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Dax-Chefs: Mehr Kauderwelsch als Klartext

BMW-Chef Reithofer: Freund der klaren Worte.
© Foto: Sebastian Widmann/dapd

Wenn die Dax-Chefs vor ihren Aktionären eine Rede halten, geht das meist gründlich in die Hose. Das zeigt eine Studie. Den Konzernlenkern in der Autobranche kann man aber gut zuhören.


Datum:
08.06.2012
Autor:
<br>Von Heiko Lossie, dpa
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Venture-Capital-Tochtergesellschaft, Multi-Channel-Strategie oder diversifizierte Industriekonzepte: Wenn sich die Dax-Vorstandschefs vor den Aktionären rechtfertigen sollen, scheitert das meist am wichtigen Handwerkszeug einer klaren Sprache. Die Mehrheit der Reden auf den Hauptversammlungen ist unverständlich und ermuntert geradezu zum Weghören, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Allerdings gibt es eine rühmliche Ausnahme: Telekom-Chef René Obermann könnte den Chefs der übrigen Dax-Konzerne im Fach Reden halten Nachhilfestunden geben. Kein Vorstandsvorsitzender bei den deutschen Börsenschwergewichten spricht so gut Klartext wie er – das geht zumindest aus einer am Freitag vorgelegten Analyse der Uni Hohenheim hervor. Sie hat die Reden der Dax-Bosse vor ihren Aktionären während der im Frühjahr stattfindenden Hauptversammlungen untersucht.

Diese Reden gelten als einer der wichtigsten Termine im Kalender der Vorstandsvorsitzenden. Idealerweise sollten sie darin den Anteilseignern Rechenschaft ablegen über ihre Arbeit im abgelaufenen Jahr, neue strategische Weichenstellungen begründen und die künftigen Ziele erklären. Vergleichbar sind diese Reden zum Beispiel mit den Regierungserklärungen von Bundeskanzlern und Ministern.

Fast nur schlechte Noten

Dieser großen Bedeutung werden die meisten Chefs der Untersuchung zufolge aber nicht gerecht, denn sie sprechen viel Kauderwelsch. Bei der sprachlichen Verständlichkeit ihrer Reden bekommen die Topmanager fast nur miese Noten: Auf einer Skala von 0 – das wäre in etwa so verständlich wie eine Doktorarbeit – bis 10 – das wäre so gut zu verstehen wie Radio-Nachrichten – erreichen die 30 Vorstände im Schnitt nur die Note 3,8. Obermann dagegen bekommt eine gute 7,2.

Das Klassenziel völlig verfehlt hat Linde-Chef Wolfgang Reitzle: Er hat die Note 1,0 am fast untersten Ende der Skala. Dabei ist er Honorarprofessor in München – sollte also eigentlich ein Gespür dafür haben, wie Gesagtes beim Publikum am besten hängenbleibt. Reitzle müsste zusammen nachsitzen mit Ulf M. Schneider von Fresenius SE (1,1) und Olaf Koch von Metro (1,3). Pikant: Koch ist unter anderem ausgerechnet für Kommunikation verantwortlich.

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