Autoindustrie: Rotstift regierte auch 2007

15.02.2008 03:48 Uhr
Die Zahl der Beschäftigten in der Autoindustrie nahm 2007 um 0,8 Prozent auf 762.000 ab.
© Foto: Daimler

Die deutschen Autohersteller und -zulieferer haben 2007 gegen den Trend weiter Arbeitsplätze abgebaut. Laut Statistischem Bundesamt nahm die Zahl der Beschäftigten um 0,8 Prozent auf 762.000 ab – und die Prognosen sind düster.

Die deutschen Autohersteller und -zulieferer haben 2007 gegen den Industrie-Trend weiter Arbeitsplätze abgebaut. Trotz des kräftigen Wirtschaftswachstums ging die Zahl der Beschäftigten in diesen Industriezweigen um 0,8 Prozent auf 762.000 zurück, berichtete das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden. Ein Grund dürfte der schwache Inlandsabsatz infolge der Mehrwertsteuererhöhung gewesen sein, hieß es. Nach einer aktuellen Prognose wird die deutsche Autoindustrie in den nächsten zehn Jahren ein Fünftel ihrer Stellen und damit 150.000 Jobs verlieren. Grund seien die hohen Lohn-, Energie- und Transportkosten in Deutschland sowie Wechselkursrisiken aufgrund des starken Euro, schreibt Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) an der FH-Gelsenkirchen. Außerdem werde die Produktion immer stärker in die Nähe der lukrativen Absatzmärkte verlagert. "Mit den Autos wandert die Arbeit auch bei BMW, Daimler und Audi ins Ausland", so Dudenhöffer. Die Zulieferindustrie mit ihrem noch stärkeren Kostendruck sei von dem Trend und damit vom Rückgang der Beschäftigung überdurchschnittlich betroffen. Aktuell werde nur ein Drittel der von den deutschen Autokonzernen montierten Fahrzeuge noch in Deutschland gebaut, heißt es in der CAR-Studie. So würden etwa nur 34,7 Prozent der 2007 weltweit produzierten Pkw der Marke VW in Deutschland montiert. Bei Audi betrage der Deutschland-Anteil zwar noch 79,8 Prozent, dafür würden die Konzernmarken Seat und Skoda innerhalb der VW-Gruppe komplett im Ausland produziert. BMW und Mercedes rangieren in der Tabelle mit einem Deutschland-Anteil der Produktion von über 73 Prozent relativ weit oben. Ford (Europe) verzeichnet 47,4, Opel nur 29,5 Prozent. Insgesamt hatte die deutsche Industrie im vergangenen Jahr erstmals seit mehr als zehn Jahren wieder in nennenswertem Umfang neue Arbeitsplätze geschaffen. In großen Betrieben des verarbeitenden Gewerbes mit 50 und mehr Beschäftigten zählten die Statistiker insgesamt rund 5,2 Millionen Mitarbeiter, das waren fast 86.000 mehr als im Jahresdurchschnitt 2006. Erfasst wurden dabei nur die Stammbelegschaften. (rp)

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