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Betriebsrat: Management verweigert Gespräche über Opel-Zukunft

Immer wieder wird über das Aus des Opel-Werks in Bochum spekuliert. Der Betriebsrat fordert ein Ende der Diskussion.
© Foto: Sascha Schürmann/dapd

Im Tauziehen um die Sanierung des schwächelnden Autobauers werden die Gräben zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat tiefer. Es gibt schwere Vorwürfe, aber keine Verhandlungen.


Datum:
19.03.2012
Autor:
<br>Von Harald Schmidt, dpa
4 Kommentare

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Der Opel-Betriebsrat erhebt schwere Vorwürfe gegen das Management des Autobauers. Die Geschäftsführung setze die Arbeitnehmervertretungen brutal unter Druck, klagten Betriebsräte aus sieben europäischen Ländern am Montag. Statt gemeinsam Wege aus der Absatz- und Ergebniskrise zu suchen, wolle das Management die einzelnen Standorte gegeneinander ausspielen.

Angeführt von Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug forderten das Europäische Arbeitnehmerforum (EEF) und der Europäische Metallgewerkschaftsbund (EMB) das Management "unverzüglich" zu konstruktiven Gesprächen auf. Dabei müssten die Beschäftigten endlich vollständig über einen realistischen Unternehmensplan bis 2016 informiert werden: "Opel und GM verweigern sich derzeit solchen Gesprächen und setzen auf die Methode 'Teile und herrsche'."

Die Opel-Geschäftsführung bemühte sich am Montag, den Ball flach zu halten. "An Spekulationen werden wir uns nicht beteiligen. Wir arbeiten an den notwendigen Strategien und werden informieren, sobald es etwas mitzuteilen gibt", hieß es in Rüsselsheim.

Statt zusätzlich Öl ins Feuer zu gießen, verwies der Autobauer auf gemeinsam geäußerte Ziele von Management und Betriebsrat: "Wir gehen davon aus, dass die von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite gemeinsam getragene Einschätzung, Opel müsse auch in Zeiten schlechter werdender Rahmenbedingungen profitabel arbeiten, weiterhin Gültigkeit hat." Denn trotz der tiefen Einschnitte der vergangenen Jahre fährt Opel weiter hohe Verluste ein. Der Absatz leidet zudem stark unter der schwachen Nachfrage aus den südeuropäischen Krisen-Ländern.

Welches Werk trifft es?

Längst machen erneut Spekulationen um eine neue Schrumpfkur die Runde. Hinter den Kulissen werden neue Sparpläne geschmiedet. Immer wieder wurde zuletzt über das Aus der Standorte Bochum oder Ellesmere Port (England) spekuliert. Diese Möglichkeit schloss kürzlich auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke vor Journalisten nicht aus.

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KOMMENTARE


Heinz Gamsbichler

20.03.2012 - 07:41 Uhr

Verwundert dieses Verhalten des Managements irgendeinen der Autohaus-Leser wirklich? GM zeigt durch sein eigenes Handel die Richtung klar und deutlich auf. Durch Ankündigungen, Chevrolet in Opel-Werken zu bauen, wird das überdeutlich, was sehr, sehr bald Sache sein wird: Der Opel-Blitz wird früher oder später durch das Bowtie ersetzt und fertig ist das nächste Stückchen im Restrukturierungsplan Detroits. Das ganze natürlich nicht, ohne gerade in Bochum noch staatliche Zuschüsse zum Erhalt des ineffizienten und defizitären Standortes anzufragen und mitzunehmen. Und wird die Regierung in NRW (egal, wer sie stellt) wohl machen, wenn es um Zahlenkosmetik für den arg gebeutelten Standort Bochum geht...??


