Bosch rechnet für 2009 erstmals in der Nachkriegszeit mit roten Zahlen und hat weitere Entlassungen angekündigt. Der Konzern werde im laufenden Jahr wegen der dramatischen Autokrise voraussichtlich einen Verlust schreiben, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach am Donnerstag in Gerlingen bei Stuttgart. Bereits im ersten Quartal sei das erfolgsverwöhnte Unternehmen in die roten Zahlen gerutscht. Als Reaktion auf die Krise hat der Branchenprimus im Ausland schon 3.000 Mitarbeiter entlassen. "Leider ist absehbar, dass sich diese Zahl im weiteren Jahresverlauf noch wesentlich erhöhen wird", sagte Fehrenbach. Auch in Deutschland "wird unser Personalstand tendenziell sinken", sagte der Konzernlenker. Eine Größenordnung nannte er aber nicht. Für 93.000 Mitarbeiter weltweit hat der Konzern die Arbeitszeit verkürzt. Wenn die Krise weiter anhält, soll die Kurzarbeit noch ausgeweitet werden. "Wir sparen in allen Bereichen und auf allen Ebenen, aber nicht bei unseren wichtigsten Zukunftsausgaben", sagte Fehrenbach. Nach einem dramatischen Gewinneinbruch und einem Umsatzrückgang 2008 stellt sich der Technologiekonzern 2009 auf eines der schwierigsten Jahre in der Unternehmensgeschichte ein. Die Erlöse werden den Angaben zufolge voraussichtlich um bis zu 15 Prozent absacken. Im ersten Quartal brach der Umsatz um ein Viertel ein. Einen solch dramatischen Rückgang habe es seit Jahrzehnten nicht gegeben, sagte der Manager. Besonders stark betroffen sei die Kraftfahrzeugtechnik, mit der der Konzern knapp 60 Prozent seines Umsatzes macht. Aber auch in den anderen beiden Sparten Industrietechnik sowie Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik kämpft das Unternehmen mit sinkenden Erlösen.
Autokrise: Bosch packt erneut Jobaxt aus
Der weltgrößte Autozulieferer reagiert mit weiteren Stellenkürzungen im In- und Ausland auf die Autokrise. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Konzernchef Fehrenbach erstmals in der Nachkriegszeit roten Zahlen.