Opel steht vor einer Übernahme durch Fiat. Das sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht von "Spiegel Online". Eine entsprechende Absichtserklärung soll nach Informationen des Magazins bereits am kommenden Dienstag unterzeichnet werden. Franz konnte diesen Termin zwar nicht bestätigen: "Ich gehe aber davon aus, dass er stimmt." Die europäischen Arbeitnehmervertreter lehnen den Einstieg der Italiener ab. Sie fürchten einen massiven Stellenabbau bei Opel in Deutschland. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bestritt am Donnerstag, dass es bereits eine Vorentscheidung für Fiat als Opel-Mehrheitseigentümer gibt. "Die Bundesregierung führt Gespräche mit verschiedenen Interessenten ohne jede Vorfestlegung. Dabei geht es vor allem um eine gesunde Perspektive für die Arbeitnehmer und das Unternehmen", sagte Guttenberg in Berlin. Das "Wall Street Journal" berichtete unterdessen in seiner Online-Ausgabe, Fiat-Chef Sergio Marchionne habe vergangene Woche in Berlin Gespräche mit Guttenberg geführt. Eine mögliche Partnerschaft mit Opel machten die Italiener aber abhängig vom Ausgang der Gespräche über einen Einstieg beim US-Hersteller Chrysler, schrieb das Blatt unter Berufung auf Insider. Denn Fiat wolle mit dem Doppel-Geschäft einer der weltgrößten Autobauer werden. Fiat machte am Donnerstag keine Angaben zu seinem angeblichen Interesse. Vor wenigen Tagen hatte Fiat-Aufsichtsratschef Luca Cordero di Montezemolo die Spekulationen um ein Interesse an Opel noch zurückgewiesen: "Nein, nein, gibt es nicht." (wir berichteten) Auch bei Opel in Rüsselsheim gab es am Donnerstag keinen Kommentar: "Wir führen Gespräche mit möglichen Investoren, aber zu einzelnen Investoren sagen wir nichts." Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel dementierte auf N24, dass der Einstieg von Fiat bei Opel bereits so gut wie beschlossen sei. Ein Zusammengehen sei nicht ohne Risiken, da beide Unternehmen eine ähnliche Modellpalette hätten. Zulieferer-Lösung favorisiert Zu den Interessenten an Opel soll auch der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna gehören. Ein Einstieg von Magna würde wegen der hohen Entwicklungskompetenz des Zulieferers nach "Spiegel"-Informationen von Opel-Management und -Arbeitnehmervertretern eher begrüßt als die Übernahme durch Fiat. Offenbar seien das Management der Opel-Mutter General Motors (GM) in Detroit und das Bundeswirtschaftsministerium aber an einer schnelleren Lösung mit Fiat interessiert. Franz sagte: "GM will Opel schnell abstoßen. Die Frage der Reorganisation soll dann Fiat übernehmen." Im Gespräch als mögliche Investor sind Medienberichten zufolge auch die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Cerberus und der russische Autobauer GAZ.
Betriebsrat: Fiat will Mehrheit an Opel
Der Rüsselsheimer Autobauer steht nach Angaben von Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz vor einer Übernahme durch den italienischen Traditionskonzern. Laut Wirtschaftsminister Guttenberg ist noch keine Vorentscheidung gefallen.
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