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Deutscher Markt: Mitsubishi ist wieder auf Kurs

Werner Frey: "Wir sind die drittstärkste Marke im EV- und PHEV-Segment hinter VW und BMW."
© Foto: MMDA

Die japanische Automarke steht derzeit in Deutschland so gut da wie seit fast zehn Jahren nicht mehr. Weiteren Schwung soll die neue Generation des Pick-ups L200 bringen.


Datum:
15.07.2015
2 Kommentare

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Von Bernd Dohrmann

Wie die Zulassungsstatistik auf dem deutschen Automarkt zeigt, ist Mitsubishi hierzulande wieder auf Kurs: Mit 18.533 Neuzulassungen (1,3 Prozent Marktanteil) verzeichnete die MMD Automobile GmbH (MMDA) in Rüsselsheim das beste Halbjahresergebnis seit 2006. Die Marke erzielte im Juni zudem mit 4.003 Fahrzeugen das beste Ergebnis seit 15 Jahren in Deutschland, für das erste Halbjahr 2015 gab es einen Zuwachs von 81 Prozent gegenüber 2014. Der Marktanteil im Juni lag bei 1,3 Prozent. Bemerkenswert ist, wie MMDA-Geschäftsführer Werner Frey gegenüber AUTOHAUS betonte, der "überdurchschnittlich hohe Anteil an privaten Zulassungen, der rund 77 Prozent über dem Durchschnitt aller Wettbewerber lag."

Beliebteste Mitsubishi-Modelle im deutschen Markt waren Space Star, ASX und Outlander. Bereits an vierter Stelle stand der Outlander Plug-in Hybrid mit 1.170 Neuzulassungen. "Damit sind wir die drittstärkste Marke im EV- und PHEV-Segment hinter VW und BMW", so Frey. Europaweit setzte sich der Plug-in Hybrid Outlander an die Spitze bei den Zulassungen von Elektrofahrzeugen. Seit der Markteinführung vor zwei Jahren wurden auf dem Kontinent mehr als 40.000 Einheiten verkauft. Die Niederlande und Großbritannien sind dabei die wichtigsten Märkte. Die Elektrofahrzeuge Electric Vehicle und Plug-in Hybrid Outlander waren vor allem dort erfolgreich, wo es staatliche Subventionen gibt.

Neuen Händlern einen guten Start ermöglichen

Mit dem bisherigen Jahresverlauf und den Netzentwicklungen ist Frey sehr zufrieden: "Wir haben ein sehr stabiles Netz von 393 Haupthändlern." Durch Generationswechsel habe es auch Abgänge gegeben, vor allem kleine Partner hätten sich verabschiedet. "Wir wollen uns auch künftig in einer Größenordnung von rund 400 Partnern bewegen. Wir haben viele Anfragen, weil wir von der Frey-Gruppe geführt werden und gute Fortschritte machen. Wo es passt, schreiben wir neue Verträge", erklärte der Importeurschef.

Eine große Ausweitung des Netzes soll es nicht geben, allerdings werden offene Standorte nachbesetzt. Frey: "Bei Händlern, die nur noch Service machen wollen, sind wir konsequent und wollen die Standorte für einen nächsten Händler freihalten. Dadurch haben wir eventuell im Service vorübergehend leichte Lücken." Neben den Händlern bieten 125 Partner nur Service, die Anzahl hat sich leicht verkleinert. "Das ist unsere Strategie." In Großstädten wie Berlin oder München gibt es laut Frey "in einigen Stadtteilen noch offene Punkte, die wir besetzen wollen."

Wie der Geschäftsführer betonte, hilft der Importeur den neuen Partnern auf besondere Weise, um mit Mitsubishi schnell Tritt zu fassen. "Da unterscheiden wir uns von manch anderen Fabrikaten. Wir machen viel, um dem neuen Händler einen guten Start zu ermöglichen."

