-- Anzeige --

Bericht: Opel plant Vier-Tage-Woche

Presse: Opel will im Werk Rüsselsheim die Wochenarbeitszeit tausender Beschäftigter auf 28 Stunden reduzieren.
© Foto: Opel

Nach einem Medienbericht will der Autohersteller im Hauptwerk Rüsselsheim die Wochenarbeitszeit tausender Beschäftigter auf 28 Stunden reduzieren. Der Betriebsrat fordert einen Ausgleich.


Datum:
20.08.2012
8 Kommentare

-- Anzeige --

Wegen großer Absatzprobleme will Opel in seinem Hauptwerk Rüsselsheim die Vier-Tage-Woche einführen. Die Wochenarbeitszeit tausender Beschäftigter solle von 35 auf 28 Stunden gekürzt werden, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Samstag) unter Berufung auf ein Flugblatt des Opel-Betriebsrats.

Verbunden wäre die Arbeitszeitverkürzung im Extremfall mit einer Lohnkürzung um ebenfalls ein Fünftel, was Betriebsrat und Gewerkschaft aber nicht akzeptieren wollen. Sie verlangen den Einsatz des Instruments der Kurzarbeit plus eine Aufstockung seitens des Unternehmens.

In der vergangenen Woche waren die Verhandlungen über Kurzarbeit von mehr als 6.000 Produktionsmitarbeitern in Rüsselsheim und Kaiserslautern bekannt geworden (wir berichteten). Auch die Angestellten am Stammsitz in Verwaltung und Entwicklung sollen möglichst kürzertreten. Die Details blieben zunächst noch unklar. Die Lage von Opel sei sehr ernst, heißt es in dem Flugblatt. Der Arbeitgeber setze darauf, kurzfristig die Kosten zu reduzieren.

Konjunkturelles Kurzarbeitergeld wird unter bestimmten Bedingungen über die Arbeitsagentur ausgezahlt und beträgt 60 Prozent vom Netto für Ledige beziehungsweise 67 Prozent für Beschäftigte mit Kindern. Darauf soll Opel noch einen Zuschlag zahlen, um zu hohe Belastungen für die Beschäftigten zu vermeiden. Der Betriebsrat verlangte auch eine Beteiligung der Führungskräfte und der Opel-Händler an den Sparbemühungen.

VW-Erfolgskonzept

In der IG Metall wird das Konzept der bei VW erfolgreichen Vier-Tage-Woche ebenfalls diskutiert. Das Instrument des Kurzarbeitergelds sei schließlich auf sechs Monate beschränkt und löse die strukturellen Probleme der europäischen Autoindustrie nicht, hieß es in Kreisen. Neben Opel sind auch die ebenfalls wesentlich auf Europa beschränkten Hersteller wie Ford, Fiat oder der französische PSA-Konzern von der aktuellen Absatzkrise betroffen. Weltweit aufgestellte Hersteller wie VW, BMW oder Mercedes-Benz können hingegen gute Zahlen vorweisen. (dpa)

-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --

KOMMENTARE


K. Wempe

20.08.2012 - 11:03 Uhr

Eine 28 Std. Woche mit Lohnausgleich - davon träume ich auch noch. Könnte ich doch dann schon am Mittwochabend ins Wochenende gehen. Scherz beiseite: "Der Betriebsrat verlangte auch eine Beteiligung der ... Opel-Händler an den Sparbemühungen." Welchen Beitrag soll denn der OPEL Händler leisten? Genauso wie die Mitarbeiter bei OPEL sind auch wir Händler und deren Mitarbeiter Opfer der Entwicklungen der letzten Jahre. Die letzten Insolvenzmeldungen sind noch frisch! Ich glaub' es pfeift!


Thommy K

20.08.2012 - 13:24 Uhr

Der Betriebsrat und die Gewerkschaften sind die Institutionen die mit ihrem Handeln und Tun die Marke sehr stark gefährden ... Man kann natürlich auch in Schönheit sterben, aber sinnvoll ist es doch wohl die notwenigen Schritte einzuleiten um das Unternehmen zu sichern. Leider haben das die oben genannten das wohl noch nicht verstanden. Es macht keinen Sinn Waren zu produzieren , die man nicht absetzen kann ..egal mit wieviel Stunden, Tagen oder Arbeitskräften ...


