Angestrebte Allianz mit Fiat: Chrysler soll neuen Chef bekommen

17.04.2009 09:48 Uhr
Bei Chrysler steht ein Umbau des Führungsteams an.
© Foto: Chrysler

Bei dem umfangreichen Stühlerücken soll laut Noch-Konzernlenker Bob Nardelli zunächst der Verwaltungsrat neu besetzt werden. Dieses Gremium, das mehrheitlich unabhängig sein wird, soll dann eine frische Unternehmensführung benennen.

Chrysler wird im Fall der angestrebten Allianz mit dem italienischen Fiat-Konzern voraussichtlich eine neue Führungsspitze bekommen. Das kündigte der derzeitige Chrysler-Chef Bob Nardelli in einem von US-Medien am Freitag veröffentlichten Schreiben an die Mitarbeiter an. Sobald die Partnerschaft besiegelt sei, werde die US-Regierung in Absprache mit Fiat eine neue Führungsriege für Chrysler auswählen. Bei dem umfangreichen Stühlerücken werde zunächst der Verwaltungsrat von Chrysler neu besetzt, so Nardelli in dem vom "Wall Street Journal" dokumentierten Brief. Die Mehrheit der Mitglieder werde unabhängig sein und weder von Chrysler noch von Fiat kommen. Das Gremium solle dann auch einen neuen Vorsitzenden sowie einen neuen Konzernchef benennen. Nardelli hatte im Jahr 2007 das Steuer bei Chrysler übernommen, nachdem der deutsche Daimler-Konzern die Mehrheit an dem drittgrößten US-Autobauer an den Finanzinvestor Cerberus verkauft hatte. Die US-Regierung hat dem mit Milliardenkrediten gestützten Chrysler-Konzern ein Ultimatum bis Ende April gestellt. Bis dahin müsse die Allianz mit Fiat geschlossen sein, sonst gebe es keine weiteren Finanzhilfen. Fiat dementiert Interesse an Opel Unterdessen dementierte Fiat-Aufsichtsratschef Luca di Montezemolo Spekulationen über ein Interesse des italienischen Autobauers an Opel dementiert. "Nein, nein, gibt es nicht", sagte Montezemolo am Freitag in Rom auf die Frage, ob es bei Fiat Interesse an einem Zusammengehen mit Opel gibt. Die Mailänder Zeitung "Corriere della Sera" berichtete, es gebe zwar Fortschritte in den Verhandlungen zwischen Fiat und Chrysler über die angestrebte Allianz. Sie sei jedoch noch nicht abgeschlossen. Fiat könne damit auch Europa und dabei nicht mehr Peugeot, sondern Opel im Blick haben. (dpa)

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