Bundesregierung: Fiat-Chef wirbt um Opel

03.05.2009 20:06 Uhr
Große Pläne: Fiat-Chef Marchionne.
© Foto: Fiat

Sergio Marchionne will am Montag in Berlin der Bundesregierung den Einstieg der Italiener bei dem Rüsselsheimer Autobauer schmackhaft machen. Wirtschaftsminister zu Guttenberg hat vor dem Treffen allerdings ein belastbares Konzept eingefordert.

Fiat-Chef Sergio Marchionne will am Montag in Berlin der Bundesregierung den Einstieg der Italiener beim angeschlagenen Autobauer Opel schmackhaft machen. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat vor dem Treffen allerdings Bedingungen gestellt und ein belastbares Konzept eingefordert, das eine langfristige Sicherung des Unternehmens und der Arbeitsplätze verspricht. Fiat hält Opel nach dem Einstieg der Italiener beim insolventen US-Autobauer Chrysler für einen idealen Partner, um eine neue große Autogruppe zu bilden. Medienberichten zufolge wollen die Italiener den Erhalt aller deutschen Werke zusichern, allerdings nicht in der bisherigen Größe. Opel-Betriebsrat und IG Metall sind seit längerem gegen den Einstieg von Fiat und halten ein Zusammengehen mit dem Autozulieferer Magna für sinnvoller. Marchionne will auch mit Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Opel-Betriebsratschef Klaus Franz zusammenkommen. Nach "Spiegel"-Informationen hat Steinmeier einen 14-Punkte-Katalog mit Kriterien für einen Investor bei Opel aufgestellt. Neben dem Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze gehe es da auch um die Sicherheit möglicher Staatsbürgschaften, mögliche Synergien und die Vermittelbarkeit der Lösung bei der Belegschaft und den Händlern. SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier wird am Montag auch zu einem Besuch im Opel-Werk in Eisenach erwartet. Vor dem Treffen zeigte sich Guttenberg offen für weitere mögliche Investoren bei Opel. Der Politiker sagte im Deutschlandfunk, er wünsche sich "einen Investor, der für langfristige Sicherung steht und der ein Konzept vorstellt, das sich tatsächlich verwirklichen lässt und nicht nur für einige Monate trägt". Zunächst müsse man ohnehin eine Einigung von potenziellen Investoren mit dem US-Mutterkonzern General Motors abwarten, so zu Guttenberg. Er verlangte konkrete Zahlen: "Ich kann mir nur erhoffen, dass wir belastbarere Zahlen und Fakten bekommen, weil sich danach das Ob und Wie eines Eintritts der Bundesregierung bemessen wird." GM bis Mitte Mai zahlungsunfähig? Gewerkschafter und Opel-Aufsichtsrat Armin Schild sieht einen wachsenden Zeitdruck für eine Opel-Lösung. Er geht davon aus, dass GM bis Mitte Mai Insolvenz anmelden wird. Spätestens dann müssten Verträge zwischen GM und Opel vorliegen, die den Zugriff auf Technologien sowie die künftigen gemeinsamen Aktivitäten von GM und Opel regelten, sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter dem Berliner "Tagesspiegel" (Montag).

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