Gerdi Hellmann

20.08.2012 - 14:35 Uhr

Sehr geehrter Herr Wempe! Ich schätze Ihre versierten Kommentare an dieser Stelle sehr! Aber Ihrem heutigen Kommentar, dass Sie "...ein Opfer dieser Entwicklungen..." sind, kann ich nicht nachvollziehen. Für mich als ehemaligen, treuen und regelmäßigen Opelkäufer hat die negative Entwicklung der Marke mit einem Qualitätsverlust unter Lopez begonnen bis hin zur Streichung des Sortimentes in den oberen Klassen wie beispielsweise den Senator-Modellen. Bin ich ein Opfer? Sie mögen sich fragen, aus welchen Gründen Sie nicht gegen diese Entwicklungen aufbegehrt haben bzw. sich das "Spielchen", welches hier in Europa mit der Marke getrieben wird, überhaupt noch unterstützen? Mit sportlichen Grüßen Ihr Gerdi Hellmann


K. Wempe

20.08.2012 - 16:19 Uhr

@ G. Hellmann, die Streichung der oberen Modelle und die Lopez Affaire haben mit der heutigen Situation rein gar nichts zu tun. Das ist über 20 Jahre her. Das wäre fast so als wenn man die aktuelle FIAT Situation an den Rostproblemen der 1970er festmachen würde. OPEL war in den 1990ern NACH Lopez gut aufgestellt mit Corsa B, Astra G, Vectra B und Omega B und hatte wesentlich bessere Marktanteile. Der damals einsetzende Premiumtrend hat die Entscheidung von OPEL legitimiert keine großen OPEL mehr zu bauen. Auch Ford hatte das kapiert. Sie als Autokäufer haben jedes Mal die Wahl, welchens Modell von welchem Hersteller sie kaufen. Fahren sie mal einen aktuellen Insignia zur Probe und sie werden sich fragen warum ein VW oder Audi bis zu 10 Tsd. € teurer sind. Besser als ein Senator damals ist er allemal, und er hat die gleiche Größe auch wenn Ihnen das nicht so vorkommt. Unsere Fahrzeuge sind besser als je zuvor, das kommuniziert aber niemand. Die (Motor-)presse schon gar nicht. Wir Händler sind sehr wohl die Opfer, denn es geht um eine Entwicklung die wir weder zu verantworten haben noch beeinflussen konnten. Die meisten Händler sind und waren immer mit Herzblut bei der Arbeit. Im OPEL Händlerbeirat sitzen "Schwergewichte" aus den großen Händlergruppen. Und doch ändert sich nichts, vielleicht aber arbeiten diese primär für ihre Interessen. Und: nicht jeder Händler könnte sich sofort einer anderen Marke zuwenden. Da ist nicht soviel im Markt unterwegs. Wer z.B. schon einmal Chevrolets verkauft hat, der weiß unter welch schlechten Voraussetzungen die arbeiten. Hier im meinem Dunstkreis haben mehrere Händler die Marke wieder abgestoßen - Dello sei Dank. Ich wünschte, es wäre manchmal so einfach wie viele sich das denken. Aber was passiert, das bestimmt leider immer noch "Uncle Sam". In diesem Sinne viele Grüße, Herr Hellmann.


D. Ahlers

20.08.2012 - 17:02 Uhr

@ Thommy K: Warum ist denn die Gewerkschaft bzw. der Betriebsrat schuld? Haben die die weltweite Vermarktung behindert? Haben diese die Ausrichtung der Marke und deren Modelle zu verantworten? Hätte der Betriebsrat die Schnauze gehalten, dann würde OPEL heute nicht besser darstehen. Die Mitarbeiter subventionieren OPEL schon heute mit ca. 250 Mio. € Lohnverzicht pro Jahr. Warum hat das OPEL/GM Management nichts gemacht aus den Vereinbarungen die mittlerweile schon ins dritte Jahr gehen? Bei den mächtigen Industrieunternehmen ist die Gewerkschaft eine absolut sinvolle Instanz. Oder gehören sie zu den Zeitgenossen, die sich gerne nach Gutsherrenart dirigieren lassen? Das Gegengewicht des Betriebsrates sorgt hier für eine ausgewogene Interessenwahrnehmung. Schade nur, dass so viel in die Öffentlichkeit gelangt. In unserem Unternehmen regeln wir solche Sachen lautlos.


