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Digitalisierung: Autobosse sehen Branche vor Umbruch

Der mögliche Eintritt neuer Wettbewerber wie Google und Apple wird die Automobilindustrie aus Sicht von BMW-Chef Harald Krüger stark verändern.
© Foto: BMW

Die Autoindustrie müsse an vielen Stellen schneller werden, glaubt Harald Krüger. Dieter Zetsche zieht eine klare Linie, bis wohin er die IT-Konzerne im Auto vordringen lassen will.


Datum:
14.09.2015
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Der mögliche Eintritt neuer Wettbewerber wie Google und Apple wird die Automobilindustrie aus Sicht von BMW-Chef Harald Krüger stark verändern. "Unser Geschäft bekommt ganz neue Spielregeln", sagte Krüger der "Süddeutschen Zeitung" (Montag) kurz vor Beginn der Automesse IAA in Frankfurt. Die Digitalisierung werde die Branche umkrempeln - "mehr als wir uns das heute möglicherweise vorstellen können". Für Führungskräfte und Mitarbeiter bedeute dies: "Wir müssen an vielen Stellen schneller werden." Design und Marke seien nach wie vor wichtig für einen Oberklassehersteller wie BMW

Allerdings werde in Zukunft "die digitale Vernetzung der Fahrzeuge ein mindestens genauso wichtiger Kaufgrund sein", sagte Krüger. "Wenn Sie hier nicht ganz vorne mit dabei sind, werden Sie als Hersteller in Zukunft ein Problem haben - da kann das Design noch so toll sein." 

Kooperationen mit IT-Unternehmen wie Google oder Apple schloss Krüger zwar nicht grundsätzlich aus. Allerdings müssten beide Partner "von einer Kooperation profitieren", sonst werde so etwas nicht lange funktionieren. Das vernetzte und selbstfahrende Auto gehört neben alternativen Antrieben zu den Schwerpunkten der IAA, die am Dienstag mit einem ersten Pressetag beginnt.

Zetsche: IT-Kooperationen nicht ausgeschlossen

Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte Kooperationen mit IT-Firmen nicht ausgeschlossen. Daimler werde aber sicher kein Auftragsfertiger wie Foxconn werden, der nur Hardware herstelle. Die "rote Linie" verläuft für Zetsche beim Betriebssystem: "Wir wollen, dass die Systeme anderer in den Autos funktionieren, aber nicht die Funktionen unserer Autos übernehmen", sagte Zetsche dem "Handelsblatt" (Montag).

Auch bei den Kundendaten zieht er klare Grenzen: "Daten, die im Auto generiert werden, gehören dem Kunden." Daimler, Audi und BMW kaufen von Nokia den Kartendienst "Here". "Wir wollen eine eigene Plattform schaffen und selbst entscheiden, was mit den Daten aus unseren Autos passiert und was nicht."

Das vernetzte und selbstfahrende Auto gehört neben alternativen Antrieben zu den Schwerpunkten der IAA, die am Dienstag mit einem ersten Pressetag beginnt. Zunächst wird das Internet nach einer Prognose des Branchenverbandes VDA rasch Einzug ins Auto halten. Demnach werden schon 2017 weltweit vier von fünf Autos, die neu vom Band laufen, eine direkte Verbindung ins Netz haben, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Montag in Frankfurt zur IAA-Auftaktpressekonferenz. Damit würde sich der Anteil der internetfähigen Neuwagen von aktuell rund 25 Prozent in den nächsten Jahren mehr als verdreifachen. Als eine Folge sieht der VDA Smartphones und Fahrzeuge verschmelzen. "Das vernetzte Auto wird zur mobilen Kommunikationsplattform", sagte Wissmann.

Müller: Roboterautos sind "Hype"

Weniger beindruckt von den Trendthemen zeigte sich Porsche-Chef Matthias Müller. Er sieht die Visionen des selbstfahrenden Autos skeptisch. "Das autonome Fahren stellt für mich einen Hype dar, der durch nichts zu rechtfertigen ist", sagte Müller vor der weltgrößten Automesse IAA in Frankfurt der Zeitschrift "Auto Motor und Sport". "Ich frage mich immer, wie ein Programmierer mit seiner Arbeit entscheiden können soll, ob ein autonom fahrendes Auto im Zweifelsfall nach rechts in den Lkw schießt oder nach links in einen Kleinwagen." Anders verhalte es sich mit Assistenzsystemen, die in den Porsche-Modellen eine immer größere Rolle spielen sollen. "Assistenzsysteme werden immer wichtiger werden. Wir können uns auch generell der Domäne der Smart Mobility nicht verschließen", sagte Müller. (dpa)

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