrer in vielen Bereichen . mfg.


Tom Türlich

26.04.2012 - 10:39 Uhr

Also meine Meinung: Es ist doch total egal, ob nun irgendwo eine alte Kiste einen Motorschaden bekommt?! Weg damit- wurde dann ja eh Zeit! Mir liegt viel mehr im Magen, dass ein Mehrverbrauch durch E 10 Betrieb auftritt und keiner eine genaue Info über die Rohstoffbeschaffung raus läßt!!!! Könnte mir gut vorstellen, dass gerade das bewusst totgeschwiegen wird. Ich traue also weder der Regierung, noch dem ADAC- und das sollte doch nachdenklich machen! Interessiert aber natürlich wieder mal keinen von denen. Läuft doch gerade alles wie geschmiert hier in Deutschland- was sollte es da zu meckern oder gar Hinterfragen geben?!?!?!?! oder


Helmut Jung

26.04.2012 - 15:12 Uhr

Ich habe genau 4mal E 10 getankt. Die Folge war, dass die Einspritz- düsen meines BMW 320 i, Bj. 2008, " verklebt " waren und ich einen kompletten Satz Injektoren der Einspritzdüsen erneuern lassen mußte ( einschl. Zündspule ).Gesamtkosten der Aktion beliefen sich auf EUR 1.223.02. Anscheinend ist das Problem aber bei BMW bekannt, da anstandslos rund EUR 1.000.- übernommen wurden und die Werkstatt mich angehalten hat, doch bitte kein E 10 mehr zu tanken, da die Motoren es nicht ver-tragen würden. Deshalb ist E 10 für mich gestorben.


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

-- Anzeige --

WEITERLESEN




NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Auto News für die Automobilbranche: AUTOHAUS ist eine unabhängige Abo-Fachzeitschrift für die Automobilbranche und ein tagesaktuelles B2B-Online-Portal. AUTOHAUS bietet Auto News, Wirtschaftsnachrichten, Kommentare, Bilder und Videos zu Automodellen, Automarken und Autoherstellern, Automobilhandel und Werkstätten sowie Branchendienstleistern für die gesamte Automobilbranche. Neben den Auto News gibt es auch Interviews, Hintergrundberichte, Marktdaten und Zulassungszahlen, Analysen, Management-Informationen sowie Beiträge aus den Themenbereichen Steuern, Finanzen und Recht. AUTOHAUS bietet Auto News für die Automobilbranche.