Thommy K

21.08.2012 - 11:03 Uhr

@Herr Ahlers .. Es geht darum , das Opel weit aus mehr produziert als verkauft. Dort muss eine Regulierung stattfinden, um langfristig die Marke zu sichern. Von den angesprochenen Personen wird aber jeder Gedanke und jedes Gerücht möglichst umfangreich kommentiert. Was meinen sie denn wen es in Detroit juckt, wenn hier zum 38. mal besagter Personenkreis sagt "Mit uns Nicht " ?? Aber in der Boulevardpresse, wird es oft so dargestellt , als ob man besser keine Opel mehr kaufen sollte , weil man nicht weiss , ob es die Marke bald noch gibt ... Und genau die Leserschaft ist die, die Autos kauft ...


Klaus Jansen

21.08.2012 - 11:55 Uhr

es ist die absolute Unfähigkeit des amerikanischen Managements insbesondere seit den 70er Jahren, die OPEL in diese fatale Lage gebracht hat. Fehlentscheidungen über das weltweite Marktverantwortungsgebiet, in der Modellpolitik, Aufgabe ganzer Marktsegmente (in denen die Rüsselsheimer Jahrzehnte führten oder mit an der Spitze lagen), anstatt konsequenter Weiterentwicklung der entfallenen Baureihen. Jahrzehnte hat GM am Erfolg partizipiert und abkassiert und Detroit fiel irgendwann in den Tiefschlaf. Ohne Staatshilfe wäre der seinerzeit weltweit größte Autohersteller längst Vergangenheit, gibt es mehr Beweise für einen unbeweglichen und unfähigen Koloss? Die Qualitätsprobleme unter Lopez haben dem OPEL Image deutlich geschadet, nur andere Hersteller hatten das auch, da redete und redet nur niemand davon. Scheinbar wurde da ein geschicktere Politik betrieben. Heute stimmt die OPEL Qualität, das Produkt (zumindest bei den eigenproduzierten Fahrzeugen), nicht jedoch der Umfang und Zusammensetzung der Produktpalette und das Marktgebiet. OPEL entwickelt seit Jahren Fahrzeugkonzepte, Modelle und Komponenten für den Rest der GM-Welt, warum schlägt sich das in den Bilanzen nicht positiv nieder? Ich kann mich manchmal nicht des Eindrucks erwehren, GM spukt der Gedanke im Kopf herum, Opel als Marke abzuschaffen, Rüsselsheim mittelfristig nur noch als "Chevrolet Dependance" führen zu wollen und sich so eines möglichen "Konkurenten" auf dem Weltmarkt entledigt zu haben.


Andreas Hofer

22.08.2012 - 17:13 Uhr

Seit jahren lesen wir immer wieder aufs neue wie schlecht es Opel geht, wie sehr die Mitarbeiter bluten und ausgenommen werden, wie böse das Management ist und ...und...und.... Bitte nehme es niemand persönlich, aber wer braucht Opel? Die Produkte, mögen sie noch so gut oder mittlerweile modern sein, sie werden überall nicht schlechter angeboten ohne das Gefühl vermittelt zu bekommen, was mache ich wenn ich heute einen Opel kaufe und Morgen gibt es Opel nicht mehr? Wenn GM Opel schliesst und die baugleichen Produkte von Vauxhall nach Deutschland bringen, bekämpfen sie die Überproduktion, was der europäische Markt braucht kann mit der Englandproduktion gedeckt werden. Die Einsparungen wären Rekordverdächtig. Warum also sollte GM auf die Gewerkschaften und Mitarbeiter Rücksicht nehmen? Menschen die vor ein paar Jahren als es Opel schon schlecht ging Klage führten gegen die Hand die sie nährt weil kein Geld für Urlaubsgeld da war? Bitte entschuldigen Sie nochmals meine Frage.....wer braucht Opel?


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

-- Anzeige --

WEITERLESEN




NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Auto News für die Automobilbranche: AUTOHAUS ist eine unabhängige Abo-Fachzeitschrift für die Automobilbranche und ein tagesaktuelles B2B-Online-Portal. AUTOHAUS bietet Auto News, Wirtschaftsnachrichten, Kommentare, Bilder und Videos zu Automodellen, Automarken und Autoherstellern, Automobilhandel und Werkstätten sowie Branchendienstleistern für die gesamte Automobilbranche. Neben den Auto News gibt es auch Interviews, Hintergrundberichte, Marktdaten und Zulassungszahlen, Analysen, Management-Informationen sowie Beiträge aus den Themenbereichen Steuern, Finanzen und Recht. AUTOHAUS bietet Auto News für die Automobilbranche.