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Autonomes Fahren: Continental kauft Software-Schmiede

Conti stärkt sein Geschäft mit Software für Fahrzeugfunktionen.
© Foto: Continental

Für 600 Millionen Euro geht Elektrobit Automotive an Conti. Der langjährige Partner der Hannoveraner ist auf Programme für Fahrerassistenzsysteme spezialisiert.


Datum:
19.05.2015
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Der Autozulieferer Continental stärkt sich auf dem Wachstumsfeld vernetztes Fahren mit einem 600 Millionen Euro schweren Zukauf. Die Hannoveraner übernehmen den Software-Spezialisten Elektrobit Automotive aus dem fränkischen Erlangen, wie der Dax-Konzern am Dienstag mitteilte. Damit stößt die Elektrobit Corporation (EB) aus Finnland ihre Autoindustrie-Sparte ab und konzentriert sich fortan auf die verbleibende Sparte für kabellose Datenübertragung.

Die Erlanger stehen für drei Wachstumsfelder, auf die Conti künftig einen Schwerpunkt setzt: das Auto als Teil des Internets, das Auto als fahrende Sensorsammlung in einer komplett vernetzten Verkehrswelt und das Auto mit wachsenden Autopiloten-Funktionen. Laut Conti sollen die 1900 Software-Spezialisten alle in den Konzern integriert werden. Der Zukauf steht noch unter dem Vorbehalt von Formalien - darunter die Zustimmung der Kartellbehörden und der EB-Aktionäre. 

Der von den Finnen verkaufte Bereich setzte im vergangenen Jahr gut 171 Millionen Euro um, was gegenüber dem Vorjahr 24 Prozent Wachstum bedeutete. Gut 9 Prozent (16 Mio Euro) der Erlöse blieben dabei als Gewinn vor Zinsen und Steuern übrig. 

EB-Chef Jukka Harju sagte am Dienstag: "Wir sind überzeugt, dass Continental den Ausbau der Autoindustrie-Sparte mit den richtigen Möglichkeiten und sehr großem Engagement vorantreiben wird - als einen Teil seines breiteren Sortiments aus Produkten und Lösungen." Conti übernehme auch den Namen Elektrobit, die Finnen als bisherige Mutter werden als Bittium Corporation weiterfirmieren.

Die Übernahme soll nach Conti-Angaben im dritten Quartal vollzogen werden, EB nannte Anfang Juli. Mitte Juni soll eine außerordentliche Hauptversammlung der EB-Anteilseigner den Weg auch formal freimachen - mehrere Aktionärsgruppen signalisierten bereits ihre Zustimmung. Und auch der EB-Vorstand hat schon einstimmig für einen Verkauf votiert.

"Software ist das neue Rad"

Continental mit seinen rund 200.000 Mitarbeitern beschäftigt derzeit etwa 11.000 Software-Entwickler, mit EB kommen nun fast 2.000 dazu. Der Konzern sieht sein Geschäftsmodell vor einem grundlegenden Wandel. "Software ist das neue Rad der Industrie. Fast nichts mehr dreht sich ohne sie", hatte Vorstandschef Elmar Degenhart zur Hauptversammlung Anfang Mai gesagt. "Das Auto wird bald Teil des Internets sein." 

Bisher hängt die Hälfte des Gewinns bei Conti an der Reifensparte, die 2014 gut 48 Prozent des Betriebsergebnisses abwarf. Künftig jedoch werde der digitale Wandel ganz neue Vorzeichen für die Dienstleistungen und die Produktpalette des Autozulieferers bringen, sagte Degenhart vor den Aktionären.

Mit dem Zukauf der EB-Sparte übernimmt Conti auch die Mehrheit (51 Prozent) der "E.solutions GmbH", einem Gemeinschaftsunternehmen von EB und Audi, das für Volkswagen Software- und Infotainment-Lösungen entwickelt. Von den rund 1.900 EB-Experten arbeiten etwa 1.430 bei EB selber - vor allem in Deutschland - und ungefähr 460 bei "E.solutions". (dpa)

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