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Comeback: Borgward will Modell im September vorstellen

Hochfliegende Pläne, aber noch kein neues Auto: Die Premiere hat sich Christian Borgward für die IAA im September aufgespart.
© Foto: dpa

Auf der IAA in Frankfurt will der Autobauer einen sportlichen Geländewagen präsentieren. Künftig sollen zwei bis drei Fahrzeuge jährlich vorgestellt werden.


Datum:
03.03.2015
5 Kommentare

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Die verschwundene Automarke Borgward will sich im September mit einem ersten neuen Modell zurückmelden. Auf der IAA in Frankfurt will der Autobauer einen sportlichen Geländewagen (SUV) präsentieren, wie Vize-Aufsichtsratschef Karlheinz Knöss der Deutschen Presse-Agentur dpa am Dienstag in Genf sagte.

Dort hatte Christian Borgward, Enkel des Firmengründers Carl F. W. Borgward, das Comeback der Marke angekündigt. Künftig sollen zwei bis drei Fahrzeuge jährlich vorgestellt werden. Eine Neuauflage des damaligen Flaggschiffs Isabella soll es aber vorerst nicht geben. "So ein kleiner Wunschtraum ist es natürlich", sagte Borgward. "Erstmal ist es aber nicht in Planung."

Die Pläne von Borgward sind hochfliegend. Nicht weniger als ein "Top Player" möchte man werden, so Knöss. "Innovation, Präzision und Qualität haben wir uns auf die Fahnen geschrieben." 800.000 Autos will Borgward ab 2020 weltweit verkaufen, 2025 sollen es 1,6 Millionen sein.

Entwickeln will Borgward die Modellpalette komplett selbst. Nicht einmal die technische Plattform will man von außen dazukaufen. Helfen sollen dabei weltweit mehrere Partner, darunter auch einer aus Deutschland. Über deren Identität schweigt Knöss sich aber noch aus. Lediglich, dass der chinesische Nutzfahrzeughersteller Foton dabei ist, ist bekannt. 

2016 sollen die ersten Autos rollen

Ob sich die Pläne umsetzen lassen, wird sich zeigen. Im Frühjahr soll zunächst die neue Firmenzentrale in Stuttgart öffnen, später soll der Standort des deutschen Werkes bekannt gegeben werden, aus dem bereits 2016 die ersten Autos rollen könnten. Verkauft werden sollen sie sowohl online als auch über ein Netz von klassischen Händlern.

Der Hersteller Borgward hatte Bremen in den Jahren 1949 bis 1961 zu Deutschlands nördlichster Autometropole gemacht. Anfang der 1950er Jahre hatte das Unternehmen mit seinen Tochtermarken nach VW und Opel den dritten Platz der deutschen Zulassungscharts inne. Und auch zum Ende des Jahrzehnts war der norddeutsche Riese noch absatzstärker als Mercedes. Trotzdem scheiterte Borgward Anfang der 60er-Jahre aus finanziellen Gründen. Um das Ende der Bremer ranken sich seitdem Mythen und Dolchstoßlegenden. Allerdings ist die wechselvolle Geschichte mittlerweile nur noch automobilhistorisch interessierten Deutschen gegenwärtig. Auf der Genfer Pressekonferenz hatten sich davon überraschend viele versammelt. Vielleicht ein erster Kundengrundstock für das Comeback. (dpa/sp-x)



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KOMMENTARE


Nordlicht

03.03.2015 - 16:57 Uhr

800.000 Autos in 2020 aus einem deutschen Werk und schon 2016 die ersten davon auf unseren Straßen. Das alles ohne Werk, ohne Mitarbeiter, ohne Händlernetz, ohne Werkstätten, ohne Absatzbank, ohne Werbung und Marketing - und so, wie es sich anhört auch ohne Verstand!Wie soll das funktionieren? Selbst gestandene Hersteller tun sich dabei schwer.Und wer soll denn die Autos kaufen, die ja keiner mehr so richtig kennt? Und nur einen alten Mythos zu beschwören, reicht als Kaufargument sicher nicht!Man könnte die Überlegungen hier leicht noch weiter ausführen, aber wo die Bedenken und Risiken liegen, wird jeder aus der Branche selber sofort entdecken.Erstaunlich nur, dass derartige (wiederholten) Ankündigungen , wieder ohne konkrete Resultate - sprich fertigen Autos- hier immer wieder derartig breiten Raum bekommen, ohne scheinbar journalistisch kritisch hinterfragt zu werden,Hier erwarte ich von einer Fachzeitschrift deutlich mehr!


autojo

03.03.2015 - 21:00 Uhr

.......April, April müßte man eigentlich sagen und mal ganz ehrlich wie soll das funktionieren? Nicht mal als Submarke eines Volumenherstellers könnte man das Produkt in mittelgroßen Stückzahlen in den Markt pressen! Meines Wissens sind weder Mitarbeiter noch Händler am Markt aquiriert worden und in geheimer Mission läßt sich so ein Unterfangen nicht stemmen außer vielleicht bei Matchbox.


Dieter M. Hölzel

04.03.2015 - 17:15 Uhr

Wenn dem Herrn Borgward es gelingt einen Borgward zu bauen, dann kann man ihm nur viel Glück wünschen. Wenn dann auch noch Qualität und Preis stimmen und Händler damit Geld verdienen, gibt's doch nichts zu meckern.Innovation heißt die Devise, ich nehme mir nicht heraus etwas schlecht zu reden, wenn ich Herrn Borgward nicht gesprochen habe. Einen Ersatz-Trabbi wird es sicher nicht geben, mal sehen ob und wie es gelingt, gespannt bin ich auf jeden Fall, Zumindest eilt Borgward k e i n schlechter Ruf voraus, ich habe den Borgward noch gefahren, damals ein tolles Auto von hoher Qualität. Ob der Standort Stuttgart rein zufällig ist ???


Roland Tischler

04.03.2015 - 21:42 Uhr

Ich sehe dieses Vorhaben ebenfalls aus genannten Gründen eher kritisch. Gerne würde ich mich eines besseren belehren lassen und wünsche allen Beteiligten viel Erfolg und würde mich auch über eine etwas präzisere Berichterstattung freuen.


Blauklaus

07.03.2015 - 12:12 Uhr

Naja, da wird viel spekuliert, aber im Zeialter des Branding ist vieles möglich! Wenn ein großes chinesisches Automotive Unternehmen mit dem Know How deutscher Techniker eine Fahrzeugpalette entwickelt und dafür einen aussprechbaren Namen nutzt, dann ist das doch okay! NAtürlich scheinen die angepeilten Zahlen ein wenig optimistisch. Aber trotzdem wird's eine schwere Geburt oder Handelorga auf dem Europa. Markt Fuß zu fassen!


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