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Autoindustrie: Noch viele Hausaufgaben bei Elektroautos

E-Autos wie der Mercedes "BlueZero E-Cell Plus" brauchen noch einen Verbrennungsmotor als Notstromaggregat, um auf größere Reichweiten zu kommen.
© Foto: UnitedPictures

Reichweite, Preis, Infrastruktur und Normierung – die Hürden für die Autohersteller bis zum Durchbruch von E-Mobilen sind hoch. Die deutschen Konsumenten glauben vorerst nicht an einen Verkaufserfolg.


Datum:
16.09.2009
3 Kommentare

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Die deutsche Autoindustrie sieht keinen schnellen Durchbruch für das Elektroauto. Das wurde am Mittwoch auf der IAA in Frankfurt bei einer Veranstaltung mit den Entwicklungschefs der deutschen Hersteller deutlich. Bei den deutschen Verbrauchern überwiegt die Skepsis: Einer Umfrage zufolge glauben sie vorerst nicht an einen Verkaufserfolg der Stromer. Das Bundesumweltministerium präzessierte unterdessen in Berlin seine Förderpläne für die Kommerzialisierung der E-Mobilität, die zu den Schwerpunkten der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung zählt. VW-Vorstandsmitglied Ulrich Hackenberg sagte, der Verbrennungsmotor werde in den nächsten 15 bis 20 Jahren noch eine dominante Rolle spielen. Reine Elektroautos erreichten laut VW-Prognose im Jahr 2020 nur einen Marktanteil von lediglich 1,5 Prozent. Es gebe noch viele Probleme. Dazu gehörten die Batterietechnologie, die Reichweite, der Preis und die Infrastruktur zum Aufladen der Batterien. Eine stärkere Zusammenarbeit der Hersteller bei der Batterietechnologie soll es aber vorerst nicht geben. Hackenberg sagte, die Batterie sei ein "Wettbewerbsfaktor". VW will sein erstes Elektrofahrzeug 2013 auf den Markt bringen, setzt aber auch auf eine weitere Effizienzsteigerung beim Diesel. Auch der Chef der Automobilsparte beim Zulieferer Bosch, Bernd Bohr, warnte vor übertriebener Euphorie: "Es wird noch zehn Jahre dauern, bis ein Elektrofahrzeug im Markt ist, das sich wirklich selber finanziert und bezahlbar ist." Die Kosten der Batterie müssten noch auf ein Drittel reduzierten werden. Derzeit koste eine Batterie für rund 200 Kilometer Reichweite 8.000 bis 12.000 Euro. "Wir sind hellwach" Daimler-Vorstand Thomas Weber widersprach aber der von Umweltverbänden geäußerten Kritik, die deutsche Automobilindustrie habe das Thema Elektroautos und Umweltfreundlichkeit von Autos verschlafen. "Wir sind hellwach und haben riesige Fortschritte gemacht." Die Hersteller seien "dramatisch" dabei vorangekommen, die Autos sauberer und sparsamer zu machen. Bei großen Fahrzeugen sei Hybrid die Schlüsseltechnologie, bei kleinen Autos Elektro.


Die Highlights der IAA 2009

Bildergalerie

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KOMMENTARE


W. Eberhardt

17.09.2009 - 07:23 Uhr

Warum so viel Skepsis bei den Deutschen Autobauern gegenüber dem E-Auto? Doch wohl weil, das erste serienmäßige E-Auto ein Japaner ist. Oder liege ich da falsch? Beim Benzindirekteinspritzer war es ja ähnlich.


Ulrich Clemens

17.09.2009 - 09:41 Uhr

Hallo, die deutsche Autoindustrie verschläft dieses neue, kommende Wirtschaftswachstum bezogen auf E-Autos vollkommen, diejenigen die den Markt überschwemmen werden, sind die Chinesen, die eine rasante Beschleunigung in Sachen neuer Technologien erleben werden. Stellen Sie sich dioch einmal vor, Sie könnten den benötigten Strom für ihr Auto zu 85% von ihrem Dach holen (vorausgesetzt sie hätten 2 Batteriepacks. Die deutschen Unternehmen soltten aufhören über eine Reichweite von mehr als 200km zu reden, das interessiert und betrifft nur einen einen Anteil derer die gar keinen E-Antrieb nutzen würden. 60% aller in Deutschland verkauften Wagen sind Firmenwagen !! Für diese ist der E-Antrieb mehr oder weniger uninteressant (zu mindest im Moment (grosse Karrossen), für die Mehreheit der verbleibenden 40%, ist es die Alternative extrem sparen zu können. Jeder im Hause genutzte Zweitwagen könnte mit E-Energie betrieben werden. Pendler die weniger als 100km täglich zu fahren haben, werden auf E-Antrieb umsteigen, die Solarbranche würde den Boom erfahren, und das Beste der Staat würde in Sachen Kraftstoffsteuer leer ausgehen. Ist doch klar das da eine grosse Lobby dagegen ist. Ein Vorreiter ist Jüwi in Sachen solarer Energieerzeugung, mit E-Tankstellen für Mitarbeiter etc. Unsere deutsche Industrie ist langsam und dick geworden, nur noch gesteuert über Abfindungen in Millionenhöhe. Die sollte dieses Geld lieber in die Entwicklung neuer Technologien stecken. Mitsubishi kommt mit dem MIEV, Honda kommt auch bald. Und der Smart wird wohl auch bald Marktreife erlangen.Un die Chinesen! Wir werden es wieder verschlafen wie zu Zeiten des Diesel Partikel Filters, PSA und Japan waren die Gewinner. Die deutschen mit ihrer Lahmheit die Letzten! Lasst uns starten!!!!!


Andreas Wicht

17.09.2009 - 15:31 Uhr

Warum sollen ausgerechnet die Japaner die in den letzten 30 Jahren in puncto Technik,Sicherheit und Umweltschutz nun garnichts auf die Reihe bekommen haben als erste ein sereinreifen Stromer aus dem Hut holen. Zur Erinnerung:Einführung Airbag,Einführung Sicherheitskarosse,CDI Technologie,3Wege Kat.uvm.Alles in Europa und Amerika zur Serienreife geführt und entwickelt.


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