Mit dem L200 bergauf

Um den Erfolgskurs fortzusetzen, startet MMDA jetzt die fünfte Modellgeneration des in Thailand gebauten Pick-up L200, der seit 1978 mehr als vier Millionen Einheiten erreichte. Von der letzten Serie wurden seit 2005 fast 1,2 Millionen Fahrzeuge in 150 Ländern verkauft, in Europa wurden mehr als 200.000 Fahrzeuge vermarktet. In Deutschland wird der L200 seit 1993 angeboten und ist mit mehr als 60.000 Zulassungen eines der erfolgreichsten Pick-up Modelle hierzulande. Das Segment (2014 in Deutschland rund 15.000 Fahrzeuge) ist für Hersteller ein Bereich, mit dem sich "ganz besondere Zielgruppen" ansprechen lassen. Das zeigen die anstehenden neuen Pickups der Marken Nissan, Toyota, Fiat, Renault und Mercedes in diesen Markt.

Der neue L200 schlägt bei Allradsystem, Motor, Aerodynamik, Umweltschutz und Leichtbau neue Kapitel im Segmentauf. Die CO2-Belastung sank von 199 g/km auf 166 g/km, der kombinierte Kraftstoffverbrauch von 7,5 bis 8,8 Liter pro 100 km auf 6,4 bis 7,2 Liter. Neu sind auch der 2,4-Liter-DI-D "Clear Tec"-Motor mit 113 kW / 154 PS und 133 kW / 181 PS, das Sechsgang-Schaltgetriebe und die neue Fünfstufen-Automatik sowie die viertürige Ausführung "Club Cab". Ebenfalls neu ist die Erweiterung der serienmäßigen elektronischen Stabilitätskontrolle (MASC) durch die Gespannstabilisierung.

"Mit dem L200 wollen wir an vergangene Erfolge anschließen, auch wenn es heute mehr Wettbewerber gibt", betonte Frey. Zu 80 Prozent wird der Pick-up gewerblich genutzt. Für den professionellen Einsatz kann er mit einer Kippladefläche auch in einen Schüttguttransporter verwandelt werden. Für den kommunalen Einsatz lässt er sich mit Kehrmaschinenaufsatz oder Schneeräumer umrüsten. Entsprechend will MMDA mit Unterstützung der Händler Zielbranchen und Kommunen ansprechen.Ergänzend werde man rund um den Reitsport und in aktiven Freizeitsport-Umfeldern Präsenz zeigen, hieß es. Für Privat-Kunden bietet Mitsubishi ein breites Zubehörangebot und drei "Intro Edition"-Modelle.

Gesenkte Betriebskosten

Mit Blick auf Betriebskosten und Wirtschaftlichkeit gibt es auf 20.000 km verlängerte Ölwechselintervalle, Ventilspiel-Kontrollintervalle (60.000 km), Motorkühlmittel-Wechselintervalle (180.000 km) sowie wartungsfreie Steuerkette und Automatikgetriebe und die 5-Jahre-Herstellergarantie, die dem L200 eine Alleinstellung im Segment verschafft.

Die Preise beginnen bei 26.290 Euro brutto für die Club Cab-Version – 1.000 Euro günstiger als der Vorgänger. Die Doppelkabine ist ab 28.490 Euro brutto erhältlich, das sind 300 Euro weniger als bisher. MMDA erwartet 2015 rund 1.000 Einheiten, davon ein Viertel Club Cab und 75 Prozent Doppelkabine. 2016 sind 2.500 Einheiten das Ziel. Der Start wird von der Kampagne "SUVerän. Seit über 80 Jahren" begleitet.


Mitsubishi L200 (2016)

Bildergalerie

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KOMMENTARE


JS

15.07.2015 - 14:04 Uhr

Da kann man nur gratulieren und doch ist der Grund für den Erfolg hauptsächlich der Emil Frey geschuldet. Wenn man als Händler wie ein Kunde und Partner behandelt wird, dann verkauft man gerne Autos.Ich wünsche Mitsubishi und der Emil Frey Gruppe weiterhin gute Erfolge.Da könnten auch die Koreaner lernen. Denn dort wird der Händler ganz anders behandelt und regelrecht schikaniert. Wenn die Koreaner nicht lernen dann nutzt auch die schönste Modellpalette nichts und in Deutschland werden wieder mehr Mitsubishi als Kia verkauft.


Tom

31.07.2016 - 00:58 Uhr

Nur so am Rande zu dem Kommentar wie Händler bei den Koreanern behandelt wurden , bis vor Mitsubishi hat Emil Frey die Koreaner Kia verkauft.


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