Müller

20.03.2012 - 11:33 Uhr

WENN WUNDERT ES NOCH DAS DIE LAGER VOLL SIND; DIE ABSATZZAHLEN STAGNIEREN UND SICH IM VERTRIEB DER FAHRZEUGE GEGENWÄRTIG NICHTS TUT: WER HIER NICHT VON EINER BEWUSSTEN STRATEGIE REDET;SEITENS GM DER GLAUBT AUCH NOCH AN DIE MORAL UND GLAUBWÜRDIGKEIT UNSERER SYSTEMMEDIEN. SCHADE UM DIE MARKE OPEL.


Michael Kühn

20.03.2012 - 20:04 Uhr

Diese ewigen Meldungen über Opel bewirken bei mir mittlerweile eine gewisse Art von Ablehnung der Marke gegenüber. Lassen sich diese Probleme nicht ein wenig dezenter bearbeiten? Der Betriebsrat hat Recht mit seiner Aussage, Schädigung von Image u. Verunsicherung der Kunden! Mich fragte letztens ein Nachbar, ob er sich heute noch einen neuen Opel kaufen solle. Das wird sicher das letzte Auto in seinem Leben sein, er ist 67 Jahre + verfolgt über die Medien die Opel-Thematik. Was soll ich diesem Mann erzählen? Ich habe damals die "Rover-Scheiße" hautnah miterlebt ... (Ära - "Abfindungsjunkie" Pichetsrieder) Händler gingen "kaputt", durch eine Wertberichtigung der Bestände, seitens der finanzierenden Banken. Quasi über Nacht Wertberichtigung bis zu 50 % vom Händler-EK = unverhoffte Sonderabschläge bis in Millionenhöhe. Rover-Fahrer hatten keine Anlaufstelle mehr in ihrer Umgebung. Sie hatten selbst bei kleinsten Problemen einen großen Aufwand (Zeit + Geld) zu betreiben. (Ich spreche hier von Fzg. im Alter von 6 Monaten bis etwa 2 Jahren, garantietechnisch) Die gesammelten Berichte über Opel in den letzten Jahren, erklären zum größten Teil die Verunsicherung der Endkunden u. die dadurch bedingte Kaufzurückhaltung. (Von der "lebenslangen" Garantie, nach nur 12 Monaten zurückgezogen, will ich gar nicht sprechen...) Wenn ich heute z.B. zwischen Opel, VW, Ford, Hyundai + Kia wählen müßte, hätte Opel keine Chance... Als früherer "Opel-Fan" (GT, Diplomat, Commodore u. auch Manta A) sehe ich hier mittlerweile leider ein Sterben auf Raten... Sehr schade ! Und wer generell von den "baugleichen" Teilen von GM + Opel spricht + keine zukünftigen Ersatzteilprobleme sieht, dem sei gesagt: "Glaube weiter an den Weihnachtsmann"...; "ich habe fertig".


uwe meier

21.03.2012 - 11:44 Uhr

Lieber Betriebsrat von Opel, Herzlichen Dank für Ihr Bemühen die Marke Opel komplett vom Markt zu nehmen. Anders als eine reine Selbstdemontage kann ich das ständige in die Öffentlichkeit gehen nicht mehr verstehen. Kaum ist etwas Ruhe eingekehrt und auch das Management hält sich bedeckt, kommt mit Sicherheit einer dieser s. g. Arbeitnehmervertreter und zerstört das letzte bisschen Vertrauen am Markt. Merkt ihr eigentlich welchen Schaden ihr beim Handel anrichtet? Seit ihr wirklich so kurzsichtig? Mit jeder negativen Berichtestattung, mit jeder neuen Sau die durchs Dorf getrieben wird, verprellt ihr die letzten Kunden. Haltet endlich mal die Klappe und regelt euere Angelegenheit intern. Wir Verkäufer sind stolz auf die Marke aber es leid ständig Fragen um die Zukunft von Opel beantworten ( die wir eben nicht beantworten können) zu müssen. Wir wollen über gute Produkte und Dienstleistungen reden. Wenn es so weitergeht werden immer mehr Opel-Händler andere Produkte anbieten weil einfach die Sicherheit fehlt.


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